Themenbereich: Ernährung in der Schwangerschaft

"was sind Rohmilchprodukte?"

Anonym

Frage vom 29.08.2005

Ich hab mir das Buch von Inge Kelm-Kahl gekauft, 100 Fragen: Ernährung in der Schwangerschaft.
Ich bin in der 10. Woche schwanger, hab aber noch einige Fragen. Könnt Ihr mir vielleicht helfen?
Es heißt man soll keine Rohmilchprodukte essen. Doch was ist, wenn der Käse eingefroren war, bzw. im Ofen gebacken wird ( z.b. auf Pizza oder so). Ist es dann immer noch gefährlich?
Leider finde ich auf den Käsesorten nie den Hinweis" Rohmilch" und denen an der Käsetheke trau ich ehrlich gesagt nicht so ( Hauptsache verkauft ? ). Welchen Käse darf ich essen? Schadet Mozzarella?
Und wie ist es bei Fisch. Seefisch soll gut sein, aber nur frisch oder gefroren? Keine geräucherte Forelle und kein graved Lachs?
Und ist Eigelb in gekaufter Mayonaise gefährlich? Was ist mit den Lebensmitteln wo Ei als Zutaten enthalten?
Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen.
Vielen Dank im voraus
Michaela

Anonym

Antwort vom 29.08.2005

Hallo, ich probiere Ihre Fragen chronologisch zu beantworten:
- Eingefrorene Lebensmittel gelten als sicher. Beim Auftauen aber auf langsames Auftauen auf Zimmertemperatur verzichten. Besser scheint es zu sein, die Lebensmittel zügig in der Mikrowelle aufzutauen und danach unmittelbar zu verarbeiten. Durch langsames auftauen steigt wieder das Risiko einer Keimvermehrung. - Lebensmittel die über 60 Grad zubereitet werden und durchgegart sind gelten als unbedenklich.
- Bei Mozarella gibt es Rohmilchsorten oder Sorten aus pasteurisierter Milch. Achten Sie beim Kauf auf pasteurisierte Produkte. Rohmilchprodukte werden nicht zwingend deklariert.
- Jeder Fisch gilt als sicher, wenn er gut durchgebraten oder gegart ist. Bei geräucherten Produkten können Restrisiken einer Infektion bestehen.
- Eier in industriell gefertigten Lebensmitteln gelten als ungefährlich. Im privat Haushalt soll beim Verzehr von Roheiern peinlichst auf frische und hygienische Verarbeitung geachtet werden.
Durch das während der Schwangerschaft geschwächte Immunsystem sollen Listerioseinfektionen 3 mal häufiger vorkommen als bei nicht schwangeren, gesunden, abwehrstarken Personen. Insgesamt sehen wir in der Praxis glücklicherweise sehr selten Schwangerschaftsverläufe nach Listerioseinfektionen. Trotzdem soll man gut auf frische, hygienische Lebesnsmittelqualität achten, da eine evtl. Keimbesiedlung erst durch die Menge der Keime nach unsachgemäßer Lagerung oder Verarbeitung für Schwangere bedrohlich werden kann. Wie hoch eine Keimzahl/ besidelung sein muß um auf eine Person infektiös zu wirken ist individuell abhängig. Weiter guten Appetit und einen schönen Schwangerschaftsverlauf. Herzliche Grüße, Ina

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