Themenbereich: Geburtseinleitung / Geburtsbeginn

"Selbstmordgedanken über Termin"

Anonym

Frage vom 05.12.2005

Hallo
Ich bin jetzt seit 3 Tagen über dem ET. Das hört sich ja eigentlich gar nicht so schlimm an, aber irgendwie halte ich die ganze Situation nicht mehr aus. Ich hab seit 3 Wochen nicht mehr länger als 4-5 h die Nacht geschlafen, das Baby tritt mir in die Rippen, die ich mir gebrochen hatte, alles tut mir nur noch weh.
Ich hab mittlerweile wirklich Selbstmordgedanken, und das obwohl ich mich so auf das Baby gefreut hab. Und ich hab Angst, das mit der FÄ oder der Hebamme zu besprechen, die müssen ja denken, ich sei durchgeknallt. Vor 4 jahren war ich schonmal wegen Depressionen in Behandlung, seitdem hatte ich keine mehr. Ich fühle mich so unnormal, eigentlich sollte ich doch dankbar und froh sein, aber alles was ich will ist, daß alles vorbei ist. Der Kleine ist ein absolutes Wunschkind, wie gesagt. Und ich hab so Angst, daß ich ihn durch die Gedanken in meinem Kopf schade, daß er merkt, daß ich ihm gar keine positiven Gefühle mehr entgegen bringen kann.
Was soll ich denn tun? Ich mein, die Geburt wird ja keiner einleiten wollen, aber ich hab echt langsam Angst, mir selbst zu schaden.

Antwort vom 05.12.2005

Hallo, Sie sollten sich ganz dringend in fachliche Beratung oder Unterstützung begeben. Depressionen sind nicht selten und sollten auf jeden Fall behandelt werden. Eventuell wäre es auch angezeigt die Schwangerschaft zu einem Ende zu führen, was immer richtig ist, wenn das Leben oder die Gesundheit der Mutter in Gefahr sind und die Gefahr nicht anders abgewendet werden kann. Vielleicht hilft es Ihnen aber auch schon, wenn Sie die Möglichkeit nutzen können über Ihre Gefühle offen zu reden. Ich halte das auch deshalb für sehr wichtig, weil es sein kann, dass Sie auch nach der Geburt noch Unterstützung benötigen. Ein Wunschkind ist nicht automatisch auch ein gefühlsmäßig angenommenes Kind. Manchmal wird die emotionale Bindung sogar erschwert dadurch, dass in Wunschschwangerschaften alles unternommen was technisch und medizinisch möglich ist. Durch die Auseinandersetzung mit Messwerten und Untersuchungsergebnissen tritt die emotionale Kontaktaufnahme mit dem Kind und die Auseinandersetzung mit der eigenen Mutterschaft dann leicht in den Hintergrund. Trotzdem besteht auch jetzt noch die Möglichkeit Sie und Ihr Kind entsprechend zu unterstützen. Wichtig ist jedoch, dass Sie äußern was in Ihnen vorgeht, was Sie nicht weiter hinausschieben sollten. Das erste Gespräch darüber sollten Sie zu einer Person suchen, von der Sie das meiste Einfühlungsvermögen erwarten.
Alles Gute, Monika

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