Themenbereich: Stillen allgemein

"Wie bekomme ich meine Tochter wieder an die Brust?"

Anonym

Frage vom 07.12.2005

liebes Hebammenteam, meine tochter ist nun 6 wochen alt und wir haben massive probleme mit dem stillen. sie wurde von anfang an gestillt. nach ca. 2 wochen hat sie abgenommen und da fanden wir dann heraus, dass die kleine nicht genügend trinkt. somit ist auch meine milch zurückgegangen, da das kind ja nicht gesaugt, sondern nur immer genuckelt hat (ca. 20 min pro seite). ich habe sie dann "gemestet" und die kleine nahm zu! mir wurde dann geraten, mm abzupumpen, um zu sehen, ob noch genug da ist. das tat auch meinen brustwarzen ganz gut, da diese auch schon sehr kaputt waren. auch ein stillhütchen brachte nichts. jetzt wollte ich wieder auf stillen umsteigen, aber habe starke schmerzen beim andocken, stillen und in der zeit danach! mittlerweile habe ich auch schon schmerzen beim abpumpen! dazu kommt, dass die kleine immer noch nicht genügend aus der brust trinkt und ich immer nochmal abpumpen und ihr "zufüttern" muss bis sie endlich ruhig ist. ausserdem ist die kleine beim trinken so unruhig und hastig, dass sie ständig an der brust reißt! ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich nun tun soll. anlegen geht momentan überhaupt nicht, da ich jedesmal vor lauter schmerzen heulen muss! momentan habe ich mich dazu entschlossen, abzupumpen und ihr dann die mm mit flasche zu geben. geht die milchproduktion dadurch zurück? wie bringe ich der kleinen bei, dass sie die milch aus der brust nimmt? vor allem wie schaffe ich es, dass die brust sich wieder erholt und das stillen nicht mehr eine horrorzeit ist. ich bin echt total verzweifelt und mache mir schon vorwürfe, meine tochter nicht ernähren zu können. können sie mir helfen?? danke!!

Anonym

Antwort vom 07.12.2005

Hallo, es ist sehr schwer Anlegetechniken über die Entfernung zu beantworten, denn ich müsste vor Ort anschauen, warum das Andocken schmerzhaft ist, bzw. warum das Kind nicht richtig trinkt.
Zuerst einmal möchte ich Sie hinsichtlich des Abpumpens beruhigen, denn wenn richtig( mit einer guten Pumpe) regelmäßig gepumpt wird, kann eine komplette Stillzeit ausschließlich MM abgepumpt werden, ohne dass die Milchmenge zurück geht. Und abgepumpte Milch ist genauso hochwertig wie wenn Sie stillen .Es macht nur für die Mutter einen höheren Zeitaufwand, dadurch dass das Pumpen und das Sterilisieren der Flaschen dazu kommt. Mit Haferflocken, Getreidekaffee, Malzbier und alkoholfreies Weizenbier, können Sie die Milchbildung anregen.
Warum die Warzen schmerzen, kann ich so nicht beantworten, denn es gibt zu viele Möglichkeiten( eine Pilzinfektion, das Kind macht den Mund nicht richtig auf, es nuckelt nur an der Warze , es hat die Warze nicht ausreichen im Mund....)
Die Schmerzen, vor allem, wenn Risse oder Rhagaden vorhanden sind, lassen sich gut mit homöopathischen Mitteln behandeln. Brennede Schmerzen sind in der Regel Sulfur , stechende Schmerzen häufig Silicea oder Calcium carb. , Risse u.a. Sepia oder auch Phytolacca. Im Stillbuch von Hannah Lotroph sind etliche Mittel beschrieben.
Alle Mittel helfen allerdings gar nichts, wenn das Kind nicht richtig an der Brust angedockt ist. Dann hilft keine Salbe und kein homöp. Mittel.
Die Unruhe an der Brust kann durch den langsameren Milchfluß ( im Gegensatz zum Fläschchen) kommen, die Milch fließt ihr zu langsam und dann ärgert sie sich und zieht an der Warze. Wichtig ist, dass Sie eine Flasche verwenden, die wenn überhaupt auf den Kopf gestellt langsam tropft, aber keinen falls schnell. Stillfreundlichere Flaschen dsind Avent oder Playtexflaschen, die eher die Form( breites Lippenschild) und Länge einer Brustwarze aufweisen.
Damit das Kind wieder an der Brust trinkt, sollten Sie sich nach einer Hebamme umhören, die eine Zusatzweiterbildung im Stillen hat und bei einigen Hausbesuchen( die bis Ende der 8. LW von der Krankenkasse bezahlt werden) Hilfe beim Anlegen leistet. Wenn die 8 Wochen vorbei sind, kann durch ein Rezept oder auf Nachfrage bei der Krankenkasse auch weitere Besuche bezahlt werden. Ich hoffe ich konnte Ihnen dennoch ein bisschen helfen und möchte Ihnen Mut machen es weiter zu probieren, denn wenn dann das Stillen gut klappt, dann ist es ausgesprochen schön. Sie dürfen jederzeit wieder bei und nachfragen, wenn etwas nicht kappt.

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