Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

"welche Bedeutung hat eine tiefsitzende Plazenta?"

Anonym

Frage vom 15.12.2005

Hallo,
ich bin in der 14. Woche schwanger und habe beim FA erfahren, dass ich eine tiefsitzende Plazenta habe. Es handelt sich laut FA nicht um eine Plazenta praevia, aber sie sitzt halt tief. Ich weiß, dass hierdurch das Risiko Blutungen zu bekommen erhöht ist. Weiter hat mein Arzt mir geraten, zwar weiter arbeiten zu gehen, mich aber ansonsten ein bißchen ruhig zu halten und auf Geschlechtsverkehr zu verzichten bzw. vorsichtig zu sein.
Ich bin nun aber sehr nervös, da ich die Schwere der Diagnose nicht einschätzen kann. Ist dies nun eine schlimme Diagnose, über die wir uns ernsthaft Sorgen machen müssen oder etwas mehr oder weniger alltäglich, was uns nun eben daran erinnert, ein bißchen vorsichtiger zu sein. Ich habe das Gefühl, dass ich nun den ganzen Tag wie "auf Eiern laufe" und ich rechne jeden Moment mit einer Fehlgeburt. Ich habe große Angst, dass wir das Baby nun verlieren und befürchte, dass diese Anspannung wochenlang bleibt. Ich muss dazu sagen, dass dies meine zweite Schwangeschaft ist, und ich von Beginn an verwundert war, dass sie sich ganz anders anfühlt, als die erste. Zum Beispiel verspüre ich manchmal einen komischen Druck im Unterleib und habe oft ein unangenehmes Gefühl, wenn ich mich hinsetze, sodass ich jetzt darauf achte, mich vorsichtig hinzusetzen. Der FA meinte, das könne mit der tiefsitzenden Plazenta zusammenhängen. Allerdings habe ich keine Blutungen und fühle mich ansonsten gut.
Vielleicht können Sie mir helfen, die Schwere der Diagnose ein bißchen besser einschätzen zu können. Ich glaube nämlich langsam, dass ich mich ein bißchen selbst verrückt mache, weil ich nicht so recht weiß, was los ist.
Vielen Dank im voraus.

Anonym

Antwort vom 16.12.2005

-Hallo! Sie haben kein deutlich erhöhtes Fehlgeburtsrisiko. Bis zur 28. Schwangerschaftswoche kann man von einer tief sitzenden Plazenta sprechen. Sollte die Plazenta bis dahin, mit der größer werdenden Gebärmutter, nicht höher "gezogen" werden oder teilweise oder ganz vor dem Muttermund liegen, muß die Situation natürlich neu besprochen werden. Da der Mutterkuchen bisher nicht vor dem Muttermund liegt, weiß ich nicht, warum er in die Richtung wachsen sollte und nicht, wie es �typisch� ist, mit nach oben gezogen werden. Da die Gebärmutter nun noch sehr klein ist, ist der Mutterkuchen, wenn er nicht an der Oberkante der Gebärmutter, sondern eher seitlich sitzt, natürlich noch sehr tief. In den aller meisten Fällen wird der Mutterkuchen aber mit dem Wachstum der Gebärmutter sich nach oben "ziehen". Sie selbst können darauf keinen Einfluß nehmen oder beginnende Blutungen verhindern. Sollte es doch irgendwann zu Blutungen kommen, müssen Sie sich direkt an Ihren Arzt oder an das zuständige Krankenhaus wenden, um auszuschließen, das die Blutungen vom Mutterkuchen/Plazenta kommen. Auf den Sitz der Plazenta hat man keinen Einfluß und es ist rein willkürlich (außer in der Krankengeschichte kommen mehrere Ausschabungen oder Gebärmutteroperationen vor). Sie dürfen darauf vertrauen, daß die Plazenta sich in den nächsten Wochen "nach oben zieht". Um aber das mit letztendlicher Sicherheit zu bestätigen, wird Ihr Arzt noch mehrmals den Sitz der Plazenta per Ultraschall kontrollieren.
Das Gefühl wie auf "Eiern" zu gehen, kommt meiner Meinung nach nicht von der tief sitzenden Plazenta, sondern es ist typisch für das 2. Kind. Die Gebärmutter ist schneller groß (frau hat auch schneller einen "dicken" Bauch) und der Körper erinnert sich sofort wieder an die erste Schwangerschaft. Die Beckenbodenmuskelatur wird lockerer und es fühlt sich an, als ob die Schwangerschaft sehr tief sitzt, beinah als wenn man sich drauf setzen könnte. Das passiert natürlich nicht. Sie belasten Ihr Kind damit überhaupt nicht. Es fühlt sich nur komisch/ unangenehm an und wird meistens um die 28. SSW besser, da sich die Gebärmutter dann auf den Beckenboden setzt und besser "getragen" wird. Für den Sitz der Plazenta hat man eigentlich kein Empfinden. Probieren Sie bitte wieder zur Ruhe zu kommen und Ihrem Körper zu vertrauen. Einen guten weiteren Verlauf und herzliche Grüße, Ina

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