Themenbereich: Abstillen

"wie gewöhne ich mein Kind an andere Flüssigkeiten?"

Anonym

Frage vom 02.01.2006

Hallo liebes Hebammenteam, unser Sohn (9 Monate) verweigert so gut wie alle Flüssigkeit außer der Brust. Ich habe ihn 6,5 Monate voll (!) gestillt. Jetzt wird er noch früh, abends und nachts (2-3x) gestillt. Er ist sonst ein guter Brei-Esser, nur trinkt er nahezu nichts tagsüber (momentan nimmt er nur den Löffel, aus dem Becher höchstens ein, zwei Schlucke, die unzähligen Flaschen, die ich gekauft habe akzeptiert er nicht - dreht den Kopf weg, kneift die Lippen zusammen, macht sich steif und bockt). Und das hat sich in den letzten Wochen eher verschlechtert. Mache jetzt schon Wasser zusätzlich in die Breie, damit er mehr Flüssigkeit bekommt.

Nun zur Frage: Ich will ihn nachts nicht mehr stillen. Ich fange in einem Monat wieder zu arbeiten an und hoffe, dass er dann auch besser (durch)schläft (und auch dass mein Mann wieder ins Schlafzimmer zieht). In zwei Monaten muss ich für eine Woche auf Geschäftsreise (Messe), d.h. ich muss komplett abgestillt haben. Hab schon gelesen: notfalls Babysitter und Kind mitnehmen... - aber ich möchte es gern früher schaffen, ohne meinen Sohn leiden zu lassen. Kann ich es riskieren, ihn weniger zu stillen, wird er tagsüber was anderes trinken, wenn er Durst hat. Oder soll ich noch warten mit der "Aktion"?

Und wie soll ich das anstellen? Ich denke, momentan gleicht er seinen Flüssigkeitshaushalt durch das Nachts-Stillen aus. Welche Getränke sind nachts vorteilhaft (süß?), welche Flaschen/Sauger (Macht es überhaupt Sinn, noch andere Sauger zu probieren?
Becher geht wohl schlecht nachts - läuft ja alles daneben, oder er schlägt es mir aus der Hand). Gibt es einen Trick? Das mit dem Strohhalm kapiert er scheinbar noch nicht.

Die "23 Uhr Mahlzeit" sollte ich sicher noch geben (?), die gegen 3 Uhr einstellen und gegen 5-6 Uhr ist ja schon fast Frühstück. Oder soll ich alles nach dem Zubettgehen auf einmal ersetzen/weglassen, der Konsequenz wegen?

Mein Mann will jetzt mal ein Wochenende mitmachen und ihn nachts trösten, aber wenn das nicht funktioniert...

Ich mache mir große Vorwürfe, dass ich ihn nicht früher an andere Trinkgewohnheiten gewöhnt habe. Vor kurzem musste er Infusionen erhalten als er schlimmen Durchfall hatte. Er war innerhalb von zwei Tagen total dehydriert. NUR stillen ist ja schön, aber wenn das Kind nichts anderes kann, kann es eben auch ganz schön gefährlich werden. Aber das nur nebenbei.

Vielen Dank für eine Antwort. Bin froh, dieses Portal gefunden zu haben. Henriette.

Anonym

Antwort vom 02.01.2006

Hallo, es ist immer sehr schwierig bei einer solchen komplexen Problematik die richtige Antwort zu geben, vor allem, wenn man die Menschen nicht persönlich kennt....
Sie haben verschiedene Möglichkeiten, das Ganze anzugehen.
Die eine wäre von heut auf morgen nachts aufhören zu stillen und nur noch am Tag die Brust zu geben.
Oder die 3 Uhr Mahlzeit wegzulassen und konsequent zu sagen- wenn du Durst hast, hier ist Wasser, aus einem Schnabelbecher/ Trinklerntasse( die läuft nicht aus)- aber Brust gibt es keine.
Oder Sie machen noch weiter, bis Sie zur Messe fahren und stellen Ihren Sohn vor die vollendete Tatsache, dass es keine Brust gibt.
Was das richtige für Sie ist, müssen Sie selber entscheiden, aber da stillen für Kinder sehr viel mehr als nur Nahrung oder trinken ist, Liebe, Geborgenheit, Sicherheit, Schmusen, darf man nie vergessen, dass die Kinder beim Trinken an der Brust viel mehr Bedürfnisse stillen.
Solange Ihr Kind gut ausscheidet- 4-5 nasse Windeln mit klarem Urin, brauchen Sie sich über die Flüssigkeitsmenge keine Gedanken machen. Mit Obstmus, Breien und. Suppe kann ein Großteil des Flüssigkeitsbedarf gedeckt werden.
Und noch einen Satz zum Flüssigkeitsmangel bei Durchfall- dies kann Ihnen bei einem Flaschenkind, dass eine Magen-Darm-Grippe hat, gleichfalls geschehen und liegt nicht am Vollstillen.
Sollten Sie noch Fragen haben, dürfen Sie sich jederzeit wieder melden

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