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"Wie kann ich ein Wangenekzem behandeln?"

Anonym

Frage vom 24.01.2006

Hallo, erst einmal vielen Dank schon allein für die Möglichkeit, bei Ihnen Fragen stellen zu dürfen. Auf meine Nachsorgehebamme möchte ich mich nämlich nicht verlassen müssen.
Nun zu unserem Problem: Mein Sohn ist jetzt 3 1/2 Monate alt. Mit 2 Monaten trat auf seiner Wange eine kleine rote rauhe Stelle auf - ungefähr von der Größe eines kleinen Fingernagels. Als ich meine Kinderärztin darauf ansprach, meinte sie, bei Hautsachen würde nichts unternommen, das geht schon wieder weg. Ich könne die Stelle ja regelmäßig mit ein wenig Muttermilch benetzen und solle es dabei belassen.
Das habe ich getan - leider wurde die Stelle immer größer. Ich hatte dann festgestellt, dass die Haut an dieser Stelle extrem trocken schien, und da Muttermilch ja eher eine austrocknende Wirkung nachgesagt wird, unterließ ich die Behandlung damit. Beim Eincremen des Gesichts mit normaler Babycreme oder auch mal Babyöl hatte ich dagegen das Gefühl, dass eine kurzzeitige Besserung auftrat. Meine Ärztin riet mir daraufhin zu Bedan, einer sehr fetthaltigen Creme bei Neurodermitis. Mittlerweile überdeckt das Ekzem jedoch schon die halbe Wange (also fast die Größe eines Hühnereis), ist rot, schuppig, trocken und etwas erhaben. Ich denke, es handelt sich hierbei um richtigen Milchschorf, der sich zu Neurodermitis entwickelt. In der Familie gibt es keine Fälle, mein Mann hat lediglich eine Schuppenflechte, die bei Stress auch die Ellenbogen und die Fußknöchel bedeckt. Ich werde schnellstmöglich zum Hautarzt gehen, bitte aber um eventuelle Hilfe zur Linderung. Offensichtlich juckt die Stelle jedoch nicht und auf dem Kopf hat der Kleine auch nur ein wenig Grind, den ich aber nicht behandle. Herzlichen Dank im voraus für Ihre Hilfe. Silke

Antwort vom 24.01.2006

Hallo!Herzlichen Glückwunsch zu dieser guten Kinderärztin, denn sie hat vollkommem recht damit, daß man diese Hauterscheinungen möglichst in Ruhe läßt. Diese auf der Wange auftretenden trockenen Stellen sind vor allem ein Phänomen, welches im Winter auftritt. Die Haut eines Babys ist noch sehr dünn und empfindlich, aber intakt, da ein noch unversehrter Säureschutzmantel besteht. Durch Kälte und Heizungsluft wird sie aber schnell trocken(Erwachsenen geht es nicht anders). Es könnte bei Ihrem Kind sicher eine genetische Veranlagung für Hautprobleme vorliegen(Schuppenflechte Ihres Mannes), aber deswegen würde ich in diesem Fall nicht von Neurodermitis sprechen. Wenn Sie zu einem Hautarzt gehen, wird dieser Ihnen Kortison verschreiben. Die Haut wird sicher sofort besser, aber es wird unterdrückt und wird an anderer Stelle zu anderer Zeit wieder
auftreten, wenn nicht sogar sich in anderer Weise zeigen.(Schnupfen,Husten etc.)
Ich weiß, daß ein Ekzem im Gesicht bei Kindern, für Mütter schwer zu akzeptieren ist, weil ein Baby doch so schöne weiche glatte Haut haben sollte(vor allem in der Werbung).
In Ihrem Fall kann es auch durchaus sein, daß sich durch die Hormonumstellungen(sind im 3.Monat sehr typisch)diese Hautproblematik entwickelt hat. Am besten schenken Sie dem möglichst wenig Aufmerksamkeit, denn es wird von alleine wieder verschwinden. Muttermilch ist übrigens nicht austrocknend, da dort Fett drin enthalten ist. Sie können die Haut also weiter damit pflegen oder aber ganz dünn Nivea Soft(von erfahrener Neurodermitikerin erprobt) auftragen. Eine Fettcreme verstopft die Poren, so daß die Haut nicht mehr atmen kann(außer wenn Sie mit Ihrem Kind bei der Kälte rausgehen-dünn auftragen). Alles Gute.
Cl.Osterhus

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