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"greife ich zu oft in die Verdauung ein?"

Anonym

Frage vom 10.03.2006

Liebes Hebammenteam,
mein Sohn ist fast 5 Monate alt und wird voll gestillt. Er trinkt gut, wächst und gedeiht, ist fröhlich und aktiv. Nachdem er anfangs sehr häufig (anfangs mehrmals täglich, später 1x am Tag) Stuhlgang hatte, hat er sich im letzten Monat umgestellt auf einen Rhythmus von ca. 1x alle 3 Tage bzw. noch seltener (gerade war der letzte Stuhlgang vor 7 Tagen). Ich weiß, dass diese Veränderungen im Prinzip bei Stillkindern unbedenklich sind. Allerdings treten dabei nun häufig Bauchwehphasen auf, bei denen er vor Schmerzen weint, seine Beine in Krämpfen streckt etc. wie bei den Koliken in den ersten drei Lebensmonaten. Es gehen auch häufig Winde ab, die stark riechen. Einmal waren seine Schmerzen so schlimm, dass er den ganzen Tag geschrien hat, bis ich auf die Idee kam, eine Bauchmassage zu machen und den Enddarm (damals durch ein Kümmelzäpfchen) zu stimulieren, danach schied er alles aus und war wieder zufrieden. Diese Situation ist in letzter Zeit häufiger aufgetreten, und ich habe im letzten Monat 3 mal "nachgeholfen" (mit einem Fieberthermometer), um ihm den Stuhlgang bei Bauchschmerzen zu erleichtern, was auch immer funktioniert hat. Zwischendurch hat er den Darm dann selbständig entleert, zweimal direkt am nächsten Tag. Allerdings habe ich nun die Sorge, dass ich so zu oft eingreife, und dass doch etwas nicht in Ordnung sein könnte. Die Regel sollte doch sein, dass er es selbständig schafft...
Sollte ich daher doch einmal zum Arzt gehen? Oder kann ich über meine Ernährung versuchen, seine Darmtätigkeit anzuregen?
Vielen Dank für Ihre Hilfe und herzliche Grüße!

Antwort vom 11.03.2006

Hallo!Es ist nicht ungewöhnlich bei den Kindern, die nur alle paar Tage Stuhlgang haben, daß sie sich mit Bauchweh quälen, weil der Darm einfach zu voll ist. Sie brauchen sich keine sorgen machen, daß etwas nicht mit ihm in Ordnung ist. Vielleicht hatte er zur Zeit auch einen leichten Darminfekt, der sich nur durch vermehte Blähungen geäußert hat.
Bei Ihrer Ernährung könnten Sie darauf achten, daß Sie genügend Gemüse und Vollkornprodukte zu sich nehmen und möglichst wenig Zucker.
Wenn Sie merken, daß Ihr Sohn sich quält, so helfen sie ihm mit einer Bauchmassage, einem Kümmelzäpfchen oder einem Miniklistier nach. Es ist völlig unbedenklich, wenn das 3-4 Mal im Monat vorkommt.
Wichtig ist aber auch, daß Sie Ihr Augenmerk nicht zu sehr auf den Stuhlgang Ihres Sohnes legen. Oft pendeln sich solche Unregelmäßigkeiten von alleine wieder ein. Alles Gute.
Cl.Osterhus

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