Themenbereich: Vorsorgeuntersuchungen

"Wie kann ich einer Infektion bei Blasensprung nach Amniocentese vorbeugen?"

Anonym

Frage vom 11.03.2006

Hallo !
Ich bin in der 18 Woche und es besteht seit einer Amniozentese am 1.3.06, Verdacht auf hohen Blasensprung. Habe daraufhin eine Woche im KH verbracht mit Bettruhe und Antibiotika Gabe. Obwohl noch Fruchtwasser tröpfelte (am Lackmuspapier erkennbar) wurde ich entlassen, da man "für mich und dem Baby nun leider nichts mehr tun könne". Fruchtwassermenge war bei Entlassung gut. Ich soll weiter Bettruhe halten und wöchentlich zum Frauenarzt. Habe Milchsäure Scheidenzäppfchen mitbekommen. Fruchtwasser tröpfelt weiter. Jetzt meine Fragen : 1. Was kann ich tun um einen Amnioninfekt vorzubeigen ? Evtl. Vitamin C und Knoblauchtabletten einnehmen ? 2. Bitte ganz ehrlich : wie hoch sind die Chancen für mein Baby, dass ganze lebendig und unbeschadet zu überstehen, falls dass Loch nicht zu geht (falls es überlebt, ist die Möglichkeit einer Schädigung sehr hoch )? Vielen Dank im voraus. Gruß lena

Antwort vom 11.03.2006

Hallo, leider kommt es in ca. 1-3% der Amniocentesen anschließend zu einer Fehlgeburt. Bei Ihnen lässt sich noch nicht vorhersagen, ob es zu einer Fehlgeburt kommen wird. Bei Einsetzen einer Infektion sieht es schlecht aus, aber schulmedizinisch sind alle Möglichkeiten bereits ausgeschöpft. Sollte sich das Loch wieder schließen (wenn es ein hoher BS ist, ist dies durchaus möglich), dann besteht auch eine Chance, dass Ihr Baby den BS unbeschadet übersteht. Ab der 22. Woche besteht heutzutage schon eine Überlebenschance, je früher das baby geboren würde, desto häufiger ist jedoch bei den überlebenden Kindern mit schweren und schwersten Behinderungen durch die Frühgeburtlichkeit zu rechnen. Häufig wird ein Kaiserschnitt empfohlen, um die Überlebenswahrscheinlichkeit zu steigern. Dieser wird bei sehr kleinen Kindern allerdings mit einem Längsschnitt vorgenommen, der ein erhebliches Risiko bei Folgeschwangerschaften darstellt. Ich persönlich finde es nicht angemessen auch noch die weiteren Schwangerschaften zu gefährden, solange eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht für ein totes oder schwerstbehindertes Kind was besonders vor der 24. Woche und ganz besonders bei bereits eingetretener Infektion gelten würde. Geradezu paradox ist es, wenn es in Folge einer Amniocentese erfolgt, mit der eine weit geringere Wahrscheinlichkeit auf ein lediglich chromosomal geschädigtes Kind ausgeschlossen werden sollte. In % Zahlen kann ich Ihnen das Ganze nicht beschreiben, weil die Wahrscheinlichkeiten sich von Tag zu Tag ändern und sehr abhängig sind vom weiteren Verlauf. In den nächsten 4 Wochen hätte Ihr Baby gar keine Chance eine frühe Geburt zu überleben, zwischen der 22. und 24. Woche sieht es eher schlecht aus und danach steigt die Wahrscheinlichkeit täglich das Ganze lebend und unbeschadet zu überstehen. Ohne Infektion und wenn sich die Blase wieder schließt, besteht eine hohe Cance ein lebendes, gesundes Kind am Termin zu bekommen. Auf naturheilkundlicher Basis kann ich Ihnen Grapefruitsamenextrakt zur Infektionsvorbeugung empfehlen, sowie Schonung und den Verzicht auf vaginale Untersuchung und natürlich Geschlechtsverkehr. Sie sollten sich eine freiberufliche Hebamme suchen, die Sie zu Hause betreut, berät und unterstützt. Die Kosten hierfür werden von der gesetzlichen Krankenkasse und den meisten Privaten getragen.
Ich drück Ihnen die Daumen und wünsch Ihnen alles Gute, Monika

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