Themenbereich: Vorsorgeuntersuchungen

"muss eine Fruchtwasseruntersuchung sein?"

Anonym

Frage vom 17.03.2006

Hallo, ich bin 28 jahre alt und habe mich leider einer Nackenfaltenmessung unterzogen, da mir diese, aufgrund einer Tumorerkrankung mit Chemotherapie vor 10 Jahren, empfohlen wurde. Die Nackenfalte betrug 1,5 mm. Leider war ein Blutwert viel zu hoch, so dass sich rein von den Blutwerten eine Wahrscheinlichkeit auf Down-Syndrom von 1:38 ergibt. Berücksichtigt man alle Ergebnisse (Alter, Nackenfalte, Gewicht, etc.) ergibt sich unterm Strich eine Wahrscheinlichkeit von 1:202. Meine Ärztin rät mir zu einer Fruchtwasseruntersuchung, da sie meinte, das Risiko auf Down-Syndrom sei sehr hoch. Sie sagte mir zwar, dass das nur Wahrscheinlichkeitswerte sind, aber sie klang doch sehr besorgt. Ich bin im Moment am Ende, habe auch schon einen Termin zur Pränataldiagnostik. Mein Verstand sagt mir, dass das Kind zu 99,5 % gesund ist, aber ich habe trotzdem sehr große Angst vor einer Behinderung. Ist dieses Ergebnis wirklich so besorgniseregend? Können sich nicht auch bei der Blutuntersuchung Messfehler ergeben? Kann man vielleicht auch schon in der Feindiagnostik erkennen, ob dieses Kind an Trisomie 21 leidet? Ich habe sehr große Angst vor den evtl. Folgen der Fruchtwasseruntersuchung!

Antwort vom 20.03.2006

Hallo, die Messungen geben leider nur eine rein rechnerische Wahrscheinlichkeit an. Die Nackenfalte an sich ist völlig unauffällig, so dass ich mir gar nicht vorstellen kann, welcher Wert jetzt einen so konkreten Hinweis geben kann. Zunächst einma müssen Sie sich darüber klar werden, ob ein behindertes Kind für Sie wirklich völlig unzumutbar wäre. Nur wenn Sie auf jeden Fall einen Abbruch machen würden, wenn sich ein Down-Syndrom herausstellen würde, macht es überhaupt Sinn eine Fruchtwasseruntersuchung vornehmen zu lassen. Es ist Ihre freie Entscheidung, ob Sie lieber einen Feinultraschall machen lassen oder eine Fruchtwasseruntersuchung. Der Ultraschall gibt kein 100% sicheres Ergebnis, wenn er von einem erfahrenen Untersucher (Spezialausbildung ist wichtig) durchgeführt wird, kann es aber sein, dass Ihnen diese Genauigkeit reicht. Ich würde Ihnen empfehlen, dass Sie sich noch mal in einer unabhängigen Beratungsstelle beraten lassen, insbesondere damit Sie auch die ethischen Fragestellungen in Ruhe besprechen können, die mit den von Ihnen nun verlangten Entscheidungen zusammen hängen. Nicht nur ein Kind mit einer Behinderung ist eine Belastung, sondern auch die Prozeduren zur Feststellung einer Behinderung und ein später Schwangerschaftsabbruch oder eine Fehlgeburt nach Fruchtwasseruntersuchung sind eine enorme seelische Belastung. Welcher Weg für Sie der richtige ist, können nur Sie selbst entscheiden, aber Sie können vielleicht besser hinter der getroffenen Entscheidung stehen, wenn Sie alle Aspekte in einem vertrauensvollen Gespräch durchgegangen sind. Vergessen Sie bei aller Sorge nicht, dass Sie mit viel größerer Wahrscheinlichkeit ein völlig gesundes Kind erwarten. Ich wünsch Ihnen viel Kraft und Zuversicht, Monika

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