Themenbereich: Geburt allgemein

"keine Drehung durch Skoliose?"

Anonym

Frage vom 27.04.2006

Hallo liebe Hebamme,

Bin in der 37. Schwangerschaftswoche und mein Kind hat sich noch nicht gedreht. Mein Mann wurde wie auch seine zwei Brüder per Sektio geboren. Alle drei haben an die 4,7 Kilo gewogen. Im Laufe der Schwangerschaft hat meine Frauenärztin immer wieder gesagt, dass mein Sohn einen doch etwas größeren Kopf hat. Das Kind wog in der 35. SW bereits 2,8 bis 3 Kilo, so geschätzt sowohl bei Ultraschall als auch bei Hebammenmessung. Es ist das erste Kind und soll schon etwas vorentwickelt sein und ich hätte doch lieber eine spontangeburt. Ich habe eine Skoliose, die bewirkt hat, dass ein Bein 1cm länger ist als das andere. Kann das auf den Becken eine Wirkung haben und ein Grund sein, weshalb das kind sich nicht dreht ? Im Februar lag es bereits mit dem Kopf nach unten, doch es hat sich wieder gedreht und hat seitdem nur noch mal die Seite gewechselt aber nicht die Position. Ist es sinnvoll etwas zu unternehmen, damit sich das Kind noch dreht oder unterlasse ich diese Versuche besser, da es wie man mir bereits mehrmals zu verstehen gegeben hat, es " gute Gründe" dafür gibt, dass Kinder sich nicht drehen. Welche sind diese gute Gründe und bringe ich das Kind in Gefahr, wenn ich versuche seine Position zu verändern ?

Bitte um genauere Aufklärung, denn ich kann mich momentan für nichts entscheiden. Die Klinik bat mich über eine äußere Wendung oder eine primäre Sektio nachzudenken und beides gefällt mir nicht besonders. Der Termin rückt näher und meine Verzweiflung wächst mit jedem Tag mehr.

Danke für ihre Hilfe.

Anonym

Antwort vom 27.04.2006

Hallo, warum sich Ihr Kind nicht wieder zurückgedreht hat, weiss ich auch nicht. Möglich wäre ein engerer Beckeneingang aufgrund der Skoliose; Sie können aber dadurch auch ein geräumigeres Becken haben oder überhaupt keine Veränderung. Wenn Sie sich einen Wendungsversuch wünschen, dann lassen Sie sich darauf ein; wenn sich Ihr Kind nicht drehen will, wird es sich nicht drehen. Vielleicht braucht es aber nur einen Anstoß. Eine Spontangeburt bei Beckenendlage ist dann anzustreben, wenn eine mit Beckenendlagen erfahrene Hebamme bzw. Arzt einschätzt, (und zwar wirklich jemand, der damit Erfahrung hat, leider gibt es da nicht mehr sehr viele von, weil so viele primäre Sectios durchgeführt werden)dass es möglich ist. Die Größe Ihres Kindes könnte z.B. echt ein Grund sein, es lieber nicht spontan zu versuchen; aber wichtig ist, das Verhältnis zwischen Ihrer Statur und der Ihres Kindes zu beurteilen. Ebenso, wie Ihr Kind in Beckenendlage sitzt: mit den Beinchen hochgeschlagen oder unten am Po... Eine äußere Wendung wird das Krankenhaus Ihrer bisherigen Wahl vielleicht inzwischen nicht mehr anbieten, aber gegen sanftere Methoden wie Haptonomie, Moxen oder Akupunktur spricht meiner Meinung nichts. Schön wäre auch, wenn Sie Ihr Kind mit entscheiden lassen könnten, wann es kommen will. Das wäre möglich, wenn Sie ein sehr kooperatives Geburtshilfeteam haben, das bereit ist, abzuwarten, bis die Wehen beginnen, Sie noch ein paar Stunden Wehen verarbeiten lassen, um dann erst einen Kaiserschnitt anzusetzen(wenn auch dann noch eine Spontangeburt sehr risikoreich erscheint). Kann Ihr Kind mit entscheiden, wann es kommen will, ist es durch die Wehen(oder Blasensprung) schon vorbereitet, dass etwas Neues kommt! Halten Sie Kontakt zu Ihrem Kind, sprechen Sie (innerlich) mit ihm, Sie sind ein Team! Mut und gute Unterstützung wünsch ich Ihnen!Alles Gute,Barbara

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