Themenbereich: Nachsorge

"was ist nach einer Totgeburt zu beachten?"

Anonym

Frage vom 13.07.2006

Hallo,
es fällt mir noch sehr schwer über das Geschehene zu schreiben. Daher mag meine Frage (meine Fragen!) sehr technisch klingen. Ich bitte Sie insoweit um Nachsicht.
Vor 4 Tagen habe ich mein Kind / Sohn still in der 27. Woche zur Welt gebracht. Grund hierfür war ein (vermutlich x-chromosomaler rezessiver) massiver hydrozephalus internus und damit einhergehend das MASA Syndrom. Wir haben uns - insbesondere aufgrund der prognostizierten "mind 80 % geistigen Schwerbehinderung" gegen das Kind entschieden. Der Totgeburt folgte eine Ausschabung und medikamentöses Abstillen.
Das im Anschluss verordnete Methergin habe ich kaum vertragen - nur 2malige Einnahme. Die Rückbildung ginge jedoch voran und laut meines FA bräuchte ich die nicht mehr nehmen. Mir wurde nun die Pille Leios (hatte ich auch vorher) verordnet und ich solle mit der Einnahme gleich heute Abend beginnen.
Soll ich das tatsächlich tun oder mit der Einnahme warten bis sich der normale Zyklus einstellt bzw. die sog. 6 Wochen Regenerierungszeit abwarten? Ab wann darf ich mit meinem Mann zusammenkommen und ab wann schwanger werden?
Wie wirkt sich die sofortige Einnahme der Pille auf die Zukunft - Stichwort Kinderwunsch - aus?
Welche Besonderheiten gibt es zwischen Totgeburt in der 27.Woche und einer normalen Geburt zu beachten?
Ab wann sollte ich zur Rückbildungsgymnastik?
Vielen Dank. K.

Anonym

Antwort vom 13.07.2006

Hallo, jetzt dürfen Sie erst mal zur Ruhe kommen, abschalten, sich gemeinsam mit Ihrem Mann von Ihrem Kind verabschieden.
Direkt mit der Pille zu beginnen hätte den Vorteil, dass Sie ab sofort sich so lange nicht mehr um eine andere Verhütung zu kümmern bräuchten, bis Sie wieder bereit sind für eine neue Schwangerschaft. Und ich denke, es ist sinnvoll, jetzt eine Pause einzulegen, bis Sie sich körperlich wie seelisch wieder erholt haben, dass Sie mit neuer frischer Energie an eine neue Schwangerschaft herantreten! Das können ein paar Zyklen sein, dass darf auch deutlich länger dauern. Sie dürfen gleich wieder mit Ihrem Mann schlafen, wenn die Blutung aufgehört hat. Ein klassischer Rückbildungsgymnastikkurs sollte nicht früher als 6Wochen nach der Geburt beginnen, aber es gibt auch leichtere Übungen für das frühe Wochenbett. Dafür können Sie eine Hebamme kontaktieren, die evtl. noch ein paar Wochenbettbesuche bei Ihnen machen könnte, um auch die Rückbildung der Gebärmutter zu beobachten und überhaupt Rede und Antwort stehen kann. Negative Folgen bzgl. Ihres Kinderwunsches durch die Pille- sowohl bei sofortiger Einnahme als auch erst mit Beginn eines neuen Zyklus- sind mir nicht bekannt. Nach dem Absetzen der Pille kann es generell einige Zyklen dauern, bis sich wieder ein eigener Rhythmus eingependelt hat.
Eine stille Geburt braucht oft vom seelischen her mehr Zeit, um verarbeitet und angenommen zu werden. Setzen Sie sich nicht unter (Zeit-)Druck, sondern gönnen Sie sich alle Zeit, um zu regenerieren. Und auch Sie sind jetzt im Wochenbett und sollten sich noch eine Zeit körperlich schonen. Darum finde ich es gut, wenn Sie auch eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung anfragen(hier auf babyclub.de gibts z.B.eine Heb.suchmaschine).
Alles Gute,Barbara

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