Themenbereich: Kaiserschnitt

"Drehung behindert durch Nabelschnur?"

Anonym

Frage vom 04.09.2006

Liebes Hebammenteam,
Ich bin jetzt am Anfang der 38. SSW. Da im CTG rezidive Frequnzabfälle zu erkennen waren, wurde ich vor sechs Wochen zum fetalen Herzecho überwiesen, wo allerdings nur herauskam, dass sich das Baby die Nabelschnur einmal um den Hals und einmal um die Schulter gewickelt hat. Diese Frequenzabfälle sind seitdem bei jedem CTG erkennbar, es hat sich also scheinbar noch nicht herausgewickelt. Es liegt mit dem Kopf nach unten. Jetzt zu meiner Frage: Ich spüre seit drei bis vier Wochen ausschließlich auf der rechten Bauchseite die Kindsbewegungen. Laut Schall liegt es mit dem Rücken nach links zeigend. Ich habe mehrfach gelesen, dass die Kinder sich am Ende der Schwangerschaft noch nach links und rechts drehen, ich habe allerdings das Gefühl, dass mein Kind das nicht tut, sondern immer in der gleichen Position verharrt und nur Arme und Beine mal bewegt. Kann es sein, dass es sich aufgrund der Nabelschnur nicht mehr drehen kann? Ist sie dann noch lang genug für eine Spontangeburt, oder wird das gefährlich? Ich frage mich langsam, ob nicht doch der Kaiserschnitt sicherer wäre...
Danke vielmals für eure Mühe, Das ist wirklich eine tolle Seite!
Gruß, Uli

Antwort vom 05.09.2006

Hallo, es ist ganz normal, dass sich Babys am Ende der Schwangerschaft für eine Seite entschieden haben, auch wenn es Babys gibt, die sich noch hin und her bewegen. Ob das noch möglich ist, hängt nicht nur von der Nabelschnur ab, sondern auch von der Fruchtwassermenge und dem Charakter des Babys. Ungefähr ein Drittel der Kinder haben eine Nabelschnurumschlingung, sie ist also in gewissem Rahmen ganz normal und kein Grund für einen Kaiserschnitt. Oft wird eine Umschlingung erst nach der Geburt zufällig festgestellt. Es hört sich für die Mütter immer besorgniserregend an, wenn die Nabelschnur um den Hals liegt, weil sich direkt Assoziationen aufdrängen, in denen man sich vorstellt die Luft würde abgedrückt. Da das Baby aber noch gar nicht durch den Hals atmet, ist es nicht schlimmer wenn die NS um den Hals liegt, als wenn sie um den Fuß gewickelt ist. Die Gefäße in der Nabelschnur sind gut geschützt durch Nabelschnurgewebe. Es kann auch sein, dass bei Ihnen zwar eine Umschlingung vorliegt, diese aber nicht der Grund für die Frequenzänderungen ist, sondern dass beides nur zufällig zusammen vorliegt. Wenn es durch Nabelschnur tatsächlich zu Komplikationen bei der Geburt kommt (was man im voraus nicht sagen kann)dann passt sich das Baby normalerweise bis zu einem gewissen Grad daran an. Es kommt zum Beispiel vor, dass das Köpfchen noch lange über dem Becken bleibt und erst ganz zum Schluss tiefer tritt wenn der Muttermund ganz auf ist. Es kann sein, dass sich während der Geburt die Notwendigkeit für einen Kaiserschnitt ergibt, wenn erkennbar ist, dass die Wehentätgkeit tatsächlich zu einer Verschlimmerung der Situation führt. Sie werden ja gut überwacht, so dass es allerdings nicht notwendig ist gleich einen Kaiserschnitt zu machen. Sie können ohne weiteres erst eine normale Geburt anstreben, die für Sie und das Baby sicherer ist, wenn keine Besonderheiten dazu kommen.In der Klinik haben Sie ja alles um sich rum, so dass ein Eingreifen jederzeit möglich ist, wenn sich herausstellen sollte, dass ein KS doch besser wäre. Die Grantie auf eine Spontangeburt hätten Sie auch nicht wenn keinerlei Besonderheit im Vorfeld erkennbar gewesen wäre. Ich wünsch Ihnen alles Gute, Monika

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