Themenbereich: Stillen allgemein

"Stillprobleme nach Einführung des Fläschchens"

Anonym

Frage vom 16.09.2006

Liebe Hebamme,
meine Tochter ist inzwischen 19 Wochen alt und wurde bis vor kurzem ohne Probleme ausschließlich gestillt. Seit zwei Wochen gehe ich nun an drei Vormittagen in der Woche wieder arbeiten. Wegen eines ausgeprägten Allergierisikos bekommt die Kleine in der Zeit ein Flächen mit abgepumpter MM. Dieses hat sie nach nur ganz kurzfristigen Anfangsschwierigkeiten gut akzeptiert.
Nun verhält sie sich jedoch plötzlich so ungewöhnlich an meiner Brust, dass beide Brustwarzen bereits verletzt sind und sehr schmerzen. Früher saugte sie einfach an und trank die Brust dann zügig leer. Jetzt saugt sie bis zu 20 x an und dreht dann jedesmal den Kopf weg und saugt dann wieder an. Sie läßt beim Kopfwegdrehen die Warze allerdings nicht los, so dass der Vorgang an sich schon sehr schmerzhaft ist. Darüber hinaus beißt sie mich nun fast jedes Mal. Ich traue mich inzwischen gar nicht mehr, sie anzulegen, weil die Schmerzen inzwischen fast unerträglich sind. (Eine Warze ist bereits blutig.)
Ich möchte jedoch noch unbedingt erwähnen, dass wir das Stillen bis vor kurzem beide sehr genossen haben und ich auf jeden Fall noch nicht aufhören möchte.
Können Sie mir helfen?
Lieben Gruß aus dem sonnigen Münsterland
Anja

Antwort vom 16.09.2006

Hallo, Ihre Tochter hat durch die Einführung des Fläschchens eine Saugverwirrung entwickelt. Das Trinken an der Flasche unterscheidet sich von der technik her vom Trinken an der Brust. Sie trinkt nun an Ihrer Brust, als würde sie an der Flasche trinken. Am Besten wäre es, wenn Sie ihr die Flasche nicht mehr geben würden, damit sie sich wieder daran gewöhnt nur an der Brust zu trinken. Um Sie zu ernähren während Sie auf Arbeit sind gibt es zwei Möglichkeiten: entweder Sie lassen sich Ihre Tochter zu Stillpausen bringen (diese Stehen Ihnen nach Arbeitsschutzgesetz zu) oder Sie füttern Ihre Tochter mit einer Methode für gestillte Säuglinge (Becherfütterung oder Löffelfütterung). Bitte setzen Sie sich mit einer Hebamme aus Ihrer Region in Verbindung, die Ihnen zeigen kann, wie das geht. Sie haben noch Anspruch auf zwei telefonische und zwei persönliche Beratungen zum Stillen, die durch die Krankenkassen bezahlt werden. Am Besten wäre es, wenn Sie nach einer Hebammme mit Zusatzqualifikation in Stillberatung fragen würden. Das Trinkverhalten Ihrer Tochter an der Brust können Sie positiv beeinflussen, indem Sie vor dem Anlegen die Brust anpumpen, so dass die Milch schneller anfängt zu fließen. Normalerweise kommt die Milch nach den ersten Zügen Ihrer Tochter auch von selbst, sie scheint dies aber nicht mehr abwarten zu wollen, weil sie von der Flasche direkten Milchfluss gewöhnt ist. Es gibt noch andere Möglichkeiten, die ich Ihnen aber über Internet leider nicht in der gebotenen Ausführlichkeit beschreiben kann. Vielleicht ist es ja möglich, dass Sie noch mal eine Woche mit arbeiten aussetzen bis sich alles wieder normalisiert hat?
Ich wünsch Ihnen alles Gute, Monika

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