Themenbereich: Kinderwunsch allgemein

"Schwanger schaft trotz Herzfehler?"

Anonym

Frage vom 18.12.2006

Liebes Team!
Trotz meines angeborenen Herzfehlers (hypertrophe nicht obstruktive Kardiomyopathie) und kürzlicher prophylaktischer Defi-Implantation wegen ventrikulärer Tachykardien (bisher ohne Synkopen) wünschen mein Mann und ich so sehr ein Kind. Laut dem Kardiologen spricht nichts dagegen.
Allerdings mache ich mir Sorgen wegen des Betablockers (Metoprololsucc., 3 x 23,75 mg). Von einer Bekannten mit der gleichen Konstellation weiß ich, daß sie eine Frühgeburt hatte, das Kind sehr klein war und zwei Wochen auf der Intensiv lag (Plazentaunterversorgung). Nun könnte ich ja dank Defi das Medikament absetzen, sobald ich von einer Schwangerschaft wüßte (oder ist das dann schon zu spät)? Andererseits bin ich auch nicht sehr scharf auf Schocks während der Schwangerschaft - angeblich nicht schädlich für das Kind, aber wer hat das jemals untersucht?
Außerdem würde ich sehr gerne voll stillen - dies würde für mich bedeuten, mind. 1,5 Jahre ohne Medikament (einschl. Schwangerschaft). Gibt es nicht irgendwas, um Schwangerschaft / Stillen und Betablocker-Einnahme zu vereinen? Oder schließt sich das generell aus? Mit welchen Auswirkungen auf Ungeborenes und Säugling muss ich schlimmstenfalls rechnen?
Bitte sagen Sie mir nicht, ich solle meine Ärzte fragen, diese geben keine Auskunft, da es angeblich keine Erfahrungswerte gibt.
Viele Grüße,
Mone

Antwort vom 19.12.2006

Ich denke, Ihre Ärzte halten sich mit Auskünften zurück, weil es vermutl. wirklich keine Erfahrungswerte gibt. Wahrscheinlich müssten Sie in einer Schwangerschaft sehr genau überwacht werden und man müsste wirklich von Tag zu Tag abwarten, was sich entwickelt und welcher Handlungsbedarf /-spielraum besteht. Das erfordert eine enge Zusammenarbeit von FA, Kardiologen und Neonatologen, im Idealfall auch noch mit der Hebamme. Es kann Ihnen keineR vorhersagen, was passieren wird, welche Chancen die Schwangerschaft hat, normal zu verlaufen. "Schlimmstenfalls" müssen Sie mit Fehlgeburt, Frühgeburt oder Totgeburt rechnen (wie alle anderen Schwangeren auch!). Ihre Ärzte können sicherlich abschätzen, welche Auswirkungen die Medikamente auf Ihr Kind haben könnten, bzw welche Konsequenzen die Nicht-Einnahme auf Ihre Krankheit hätten. Auch wenn Sie es nicht hören wollen: Mein Rat ist, sich an ein Ärztetam zu wenden (zB an einer Uniklinik; in Ihrer Region käme Frankfurt infrage), sich beraten zu lassen ohne die Erwartung, hinterher genau zu wissen, was auf Sie zukommt. Vielleicht hilft ein solches Gespräch aber dahin gehend, dass Sie sich entscheiden können, ob Sie den Mut zu einer Schwangerschaft aufbringen. Auch wenn ich Ihnen leider nicht weiter helfen kann, wünsche ich Ihnen alles Gute!

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