Themenbereich: Stillen allgemein

"Bekommt mein Kind zuwenig Nahrung?"

Anonym

Frage vom 14.02.2007

Hallo, liebes Hebammenteam!
Meine Tochter ist jetzt neun Wochen alt und wird voll gestillt. Derzeit hat sie ein Gewicht von ca. 5.130 Gramm und misst ca. 62 cm (bei der Geburt: 3380 Gramm und 51 cm). Sie war bereits direkt nach der Geburt eine sehr schnelle Trinkerin. In den ersten Wochen zu Hause hat sie geradezu Rekorde aufgestellt und eine Brust in 3 bis 6 Minuten ausgesaugt. Man konnte das laute Schmatzen und Schlucken in Nebenraum hören.
Mit 5 Wochen wurde sie krank und bekam Keuchhusten. Wir waren 9 Tage in einer Kinderklinik. Hier stellte sie ihre Trinkgewohnheit um auf ca. 20 Minuten pro Seite mit Wickeln zwischendurch.
Jetzt wieder zu Hause und fast genesen ist sie bei einem sehr kurzen Trinkverhalten angelangt. Sie trinkt wiederum nur ca. 3 bis 8 Minuten an einer Brust und will dann nicht mehr.
Das äußert sich so, dass sie - noch während sie die Brustwarze im Mund hat - lauthals anfängt zu schreien. Manchmal schreit sie, weil sie die Brustwarze verloren hat und weitertrinken möchte, manchmal schreit sie, weil sie wohl keine Milch mehr riechen kann und manchmal schreit sie, weil sie während des Trinkens Bauchweh hat.
Es ist nun eine Qual, herauszufinden, welcher Grund denn jeweils vorliegt für ihr Schreien.
Ihre Windeln sind übrigens regelmäßig nass, Stuhlgang funktioniert auch regelmäßig. Allerdings ist er ca. 2 x am Tag sehr, sehr dünn und etwas dunkler als üblich.
Nach langem Ausholen nun meine Frage: Trinkt meine Tochter wohl genug?
Quäle ich sie durch immer neues Anlegen nach einer Schreiattacke unnötig? Ich habe Angst, dass sie gerade jetzt, wo ihre Schlafphasen immer länger werden, nicht genug Nahrung bekommt.
Für eine Einschätzung der Lage wäre ich Ihnen sehr dankbar.
LG

Antwort vom 14.02.2007

Hallo, im Durchschnitt hat Ihr Kind ca. 200 gramm die Woche zugenommen. Das ist eine gute Gewichtszunahme und auch die vollen Windeln lassen darauf schließen, dass Ihr Kind genügend Nahrung zu sich nimmt. Wenn Sie einen größeren Bedarf hätte, könnte sie ja länger trinken und damit die Milchbildung anregen. Offensichtlich ist das nicht nötig und die Milchmenge und Nahrungsaufnahme reiche trotz kurzer Trinkphasen aus. Es kann sein, dass Sie schlichtweg schreit, weil sie nicht mehr trinken möchte. Sollte sie durch das schnelle Trinen Bauchschmerzen haben, dann ist das zwar bedauerlich, lässt sich aber nicht ändern. Versuchen Sie auszuprobieren, wie Sie und Ihre Tochter am Besten zurecht kommen. Manchmal kann es sein, dass nach einer Pause noch mal ein Nachschluck gebraucht wird, manchmal nicht. Sie machen nichts falsch, wenn Sie sich so auf Ihr Kind einstellen, wie es dem Bedürfnis Ihrer Tochter am meisten entspricht. Die längeren Trinkphasen im Krankenhaus waren eher wegen der Erkrankung und können nicht zum Maßstab genommen werden. Möglich, dass Ihre Tochter auch noch unruhiger ist, weil sie das erlebte erst noch verarbeiten muss. Es quält Sie sicher dass Ihre Tochter schreit, weil Sie den Grund nicht genau wissen. Das ist aber auch nicht unbedingt nötig, weil Sie egal aus welchem Grund sie nach dem Stillen schreit, eigentlich nur die Möglichkeit haben sie zu trösten und bei Ihr zu sein. Eine weitere sinnvolle Konsequenz, die Sie ziehen könnten, kann ich nicht sehen. Alles Gute, Monika

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