Themenbereich: Stillen allgemein

"Blähungen beim Stillen"

Anonym

Frage vom 16.03.2007

Hallo!
Ich habe meinen Sohn vor fast 4 Wochen mit Kaiserschnitt entbunden. Danach hat es 4 Tage gedauert, bis ich endlich den Milcheinschuss hatte. In den ersten 2 Wochen reichte die Milch auch völlig aus und er trank alle 3 - 3 1/5 Stunden immer so 10 - 15 Minuten an beiden Brüsten. Dann aber wurden die Abstände kürzer und ich hatte den Eindruck, daß die Milch weniger wird. Mit Milchbildungstee und Himbeersaft haben wir das dann aber zum Glück wieder hingekriegt (im Krankenhaus haben sie den Kleinen abgewogen und er hatte ordentlich zugenommen - Geburtsgewicht 3820g und nach 3 Wochen 4200g). Jetzt plagen ihn aber starke Blähungen und er schreit oft eine Stunde, ohne sich beruhigen zu lassen. Er will auch weiterhin alle 2 Stunden trinken, obwohl genug Milch da ist (er trinkt immer noch 10 - 15 Min je Brust). Ich habe aber gehört, daß man, wenn ein Kind starke Blähungen hat, nicht in zu geringen Zeitabständen stillen darf, damit die halbverdaute und die frische Milch nicht wieder stärkere Blähungen auslösen. Er hat aber nach 2 Stunden wieder großen Hunger. Jetzt hat er aber noch zusätzlich seit 3 Tagen keinen Stuhlgang gehabt. Ich denke, daß ihn das auch noch zusätzlich quält. Was können wir gegen die Blähungen tun (haben schon Kirschkernsackerl, SAB - Tropfen und Homöopathisches probiert)? Wie bekommen wir wieder einen besseren Trinkrhythmus hin - vor allem in der Nacht?
Weiters wollte ich noch fragen, ob das normal ist, daß ich seit der Entbindung kaum Apetitt habe. Die ersten 2 Wochen hat mir eigentlich gar nichts richtig geschmeckt und ich mußte mich zum Essen zwingen. Nach und nach habe ich schon auch wieder ein Hungergefühl oder einen Heißhunger auf bestimmte Sachen, aber im Großen und Ganzen esse ich sehr wenig. Ich schaue auch, daß ich viel Obst und Gemüse esse, aber dauernd muß ich wieder daran denken, daß die Sachen dann Blähungen beim Kleinen auslösen. Was kann ich dagegen tun?
Ich hoffe, Sie können mir bei meinen Fragen helfen!

Danke!

Antwort vom 16.03.2007

Hallo, das was Sie in Bezug auf den Zusammenhang mit Blähugen und dem Mindestabstand zur nächsten Mahlzeit schreiben wurde früher so angenommen. Inzwischen ist durch Studien widerlegt, dass das Einhalten irgendwelcher Zeitabstände irgendeinen Vorteil hat. Am günstigsten ist tatsächlich das Stillen nach Bedarf, das für ausreichende Milchbildung sorgt und NICHT zu mehr Blähungen führt. Auch die Ernährung der Mutter hat weniger Einfluss als allgemein angenommen. Gerade wenn Sie wenig Appetit haben, sollten Sie sich nicht zusätzlich unnötig einschränken. Essen Sie das worauf Sie Appetit haben. Obst und Fruchtsäfte sind eher für einen wunden Po verantwortlich als für Blähungen. Schwierigkeiten mit der Verdauung hängen eher mit einer relativen Unreife des Darms zusammen, gegen die sich nichts machen lässt. Dass Sie Stillen ist schonmal gut, weil Muttermilch am Besten zu verdauen ist. Die Kinder reagieren sehr unterschiedlich auf Missempfindungen. Während die einen einfach mal Luft ablassen und wenig Probleme mit dem Stuhlgang haben, gibt es andere, die ganz normalen Stuhlgang schon als unangenehm empfinden und häufig schreien. Wenn Sie bei Ihrem Kind bleiben, es trösten und so beruhigen, wie es Ihnen möglich ist, haben Sie das getan, was Sie tun können. Manchmal hängt häufiges Schreien auch gar nicht mit der Ernährung zusammen sondern ist, neben dem Charakter, Folge der Geburt. Nach Kaiserschnitt ist dies häufiger als nach normaler Geburt. Eventuell kann Ihnen ein Osteopath weiterhelfen. Bis acht Wochen nach der Geburt haben Sie noch Anspruch auf Hebammenhilfe. Im Gespräch lässt sich eventuell besser herausfinden wie Ihnen geholfen werden kann oder wie Sie besser mit der Situation zurecht kommen können. Zu empfehlen ist jedenfalls weder das Einhalten von Abständen zwischen den Mahlzeiten noch ein allzu peinliches Einhalten von Nahrungsverbotslisten. Alles Gute, Monika

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