Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

"Kann sich eine Plazentaablösung wiederholen?"

Anonym

Frage vom 17.04.2007

Hallo liebes Hebammenteam,
ich habe eine für mich aber sehr wichtige Frage. Anfang Januar 2006 kam unser kleiner Sohn 6 Wochen zu früh auf die Welt durch eine Notsectio in Vollnarkose. Bereits vor der Geburt lag ich gut 3 Wochen (31+0) wegen plötzlicher überperiodenstarker Blutungen im Krankenhaus und hing an der Tokolyse. Die genaue Ursache für die starken Blutungen und dadurch heftig beginnende Wehen wurde leider nie gefunden, es wird aber vermutet, dass sich die Plazenta allmählich anfing, abzulösen (obwohl sie nach der Geburt eingeschickt und untersucht wurde, konnte man uns nichts genaueres sagen).
War dies alles nur ein "blöder Zufall" oder besteht das Risiko, dass es in einer erneuten Schwangerschaft wieder zu Problemen mit der Plazenta kommt? Wodurch kommt eine so plötzliche Ablösung überhaupt? Kann man dem irgendwie vorbeugen?
Ich habe heute noch sehr an diesem Geburtserlebnis zu knabbern, auch wenn wir einen kerngesunden und fröhlichen, kleinen Sonnenschein zu Hause haben, der inzwischen alles aufgeholt hat!

Gerade erst habe ich erfahren, dass ich wieder schwanger bin und mache mir natürlich schon so meine Gedanken und habe Angst vor einer Wiederholung...

Ist es zudem ein Problem, meinen kleinen Sohn (inzwischen wiegt er ca. 11 kg und kann noch nicht alleine laufen) hochzuheben oder auch mal zu tragen (er spielt z.B. wahnsinnig gerne auf dem Spielplatz und liebt es zu rutschen, wobei ich ihn natürlich die Leiter der Rutsche hochtragen muss)...
Ich versuche schon, dass er vieles selbst schafft, aber auch zu unserer Wohnung im DG sind es beispielsweise einige Treppen.

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort!
Viele Grüße,

Anonym

Antwort vom 18.04.2007

Hallo,

zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zur erneuten Schwangerschaft und natürlich zu Ihrem ersten Sohn, der zum Glück seine doch schwierige Geburt wohl super überstanden hat.
Dass Sie sich nun mit Ängsten vor genau der gleichen Situation fürchten, ist absolut normal.
Ich habe den Eindruck, dass Sie leider damals wohl nicht so gut emotional "aufgefangen" wurden und daher diese Geburt noch nicht vollständig verarbeitet haben.
Nach so einem Erlebnis ist es immer unglaublich wichtig, noch einmal mit der zuständigen Hebamme, dem Arzt in Ruhe über diesen Notkaiserschnitt gesprochen zu haben. Dieses besprechen hilft einfach ungemein, diese Situation noch mal zu erläutern und dadurch das Geschehene besser einordnen zu können.
Wie Sie es beschrieben haben, ist die Diagnose Plazentalösung nie richtig bestätigt worden, dass ist natürlich sehr unbefriedigend und löst dann wieder die Ängste aus.
Es kann z.B. auch gewesen sein, dass ein kleiner Teil bis zur Zervix herangereicht hat, und es deswegen zu Blutungen gekommen ist. Sie schildern, dass Sie noch 3 Wochen auf Station mit diesen Blutungen gelegen. Diese doch lange Zeitdauer deutet evtl. darauf hin. Bei einer vollständigen Plazentalösung hätte man gleich handeln müssen.
Wichtig für Sie ist, dass Sie nichts falsch gemacht oder der Auslöser für diese Blutungen gewesen sind. Da konnten Sie leider überhaupt nichts gegen machen.
Hoher Blutdruck in der Schwangerschaft kann zu einer Lösung führen, aber das hatten Sie nicht erwähnt.
Also, sie müssen sich um diese Schwangerschaft keine Sorgen machen, verhalten Sie sich ganz normal, versuchen Sie einfach so positiv wie möglich mit dieser Schwangerschaft umzugehen!
Dazu gehört natürlich auch der Umgang mit Ihrem Sohn, versuchen Sie zu viel heben zu vermeiden, aber mit einem Kind in dem Alter ist es manchmal schwer diese Regel immer einzuhalten.
Versuchen Sie ein Spiel mit ihm zu beginnen stützen Sie ihn von hinten, aber vielleicht schafft er es doch schon eine kleine Leiter alleine hochzukrabbeln und Sie sichern ihn nur noch.
Vielleicht kommt der Ansporn und er läuft bald ganz alleine.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und diesmal eine gute Entbindung!
Viele Grüße

Diekmann

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