Themenbereich: Vorsorgeuntersuchungen

"Wie kommt es zu unterschiedlichen Bewertungen?"

Anonym

Frage vom 18.10.2007

Guten Tag,

ich möchte mir heute etwas von der Seele schreibe, was mich sehr belastet hat und gerne ihre Meinung dazu hören.
Zurzeit plagt mich eine dicke Erkältung mit Hustenreiz, vor allem nachts. Heute über tags hatte ich dann innerhalb einer Stunde einige Übungswehen (bin in der 28. SSW) bekommen, weshalb ich gerne mit meiner FÄ sprechen wollte. Diese ist jedoch erkrankt, weshalb man mir anriet, anderweitig ein CTG schreiben zu lassen. So ging ich in eine Praxis, in der man die Herztöne meines Kindes einfach nicht fand- der Kleine war jedoch sehr aktiv zu spüren. Der FA bat mich dann in sein Sprechzimmer, machte Ultraschall und Doppler und sagte, dass er außer dem, das das Kind seinen Messungen zur Folge einige Tage jünger sei (ist mir seit Feindiagnostik 14. SSW bekannt) nichts auffiel. Dann wurde noch mal versucht, das CTG zu schreiben, was klappte, aber bei den Herztönen immer wieder Aussetzer hatte- Kind bewegte sich. Es waren keine Wehen zu sehen, aber der Arzt ließ mich ins KH einweisen, da ihm die Herztonkurve nicht gefiel. Es wären zu wenig ausgeprägte Zacken nach oben erkennbar (also über der Linie), was seiner Meinung nach auf Unterversorgung, evtl. später auch Abort (in dieser Woche sind die Babys doch Frühgeburten oder nicht?) hindeuten konnte. Dazu muss ich sagen, dass ich vorher 2 FG in der Frühschwangerschaft hatte. Meine Not war also groß! Ich war geschockt, mein Mann ebenfalls. Im KH machten sie dann wiederum Ultraschall und schrieben ein CTG. Nichts Auffälliges erkennbar, Kind sogar wochengerecht entwickelt (27+2) . Und auch das mitgebrachte CTG des Arztes werteten sie für diese Woche als normal: sicher hätte ihrer Ansicht nach das Kind dabei noch aktiver sein können, aber das wäre schon ganz i. O. so für die SSW und kein Grund zur Beunruhigung. Ich solle einen Haken unter die Geschichte machen und könne gehen.
Das hat mich nun aber völlig aus dem Tritt gebracht, meinen Mann irgendwie auch, und ich bin schon etwas geknickt. Wie kann denn der Arzt gleich von solch heftigen Auswirkungen sprechen? Meine Schwangerschaft ist ohnehin aufgrund der Vorgeschichte angstbesetzt. Ich meine, die Wahrheit ist ja gut, aber wenn man nichts genaues weiß, dann ist doch alles andere nur eine große Verunsicherung. Und wie kommen zu ein und demselben CTG solch unterschiedliche Aussagen zu stande?
Was denken sie dazu?

Viele Grüße und herzlichen Dank,
Joy.

Antwort vom 19.10.2007

Hallo, leider ist es nicht ungewöhnlich, dass es zu einem CTG unterschiedliche Aussagen gibt. Das CTG alleine sagt gar nicht so viel aus. Erst in Verbindung mit anderen Einzelheiten ergibt sich ein Gesamtbild. Sie haben recht; in dieser Schwangerschaftswoche wäre es eine Frühgeburt. Der Arzt bei dem Sie waren ist sicher nicht der feinfühligste und die Beratung war nicht angemessen. Dass er das CTG anders interpretiert kann daran liegen, dass er wenig Erfahrungen im Umgang mit normalen Schwangerschaften gemacht hat. Bei Vertretungsärzten ist das manchmal der Fall. Allerdings ist es schon ungewöhnlich, wenn die Herztöne nicht gefunden werden, da sie in der Regel gut hörbar sind in der 28. SSW. Versuchen Sie dem ganzen nicht allzu viel Bedeutung beizumessen. Für eine Mangelentwicklung gibt es keinen Anhaltspunkt. Sie selbst können merken ob es ihrem Kind gut geht, wenn es sehr aktiv ist, wie Sie sagen. Die Häufigkeit der Kindsbewegungen ist ein ganz gutes Mittel, um selbst zu merken, dass alles in Ordnung ist. Sie können sich zusätzlich zu den Arztbesuchen von einer Hebamme betreuen lassen. Fachkundiger Ratschlag in Situationen wo Sie sich unsicher sind, kann Ihnen vielleicht die eine oder andere Aufregung ersparen. Wenn wirklich etwas bedenklich ist, wird sie Sie überweisen.
Einen lieben Gruß und alles Gute, Monika

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