Themenbereich: Entwicklung und Erziehung

"Wodurch kann exessives Schreien kommen?"

Anonym

Frage vom 15.11.2007

Liebe Hebammen,

ich mache mir Sorgen um unseren Sohn (4 Monate). In den ersten 3 Monaten hat er sehr viel geschrien wegen Koliken und Anpassungsstörungen, hat tagsüber nie geschlafen und war allgemein sehr zappelig und unruhig. Er wurde daher regelmäßig gepuckt. Ostheopathie und Homöopathie brachten ebenfalls Besserung, so dass die Blähungen mittlerweile ganz verschwunden sind.

Nur bin ich mir nicht sicher, ob er noch immer unter Anpassungsstörungen leidet bzw. die Geburt noch nicht verarbeitet hat oder ob ihn andere Dinge quälen.

Einmal am Tag verfällt er nach wie vor in dieses exzessive Schreien, unabhängig davon, ob wir tagsüber viel unternommen haben oder nur zu Hause waren. Auch scheint dies unabhängig von meiner Stimmung zu sein bzw. auch unabhängig von seinen Entwicklungsphasen.

In diesen Momenten (wenn wir Hunger, nasse Windel etc.) ausschließen können, halten mein Mann oder ich ihn ganz fest im Arm und sagen ihm, dass er uns alles erzählen kann usw..

Teilweise schreit er jedoch über eine Stunde und scheint sich auch dann nicht wirklich beruhigt zu haben. Sobald man sich bewegt bzw. den Griff lockert, fängt er wieder an. Oft kommt es vor, dass wir das Festhalten dann "abbrechen" und ihn z. B. massieren oder mit ihm spielen. Immer ist er dann wieder ganz fröhlich und lacht, obwohl er vorher so herzzereißend geweint hat.

Auch sonst scheint er ein fröhliches Kind zu sein. Er lacht viel, ist offen gegenüber anderen Menschen, sehr aufmerksam, lautiert sehr viel etc.. Der Kinderarzt kann organische Ursachen ausschließen und ist sehr zufrieden mit seiner Entwicklung.

Trotzdem mache ich mir große Sorgen, dass es seiner kleinen Seele so schlecht geht, dass er immer so weinen muß. Ich habe oft Schuldgefühle, weil die Geburt damals auf meinen Wunsch hin eingeleitet wurde (er war 5 Tage über Termin und ich hatte starke körperl. Beschwerden). Auch in der Schwangerschaft hatte ich oft Streß bzw. Depressionen.

Ich weiß, dass Sie keine Ferndiagnose stellen können. Aber kann es wirklich sein, dass ein Kind so sehr leidet bzw. Dinge einfach nicht verarbeiten kann und daher immer wieder in dieses extreme Schreien verfällt (obwohl er sonst fröhlich ist)?

Kann es sein, dass er auch deshalb immer so zappelig und unruhig ist? Wie können wir ihm helfen, damit er keinen dauerhaften psychischen Schaden nimmt? Oder "vergessen" Babys irgendwann Dinge, die sie in den ersten Lebensmonaten belastet haben?

Ich weiß nicht, an wen ich mich noch wenden soll (wie gesagt, Kinderarzt kann nichts finden, Ostheopathie und Homöopathie sind "abgeschlossen").

Für Ihre Hilfe bin ich Ihnen unendlich dankbar!


Antwort vom 21.11.2007

Hallo,

zuerst einmal möchte ich Ihnen zu Ihrem scheinbar sehr lebhaften und wißbegierigen Sohn gratulieren.
Sie beschreiben ihn als einen kleinen wachen fröhlichen Jungen und darauf sollten Sie sich konzentrieren.
Ich höre bei Ihren Beschreibungen ein hohes Maß an Selbstvorwürfen heraus, daß Sie die Geburt künstlich eingeleitet haben etc.
Bitte versuchen Sie aus diesem Denkschema herauszufinden, verabschieden Sie sich bitte davon, daß Sie nun Schuld sind an seinen wilden Phasen.
Ich finde Sie und Ihr Mann gehen hervorragend mit diesen doch extrem anstrengenden Phasen des Tages um. Es ist unglaublich nervenzehrend und frustrierend, wenn die Kleinen so untröstlich sind.
Sie haben eine gute Reaktion gefunden, indem Sie ihn festhalten und ihn auch weinen lassen.
Babys müssen auch einmal weinen dürfen und es wird nicht zu irgendwelchen Schädigungen führen. Sehen Sie es positiv, ihr kleiner Sohn darf alles los werden und die Belohnung danach ist dann wieder seine Fröhlichkeit. Versuchen Sie sich auf diese fröhlichen Momente zu konzentrieren und bleiben Sie weiter so verständnisvoll Ihrem Kleinen gegenüber.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Spaß noch mit Ihrem Sohn.

Diekmann

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