Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

"Ängste in der Schwangerschaft"

Anonym

Frage vom 29.08.2008

Hallo,
ich bin in der 40SW und körperlich sieht auch alles gut aus. Seit gestern bin ich aber seelisch völlig fertig. Durch einen Bericht in den Nachrichten und einer total deprimierenden Email, die ich die Woche bekam (ging darum, dass die Umwelt bald total zerstört ist und sollte - glaube ich - ans Gewissen appelieren) sind bei mir Kindheitsängste hochgekommen. Früher wollte ich keine Kinder, weil ich immer dachte das Leben für sie wird nicht mehr lebenswert. Dann lernte ich meinen Mann kennen und die Schwangerschaft haben wir gemeinsam geplant und gewollt. Es war keine einfache Schwangerschaft bisher, aber ich hatte mich gefreut und gemeinsam mit ihm alles gemeistert. Seelisch war alles soweit ok. Jetzt bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Habe zwar mit meinem Mann geredet, aber der arme konnte mir auch nicht helfen. Mit meinem Arzt traue ich micht nicht zu sprechen und da wir erst kurz hier wohnen kenne ich auch keinen weiter in der Stadt.
Was soll jetzt bloß machen? Ist das nur eine Überempfindlichkeit so kurz vor der Geburt oder bin ich jetzt ein Fall für die Anstalt? Merkt mein Kleines, dass ich so hoffnungslos bin?
Ich will nicht noch alles schlimmer machen, als es sich ohnehin schon anfühlt.
Ich hoffe sie haben einen Rat für mich...

Antwort vom 02.09.2008

Hallo! Eine Schwangerschaft ist ein besonderer Zustand. Es ist eine Zeit in der, besonders die Frauen, ihren Körper intensiv wahr nehmen können. Es ist eine Zeit, in der man sich mit der eigenen Kindheit, den Eltern und auch seiner Umwelt bewußter auseinander setzt. Natürlich kann es dabei auch zu Einsichten, Ansichten ode rErkenntnissen kommen, die einen traurig stimmen. Aber Traurigkeit ist ein Gefühl welches zum Leben dazu gehört und es ist wichtig sie zuzulassen.
Sie sollte aber nicht die Oberhand gewinnen, denn Sie sind in, wie man früher immer sagte"guter Hoffnung" oder "freudiger Erwartung".
Die Welt hat immer schon ihre Schattenseiten gehabt und Kinder waren und sind immer die Hoffnungsträger. Sie können stolz darauf sein, daß Sie zur Hoffnung für diese Welt beitragen dürfen und können.
Lassen Sie sich nicht von den ewig Schwarzmalenden entmutigen. Sie sind nun mal hier und haben auch nur ein Leben und das sollten Sie sich so schön wie möglich machen und jetzt schenken Sie einem neuen Menschen ein Leben, in dem noch alles möglich ist. Alles hat immer 2 Seiten.
Sicher sind Sie kein Fall für die Anstalt. Wenn Sie aber aus diesem Tief von alleine nicht wieder rauskommen, sollten Sie sich an einen/e Therapeuten wenden und sich helfen lassen. Auf jeden Fall sofort aber eine Hebamme vor Ort, mit der Sie Ihre Bedenken und Gefühle vielleicht ein Stück weit "aufklären" können(Sie haben auch in der Schwangerschaft gesetzlichen Anspruch auf Hebammenhilfe).
Ich wünsche Ihnen Kraft und Hoffnung, damit Sie Ihr Kind, welches Sie mit Freuden empfangen haben, auch mit Freuden begrüssen können. Alles Gute.
Cl.Osterhus

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