Themenbereich: Kinderwunsch allgemein

"Wie lange sollte die Karenzzeit nach Kaiserschnitt und Atonie sein?"

Anonym

Frage vom 23.02.2009

Hallo, nach der Kaiserschnittgeburt meiner Tochter hatte ich eine Atonie und benötigte verschiedene Gerinnungsmittel und Bluttransfusionen. Laut meinen Ärzten bestand Lebensgefahr und ich solle mich glücklich schätzen, diese Komplikation unbeschadet (also noch mit vorhandener Gebärmutter und ohne Organschäden, da ich auch drohendes Nierenverssagen hatte) überlebt zu haben. Meine FÄ geht sogar soweit, mir von einer weiteren Schwangerschaft abzuraten. Ein weiterer Arzt rät zu einer Untersuchung bei einem Gerinnungsspezialisten und einer Karenzzeit von min. 2 Jahren.
Wie wahrscheinlich ist denn eine Wiederholung und wie wichtig ist tatsaechlich die Karenzzeit?
Vielen Dank

Antwort vom 25.02.2009

Hallo, zunächst einmal wäre es wichtig die genauen Umstände beim Kaiserschnitt zu kennen. Sie können sich den OP-Bericht schicken lassen bzw. er kann über Ihren FA angefordert werden. Atonie und Gerinnungsstörung sind zwei ganz unterschiedliche Ursachen, die eine andere Beurteilung für die Folgeschwangerschaft nach sich ziehen.
Atonie: ist eine Schwäche der Gebärmuttermuskulatur, so dass es blutet, weil die das Zusammenziehen der Gebärmutter nach der Geburt ausbleibt oder zu schwach ist. Das ist häufiger der Fall, wenn die Gebärmutter entweder noch nicht auf Wehen vorbereitet ist (bei einem Kaiserschnitt vor Termin) oder ermüdet ist (bei langer Geburtsdauer, Einleitung).
Eine Gerinnungsstörung ist manchmal die Folge von einem Blutverlust. Die Gerinnung wird eigentlich vor einem Kaischnitt geprüft. Haben Sie denn auch sonst verstärkte Blutungsneigung? Wenn tatsächlich eine reine Gerinnungsstörung vorliegt, dann lässt sich das eventuell durch Medikamente behandeln.
Nicht sicher ist, ob bei der OP eventuell ein Gefäß verletzt wurde, das die Blutung verursacht hat und der Rest war eigentlich die Folge davon. Aufschluss kann nur die genaue Kenntnis der Akte der ersten Geburt geben. Dort sind die Blutwerte incl. Gerinnung enthalten und man kann sehen welches Medikament Sie wann bekommen haben.
Das ganze muss sich bei einer folgenden Geburt nicht wiederholen. Eventuell wäre es ja besser, wenn Sie das Kind spontan zur Welt bringen. Eine Karenzzeit von einem Jahr bis zur nächsten Schwangerschaft (also knapp zwei bis zur nächsten Geburt) wird allen Frauen nach Kaiserschnitt empfohlen, damit die Wunden des KS gut verheilen können und dehnbar sind für die nächste Schwangerschaft. Ich würde mich eher dem rat des zweiten Arztes anschließen. Letztendlich müssen Sie aber die Entscheidung selbst treffen. Auch ohne Vorgeschichte kann bei einer Geburt immer eine Komplikation auftreten. Genauso gut kann aber auch alles gut gehen auch wenn es das letzte Mal anders war. Mit dem Wissen von der letzten Geburt ist es ja möglich diesmal anders an die Geburt heranzugehen (z.B. keine Einleitung, Spontangeburt anstreben, Gerinnung überprüfen und ggf. beeinflussen, frühzeitig Kontraktionsmittel geben usw.).

ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika

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