Themenbereich: Schlafen

"Wie lange Baby schreien lassen / Ist mein Baby ein Schreikind?"

Anonym

Frage vom 15.04.2009

Hallo,
wir hatten immer das Gefühl, dass unsere Tochter (4Monate) ein Schreikind ist. Angefangen hat es -meiner Meinung nach- in der Klinik. Sie kam im Dezember mit Gelbsucht auf die Welt und war verständlicherweise am ersten Tag ziemlich k.o. und hat nicht wirklich an der Brust getrunken, sondern ist jedesmal, wenn man sie mir anlegte, nach 3Min eingeschlafen. Am zweiten Tag hat sie nur geschrieen, weil sie Hunger hatte, aber bei mir sich mit der Muttermilch noch nix getan hat. Tollerweise hat das Klinikpersonal mich völlig hilflos mit der Kleinen allein gelassen... das ging dann soweit, dass sie am 3. Tag so schwach war, dass ich sie schon gar nicht richtig wach gekriegt habe, weder beim wickeln, geschweige denn beim Stillen, da ich mittlerweile -auf mein EIGENES Drängeln-abgepumpt habe damit überhaupt Milch einschiesst, doch die Maus hat sich "hängen" lassen. Sie hat natürlich auch einiges an Geburtsgewicht eingebüsst (fast 400g) aber als wir dann zu Hause waren, habe ich immer wieder versucht, sie anzulegen anstatt mit der Flasche zu füttern, was auch letztendlich klappte! Logischerweise hatte sie anfangs einen verdrehten Tag-Nacht-Rhytmus, bei dem sie tagsüber zwischen den Stillmahlzeiten meist geschlafen hat. War sie wach, dann hat sie meist nur gebrüllt, und zwar das nicht ohne! Zusätzlich hat meine Kleine das lauteste Organ der Welt, da kann kein Opern-Star mithalten... Sie liess sich mit nichts beruhigen, kein Tragen, Wiegen, streicheln, Fliegerstellung, Schnuller etc. Gemeinerweise hat sie meist abends gute 4-5Std. geschlafen, bis sie meist nachts um 1 wieder anfing zu brüllen. Wir haben alles mögliche probiert und haben letztendlich ein Abendritual eingeführt, bei dem sie jeden Abend gebadet und massiert wurde, danach in ihr eigenes Bett gelegt wurde. Anfangs hat sie bis zu 3 Std. gebrüllt, mittlerweile schläft sie nach ca. 15Min ein, meistens jedenfalls. Aber das eigentliche Problem ist dieses: Tagsüber ist sie sehr aufgeweckt und neugierig, zudem sehr schreckhaft, was sehr seltsam ist, denn sie reagiert auf tiefe Tonlagen z.B. von Männern oder tiefes Singen etc. Dann verzieht sie von einer Sekunde auf die andere die Miene und fängt an zu kreischen, als hätte man ihr wehgetan. Es dauert etliche Minuten, bis ich sie wieder beruhigen kann und das funktioniert auch nur, wenn ich in "Ammensprache" ne ganze Latte von Liedern und Baby-Spielchen runterleier, bis endlich wieder Ruhe ist! Oft spielt sie auch scheinbar glücklich und zufrieden unterm Baby-Gym und auf einmal fängt sie an zu "maulen". Noch dazu kommt, dass sie nach ca.2Std. wachsein wieder müde wird und anfängt zu quengeln bis hin zu jämmerlichem schreien und ich sie dann tagsüber in die Baby-Hängematte lege, wobei ich sie bestimmte gute halbe Stunde schaukeln und richtig schütteln muss, bis sie einschläft - für lächerliche 30Min! das geht 3mal am Tag so. Abends haben wir nicht ganz solche Probleme ausser dass sie auch im Bettchen heftigst in den Schlaf geschaukelt (besser: geschüttelt!)....da schläft sie auch locker ihre 10Std am Stück von 20Uhr bis 6Uhr morgens und nach der Stillmahlzeit dann nochmal 2-4 Std. Sie bekommt also sehr viel Schlaf, hat regelmäßige Essenszeiten, viel Bewegung an der frischen Luft und eine Mama, die sich gerne und oft mit ihr beschäftigt, und trotzdem ist sie so unausgeglichen, um nicht zu sagen zickig. Bei dem kleinsten Anlass fängt sie an zu heulen und lässt sich schwer beruhigen! Ist das denn normal? Hat das was mit der Erfahrung in der Klinik zu tun? Dass sie vielleicht irgendwie das Gefühl hat, zu kurz zu kommen oder sowas? Wir dachten, dass es vielleicht mit Ende der 3-Monats-Koliken (die sie nicht wirklich dolle hatte) ein Ende nimmt, aber irgendwie ist keine Besserung eingetreten... Müssen wir mit diesem "Charakterzug" leben oder legt sich das doch irgendwann? Es ist ziemlich anstregend, den Alltag so zu gestalten, damit auch jaaaaa nix passiert, was Madame aus der Bahn werfen könnte! Ist sie einfach nur sensibel oder vielleicht zu verwöhnt??
Selbst bei der Verwandtschaft habe ich das Gefühl, als ob sie unsere Probleme nicht ernstnehmen und bestimmt denken, ich renne wegen jedem Pups zum Krümel, anstatt sie mal brüllen zu lassen. Aber das kann ich nicht.
Oder sollte ich doch? Mittlerweile bin ich so verunsichert, dass ich nicht mehr weiß, was ich tun soll.... Jedenfalls scheint ihr ja körperlich nichts zu fehlen. Und wenn schreien lassen, dann wie lange?
Was raten Sie mir??

*Liebe Grüsse*

Antwort vom 20.04.2009

Hallo, schreien lassen führt meines Erachtens bei einem so kleinem Kind nur dazu, dass es lernt wenn ich lang genug brülle passiert irgendwann das worum ich bitte. Ich finde es besser eher zügig auf das Kind zuzugehen und Präsenz zu zeigen. Zuviel Angebot im Schreien ist sicher aber eher verwirrend. Also aufnehmen, umhertragen, besingen und wiegen ist meines Meinung nach einfach zuviel. Nehmen Sie sie hoch und halten Sie sie, aber nicht alles auf einmal. Sie schreiben mehrfach von wiegen, dass Sie selbst als Schütteln bezeichnen, das ist zuviel. Schütteln kann für das kindliche Gehirn Folgen haben. Es sind eher die sanften Bewegungen die Kinder brauchen, quasi wie im Mutterleib.
Ich kann Ihnen empfehlen eine sogn. Schreibambulanz aufzusuchen und abklären zu lassen, ob diese Bezeichnung auf Ihr Kind zutrifft, wenn ja würden Sie dort sicher umfassende Hilfe und Anleitung bekommen. Es könnte auch helfen sie einem Osteopathen vorzustellen, einige dieser sogn. Schreikinder haben dort sehr wirkungsvolle Hilfe bekommen.

LG Judith

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