Themenbereich: Nachsorge

"Wie schädlich ist Abnehmen bis zum Ausgangsgewicht in der Stillzeit?"

Anonym

Frage vom 01.09.2009

Liebes Hebammenteam,
ich habe eine Frage zum Abnehmen während der Stillzeit: Ich habe während der Schwangerschaft von 57,3 auf 69,3 kg zugenommen. Seit der Geburt stille ich voll und habe nach der Geburt sehr schnell wieder abgenommen, allerdings ohne bewusst Diät zu halten. Ich habe mich bemüht, ausgewogen zu essen, allerdings auch nicht mehr gegessen, als ich Hunger hatte. Nach ca. 3 Wochen hatte ich dann schon fast mein Vorschwangerschaftsgewicht zurück, heute ist meine kleine fünf Wochen alt und ich bin ca. beim Ausgangsgewicht bzw. schon ein Kilo darunter. Jetzt habe ich gelesen, dass es sehr schädlich ist, in der Stillzeit zu schnell abzunehmen, da dadurch Schadstoffe in die Muttermilch gelangen und noch dazu, dass die meisten Schadstoffe in den ersten Wochen in die MuMi übergehen. Jetzt mache ich mir große Sorgen, dass ich meiner Kleinen geschadet habe und wäre über eine Einschätzung dazu dankbar. Wäre Abstillen in dieser Situation sinnvoll, oder ist es dafür jetzt eh schon "zu spät"? Welche (Langzeit)schäden kann meine Tochter denn von den Schadstoffen davongetragen haben?
Vielen Dank für Ihre Antwort!

Antwort vom 02.09.2009

Hallo, fettlösliche Schadstoffe lagern sich dort am meisten an, wo das Fett lange eingelagert ist. Das Abnehmen nach der Geburt ist zunächst einmal durch das Kind, vermehrte Wassereinlagerung und ein höheres Blutvolumen. Bei Ihrer Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist nicht davon auszugehen, dass überhaupt viel Fett angesetzt wurde. Bei der Gewichtsabnahme bis zum Ausgangsgewicht vor der Schwangerschaft (auch bei stärkerer Gewichtszunahme mit hohem Fettanteil) werden nur wenige Schadstoffe freigesetzt. Sie brauchen sich also keine Sorgen machen und es ist auf gar keinen Fall ein Grund abzustillen! Abgeraten wird davon eine Diät in der Stillzeit zu machen, insbesondere, wenn schon lange vor der Schwangerschaft Übergewicht bestand und es sich um eine Größenordnung von z.B. 20-30 kg. handelt. Echte Langzeitschäden sind mir auch da nicht bekannt. Bei den Schadstoffen handelt es sich um die "ganz normalen" Schadstoffe, die wir alle durch Luft und Nahrung aufnehmen. Die Konzentration in der Muttermilch hat sich deutlich verringert, seit bestimmte Pflanzenschutzmittel nicht mehr angewendet werden dürfen. Wenn Sie Bedenken wegen Schadstoffbelastung haben, dann ist als erstes daran zu denken auf Genussmittel zu verzichten (rauchen) und als nächstes die Hauptnahrungsmittel aus biologischem Anbau zu verwenden. Muttermilch ist die gesündeste Nahrung, die Sie Ihrem Kind geben können.

Alles Gute, Monika

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