Themenbereich: Kinderwunsch allgemein

"Uterogest nach Fehlgeburt?"

Anonym

Frage vom 12.10.2009

Hallo,
erst einmal ein großes Lob für diese informative Seite! Meine Frage: Ich hatte Ende Juli einen Abort in der 16. Woche aufgrund einer Infektion mit Amnioninfektionssyndrom und vorzeitigem Blasensprung. Die Schwangerschaft war von Anfang an etwas problematisch, da ich ab der 6. Woche immer wieder Blutungen und Ausfluss hatte. Vermutlich ist auch schon am Anfang ein Teil der Schwangerschaft vom Körper abgestoßen worden, der dann wochenlang am Muttermund sichtbar war und wie ein Polyp aussah. Da sich wie durch ein Wunder das Kind ganz normal entwickelt hat, ist meine Ärztin erstmal von einem Polypen ausgegangen, der regelmäßig beobachtet wurde. Leider musste ich im Juli dennoch unser Kind tot zur Welt bringen. Nach der Geburt wurde eine Ausschabung vorgenommen und es hat sich herausgestellt, dass der Polyp in Wirklichkeit ein Stück Eihaut war, das dann vermutlich zur Infektion geführt hat. Ich verstehe immer noch nicht, warum das Kind sich ganz normal entwickelt hat, obwohl am Muttermund dieses Stück Eihaut war. Man sagte mir nur, das wäre wohl "Pech" gewesen.
Der Verlust war für mich sehr schwer. Im Krankenhaus sagte man mir, wir sollten bis zu einer neuen Schwangerschaft drei Zyklen warten. DIe sind in ein paar Wochen vorbei, wobei meine letzte Blutung nur sehr kurz (ca. drei Tage) war. Die nächste Blutung steht noch bevor, danach könnten wir es rein rechnerisch (drei Zyklen) wieder versuchen. Beim letzten Mal wurde ich nach nur einem Versuch schwanger, daher kann es sein, dass es auch beim nächsen Mal nicht so lange dauernt wird. Einerseits möchte ich bald wieder schwanger werden, andererseits habe ich Angst, dass es vielleicht noch zu früh für meinen Körper ist. Eine erneute Fehlgeburt wäre für mich sehr schlimm, daher möchte ich nichts falsch machen.
Meine Ärztin hat mir die Möglichkeit eingeräumt, beim Ausbleiben der Regel Utrogest einzunehmen. Das hatte ich auch in der letzten Schwangerschaft aufgrund der Blutungen. Ich habe aber Angst, durch Gabe von Hormonen meinen Körper in der Hinsicht zu täuschen, dass er wieder bereit ist, obwohl er es gar nicht ist und ich dann vielleicht die Fehlgeburt wieder erst so spät habe. Hätte ich Utrogest nicht genommen, wäre mein Kind vielleicht schon eher abgestoßen worden. Andererseits wäre Utrogest vielleicht auch eine Hilfe zu verhindern, dass nochmal ein Teil der Schwangerschaft am Muttermund hängt und eine Infektion auslösen kann. Wie ist Ihre Einstellung zu Utrogest nach Spätabort und nur dreimonatiger Wartezeit? Ist es eher eine Hilfe oder sollte ich versuchen, was ohne Utrogest passiert?
Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe und weiter so!


Antwort vom 14.10.2009

Hallo,
das ist sehr schwer zu beantworten. Ohne viel nachzudenken würde ich sagen, dass ich es erstmal ohne alles versuchen würde. Was ich aber noch viel wichtiger finde, dass Sie sich wirklich bereit fühlen für eine neue Schwangerschaft. Sie klingen noch nicht so und das sollten Sie ernst nehmen. Die noch unregelmäßige Periode könnte auch ein Hinweiss des Körpers sein, dass er noch nicht soweit ist.Vielleicht brauchen Sie einfach noch ein bisschen Zeit für sich oder zum Abschiednehmen. Hat man Ihnen im Krankenhaus die Regenbogeninitiative genannt. Dies ist eine Selbsthilfeorganisation, die sich um sogn. verwaiste Eltern kümmert. Vielen Paare die ich begleitet habe, hat das sehr geholfen, mit Menschen zu sprechen, die ähnliches erlebt haben. Sie finden sie unter Regenbogen e.V. im Netz. Seien Sie behutsam mit sich und mit dem was Sie wagen. Alles Gute Judith

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