Themenbereich: Milchmenge

"Milchmangel nach Magen-Darm-Infektion der Mutter"

Anonym

Frage vom 22.11.2009

Liebes Hebammenteam,
ich habe eine Frage zur Milchproduktion: Mein Sohn ist 4,5 Monate alt und wurde bis zum 3. Monat voll gestillt. Seither bekommt er 4x am Tag die Brust, 2x die Flasche (Pre-Milch), weil ich nun Vormittags wieder arbeite und so ist es am einfachsten. Das hat auch bisher gut funktioniert, ich hatte immer viel Milch und er trinkt alles was man ihm anbietet (wiegt momentan 7kg bei 65cm).
Vor drei Tagen hatte ich nun aber Brechdurchfall und habe innerhalb weniger Stunden so viel Flüssigkeit verloren, dass ich Infusionen bekommen habe. Die Milchproduktion scheint dabei fast zum Stillstand gekommen zu sein, und obwohl ich trinke so viel ich kann und ihn oft anlege habe ich nicht das Gefühl, dass ich meinen Kleinen momentan richtig sättigen kann. Mein Mann will ihm einfach öfter die Flasche geben, aber meine Sorge ist dass dann die Milchproduktion nicht wieder richtig in Gang kommt.
Meine Frage daher: Regelt sich das automatisch wieder? Was kann ich tun, um die Produktion wieder anzukurbeln? Schadet es, wenn ich den Hunger meines Sohnes mit zusätzlicher Pre-Milch stille? Und ist es überhaupt normal, dass die Milchproduktion bei sowas plötzlich stoppt, oder ist es ein Zeichen dass die Milch ohnehin schon zur Neige gegangen wäre?
Danke schon mal für Eure Tipps!!
kd

Antwort vom 23.11.2009

Hallo!
Sie scheinen gerade ein paar richtig anstrengende Tage zu haben, aber Sie machen es genau richtig. Es ist toll und wichtig, wenn Sie Ihren Sohn weiter stillen, denn damit erhält er über die Muttermilch Antikörper gegen den Erreger, der Ihre Magen-Darm-Erkrankung ausgelöst hat. Bei Hunger wird Ihr Sohn die Pre-Milch brauchen, aber das häufige Anlegen ist das, was hilft und wird sicher wieder zu einem Anstieg der Milchmenge führen. Ja, es ist wirklich möglich, dass die Milchproduktion wie weggeblasen ist, wenn die Mutter unter einem so grossen Flüssigkeits- und Energieverlust leidet, wie Sie es hatten. Falls es nötig war, dass Sie bestimmte Medikamente nehmen mussten oder noch nehmen, ist es noch wichtig herauszufinden, ob diese einen negativen Einfluss auf die Milchmenge haben.
Ob die Milch ohnehin schon zur Neige gegangen ist, lässt sich damit nicht sagen. Damit sich die Menge wieder stabilisieren kann, brauchen Sie eine ausreichende und gute Nahrungszufuhr mit reichlich Kohlenhydraten. Damit ist es Ihrem Körper möglich, wieder Energie für die Produktion der Muttermilch zu stellen. Wenn Sie schon dazu in der Lage sind, wird eine lange geköchelte Hühnersuppe mit Gemüse (wie empfohlen nach der Geburt) Ihrem Körper helfen, die Verluste auszugleichen. Ausreichend Ruhe und Erholung mit Ihrem Kleinen im Bett (Wärme, Wärme, Wärme) sind ebenfalls ratsam.
Ich wünsche Ihnen Gute Besserung, Inken Hesse, Hebamme


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