Themenbereich: Baby-Alltag

"Häufiges Stillen, Milchmenge und ausreichend Schlaf"


Anonym

Frage vom 30.11.2009

Hallo,

meine Tochter ist jetzt 20einhalb Wochen alt und ich habe bisher voll gestillt. Einen Rhythmus hatten wir noch nie, ich habe sie teilweise jede halbe Stunde angelegt. Es gab mal einige Tage da kam sie nur alle 2-3 Stunden aber seit ca 6. Wochen will sie wieder alle 1-2 Stunden gestillt werden, auch Nachts. In der Annahme das es sich nur um einen Wachstumsschub handelte oder eventuell die Zähne habe ich sie einfach so oft angelegt wie sie wollte. Seit knapp 2 Wochen will sie nun sowohl tagsüber als auch nachts stündlich an die Brust, was langsam sehr an meiner Substanz nagt! Jetzt hatte ich am Wochenende einen Vorfall der mir sehr zu denken gibt: In der Nacht zum Sonntag wollte sie wieder jede Stunde gestillt werden, hat aber meine Brust nicht leer getrunken. Gegen 5Uhr früh musste ich abpumpen weil ich auf der linken Seite schon einen kleinen Milchstau hatte. Die 140 ml habe ich ihr direkt mit der Flasche gegeben (die Flasche hatte sie sonst immer verweigert) da hat sie dann ganz gierig 100ml ausgetrunken und 4 Stunden weitergeschlafen, was wir schon ewig nicht mehr hatten. Tagsüber hatte ich ihr dann wieder ein paar Fläschchen gegeben, auch mit Fertigmilch und sie hat sie auch anstandslos getrunken und in der darauffolgenden Nacht von 18Uhr bis 8 Uhr mit nur 3 kurzen Trinkpausen durchgeschlafen. Zuvor war sie nachts oft 2-3 Stunden wach. Ist es an der Zeit das Stillen zu beenden und ihr von nun an Fläschchen zu geben?
Sie trank bisher aber auch immer nur 100 ml, sehr gierig aber danach ging nix mehr rein. Ist sie das vielleicht noch vom Stillen gewöhnt das sie immer viele kleine Mahlzeiten zu sich genommen hat? Wird es jetzt erst mit der Zeit das sie mehr ml im Fläschchen schafft und dazwischen dann auch länger durchhält?

Sie ist auch sonst eher ein zierliches Mäuschen und schreit sehr viel, von Anfang an. Sie hatte dieses KISS-Syndrom was behandelt wurde und nun keine Probleme mehr macht. Aber sie schreit immer noch sehr viel. Das liegt wohl aber zum großen Teil daran das sie auch äußerst schlecht schläft ,vor allem tagsüber benötigt sie 1-2 Stunden bis sie in den Schlaf gefunden hat und wacht nach spätestens 30 Minuten wieder auf. Ausgeschlafen ist sie dann natürlich noch nicht, sie reibt sich die Äuglein und gähnt, aber anstann wieder einzuschlafen (ich streichle sie, hab sie auch oft auf dem Arm) wird sie nur noch muntrer, lacht und im gleichen Atemzug brüllt sie wieder. Nun denke ich das es zwischem dem Stillen und dem Schlafen einen Zusammenhang gibt.

Es sind viele Fragen auf einmal aber ich hoffe sehr das Sie mir helfen können. Ich möchte doch nur das meine Tochter endlich ein zufriedenes glückliches Baby wird.

Liebe Grüße,

Melanie

Antwort vom 02.12.2009

Hallo, Melanie!
Mehrere Gedanken könnten hilfreich sein: Je nach Stillvorgehen (zu schnelles Wechseln der Seiten, langsamer Milchspendereflex) erhalten Säuglinge bei nur kurzem Stillen nicht die „fettreichere, sprich sättigendere“ Hintermilch; bei Ihrem effektiven Abpumpen mischte sich vielleicht beides besser und Ihr Kind war deshalb länger zufrieden. Vielleicht hat Ihre Tochter zunehmend Hunger? Die Fertignahrungen haben ab Nummer 1 Stärke dabei, die im Magen nicht so schnell verdaut wird und auf gleiche Menge mehr Kalorien hat. Ausserdem wäre es das richtige Alter, ihr feste Nahrung anzubieten und nach den ersten Tagen Öl dem Gemüse beizugeben für ausreichend Kalorien und Sättigung. Manche Kinder brauchen lange Zeit kleine Mahlzeiten, weil ihr Verdauungssystem sonst überfordert ist, aber gerade mit ca. 6 Monaten verändert es sich langsam und sie können eine grössere Menge und auch feste Nahrung vertragen. Vielleicht ist sie bereit für diesen nächsten Entwicklungsschritt. Die Milchnahrung bleibt aber in den nächsten Monaten die wichtigste Energiequelle (entweder Stillen oder Fertignahrung), sie muss das „Löffeln“ erst lernen. Lassen Sie sich von Ihrer Wochenbetthebamme beraten.
Der Schlaf Ihres Kindes ist ein anderes Thema. Die Zeitdauer, bis sie tags in den Schlaf findet, hört sich sehr lange an. Alleine in den Schlaf zu finden ist aber für Kinder jedesmal eine kleine Zumutung. Das gemeinsame Hinlegen gibt Ihnen eine Pause und Ihrem Kind die nötige Nähe. Manche Kinder haben gerade im ersten Lebensjahr einen erholsamen Schlaf im Tuch oder einem Tragesack. Von aussen betrachtet kann eine Fachperson mit Ihnen rausfinden, welche Massnahmen eher störend sind und was besser hilft. Und von Mutter zu Mutter: je mehr wir wollen, dass unsere Säuglinge schlafen, desto mehr wehren die sich. Also Druck raus. Für Sie ist es sicher wichtig nach dieser sehr anspruchsvollen Zeit Entlastung zu erfahren und etwas für sich selbst zu tun! Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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