Themenbereich: Stillen allgemein

"Still-und Schlafverhalten"

Anonym

Frage vom 30.12.2009

Liebes Hebammenteam,

unser 4 Monate alter Sohn hat seit ca. 3 Wochen Ein- und Durchschlafprobleme. Zuvor ist er gut eingeschlafen und hat um 3 und 6 Uhr nachts gegessen. Jetzt schreit er sehr viel beim Einschlafen, oft schläft er nur in unserem Bett ein und wacht mehrmals (4-5 Mal) nachts auf. Zwischen 4 und 6 Uhr morgens findet er oft gar nicht mehr in den Schlaf, schläft ab 6 Uhr dann nochmals oft bis neun oder zehn. Laut unserem Wiege-Still-Protokoll müsste er genug zu trinken bekommen. Allerdings sind tagsüber die Trinkabstände oft zwischen 3-5 Stunden und nachts nur 2 Stunden. Ich habe den Eindruck, tagsüber ist alles andere "spannender" außer essen. Wie können wir zusammen einen Rhythmus finden? Wir haben von Anfang an ein Einschlafritual und auch einen rhythmisierten Tagesablauf. Tagsüber schläft unser Sohn meist zur Mittagszeit 2-3 Stunden (Spaziergang) am Stück. Meist ist er dann von 16.00-21.00 Uhr wach dazwischen liegen kleine Nickerchen, von ca. 15 Minuten Länge. Bringen wir ihn vielleicht zu spät ins Bett? Können wir am Essverhalten etwas ändern, ohne zusehr einzugreifen? Ich stille nach Bedarf und wollte dies zur Allergievorbeugung auch bis zum sechsten Monat weiterführen. Oder müssen wir früher zufüttern? Unser Sohn ist derzeit 6700g schwer und 65 cm groß. Vielen lieben Dank für Ihre Mühen, Ihre Emma

Antwort vom 31.12.2009

Hallo!
Das erste Jahr mit einem Baby ist schon sehr aufregend und leider nicht voraussehbar. Für mich hört sich das alles gut an, wie Sie das machen, und auch Ihr Sohn verhält sich („leider“) ganz normal. Ihre Einschätzung ist richtig, dass sich gerade im Alter von 3-4 Monaten die Säuglinge mehr für die Umgebung als für die Stillmahlzeiten interessieren. Diese Hinwendung zur Welt ist ein grosser Entwicklungsschritt, aber damit beginnt auch die Trennungsangst. Anstrengenderweise empfinden die Kinder es als Zumutung alleine einzuschlafen oder überhaupt alleine zu schlafen, denn auch das bedeutet immer wieder eine kleine Trennung. Vermitteln Sie ihm immer, dass Sie für ihn da sind, denn die Kinder brauchen die unbedingte Nähe und die Mama (oder eine enge Bezugsperson) als sicheren (Rückzugs-) Hafen. Vielleicht ist es noch ein Tipp, wenn Sie tagsüber Ihre Stillmahlzeiten als wirklich „stille“ Zeit gestalten an einem besonderen Platz, vielleicht abgedunkelt und evtl. mit leiser Musik, ein bisschen ritualisiert. Es sollte Sie aber nicht veranlassen abzustillen oder zuzufüttern, denn meist ist der Säugling vom Entwicklungsschub durcheinander und Sie brauchen einfach nur Geduld bis dieser Sprung wieder geschafft ist. Vom Stillen her (insbes. beim Stillen nach Bedarf) sind die Säuglinge dann plötzlich sehr eigenständig geworden und grenzen sich auch mehr ab. Eine tolle Fähigkeit. Vielleicht tut es Ihnen gut, immer wieder zu beobachten und aufzuschreiben, was Ihr Sohn neu dazugelernt hat. Damit sind seine Schübe verständlicher. Der allgemeine Tipp für die Nacht ist einfühlsam, aber konsequent zu vermitteln, dass Schlafenszeit und keine Spielzeit ist, falls Ihr Kind nachts zum Spielen aufgelegt ist. Ich empfehle Ihnen Vertrauen zu haben, dass auch diese anstrengende Zeit wieder vorrübergeht. Zur Einschätzung der Gewichtsentwicklung brauche ich mehr als nur einen Wert. Ansonsten sehe ich gar nicht, was Sie verändern sollten. Sorgen Sie gut für sich selbst! Mit den besten Wünschen für ein glückliches Neues Jahr, Inken Hesse, Hebamme

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