Themenbereich: Milchmenge

"Lange nächtliche Stillpause und weniger Milch am Abend"

Anonym

Frage vom 06.01.2010

Liebes Hebammenteam,

meine Tochter ist jetzt 4 1/2 Monate alt und wird voll gestillt. Seit ein paar Wochen schläft sie 8-11 Stunden Nachts ohne zu trinken. Dadurch habe ich Nachts und Morgends richtig volle Brüste, aber mein Körper scheint dann durch die nächtliche lange Pause die Milchmenge herunterzuschrauben so dass ich Nachmittags und vor allem Abends nicht mehr genug Milch habe. Die Kleine Maus will dann ständig trinken und sich wahrscheinlich den Bauch voll schlagen bevor es ins Bett geht aber das klappt nicht so recht. Seit ein paar Tagen gibt es jeden Abend Theater weil sie nicht so recht einschlafen kann vor Hunger(?). Ich lege dann nach nur einer Stunde nocheinmal an obwohl sie eigentlich einen 3 Stunden Rhytmus hat. Wie kann ich Abends die Milchmenge steigern? Oder deutet dies darauf hin dass ich zufüttern sollte? Sie nimmt weiterhin zu und ich wollte eigentlich bis ca. 6 Monate voll stillen. Vielen Dank für ihre Antwort,
mit freundlichen Grüßen,
J

Antwort vom 08.01.2010

Hallo!
Prinzipiell scheinen Sie ja eine beneidenswerte Nachruhe zu geniessen...
So wie Sie es beschreiben, kann es wirklich sein, dass die fehlende Entleerung und fehlende nächtliche Stimulation dem Körper Zeichen von weniger Bedarf gibt. Auf der anderen Seite machen Sie es genau richtig, gerade zu diesen Abendstunden gehäuft anzulegen. Das der Rhythmus sich ändert, geht zeitweise sowieso mit einem Wachstumsschub oder auch Entwicklungsschub (Verarbeitung an der Brust) einher. Wenn Ihre Tochter auf „ihrer persönlichen Wachstumslinie“ weiter zunimmt, braucht es Ihre abendliche Geduld, dass sich die Dinge schon wieder regeln. Hilfreich ist es ausserdem, weiterhin (oder wieder mehr!) Wert auf eigene, hochkalorische Ernährung zu achten und einen Mittagsschlaf einzubauen. Zuviel Aktion unter tags strengt immer noch an und führt zu mehr Müdigkeit und Stress am Abend. Es wird gut sein, vor dem Stillen die Brüste zu massieren (Stimulation), evtl. ein Stillöl mit zur Hilfe zu nehmen und Schultern und Nacken zu wärmen. So fliesst die Milch auch besser und Sie können sich besser entspannen! Bzgl. Ihrer nächtlich vollen Brüste kommt es darauf an, wie schmerzhaft und störend Sie sie empfinden. Jede Form von Entlastung (Ausstreichen, Pumpen, Kühlen) bringt Ihnen Erleichterung. Haben Sie ansonsten Ihre Tochter schon einmal „im Schlaf“ gestillt? Es entlastet Sie und Ihren Busen und versorgt Ihre Tochter. Es führt ansonsten zu einer zusätzlichen Stimulation, wenn Sie abpumpen, bevor Sie ins Bett gehen oder sogar nächtlich/ morgendlich abpumpen würden. Diese Milch könnten Sie Ihrer Tochter anbieten, falls Sie sich wegen des abendlichen Hungers unsicher sind. Bei einem 41/2 Monate altem Kind passiert so viel, dass es oft schwer einzuschätzen ist, ob es Entwicklungsschritte sind, die Unruhe und Schlafveränderungen reinbringen oder ob es der Hunger ist. Mit vielen Grüssen für noch eine tolle Stillzeit, Inken Hesse, Hebamme

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