Themenbereich: Babyernährung allgemein

"Seit ich arbeite, isst Tochter (8 Monate) so wenig"

Anonym

Frage vom 12.01.2010

Hallo,

meine Tochter ist seit 06.01.2010 acht Monate alt. Seit Anfang Januar gehe ich wieder arbeiten, mein Ehemann übernimmt die Elternzeit. Nun haben wir folgendes Problem: Frida ißt seit meinem ersten Arbeitstag tagsüber nur noch sehr wenig (30 ml Milch aus der Flasche - die Flasche kennt sie aber schon), 1 Gläschen Gemüsebrei, 1/2 Portion Getreide-Obstbrei (wenn ich ihn am Abend füttere). Sobald ich wieder zu Hause bin, stürzt sie sich quasi auf mich. Ich stille noch. Und so trinkt sie bis in den frühen Morgen z.T. stündlich, kommt gar nicht richtig zum schlafen und findet auch schlechter als sonst in den Schlaf (erscheint wie aufgekratzt sein/viele Gedanken im Kopf bei Erwachsenen). Ich komme immer 17:00 Uhr nach Hause und wir haben bis 20:00 Uhr gemeinsame Kuschel- & Spielzeit. Am Morgen haben wir ca. 15 Minuten Kuschelzeit und die Zeit gemeinsam, in der ich mich für die Arbeit zurecht mache.
WIr waren vor meinem Arbeitsbeginn gemeinsam im Urlaub, so dass der Papa mit Sicherheit bekannt ist. Sie nörgelt tagsüber viel herum, weint aber nicht, wenn ich morgens gehe. Wir nehmen an, die Ursache ist auch unzureichender Schlaf in der Nacht. Gibt es Tips/ Erfahrungen, wie man helfen kann, den Kindern die Umgewöhnung zu erleichtern?

Antwort vom 12.01.2010

Hallo!
Sie erzählen von einem häufigen Vorkommen, wenn eine stillende Mutter wieder erwerbstätig wird. Wenn ich es bildlich beschreiben sollte, würde ich sagen, dass Ihrer Tochter Ihre Abwesenheit regelrecht auf den Magen geschlagen ist. Das ist natürlich nicht als Vorwurfshaltung gegenüber Ihnen zu verstehen, sondern soll eine emotionale Zustandsbeschreibung Ihres Kindes sein. Ausserdem schreiben Sie recht passend, wie Sie sehen, dass Ihrem Kind (ebenso wie Ihnen wahrscheinlich = Spiegelung!) aufgekratzt viele Gedanken durch den Kopf gehen. Ihre Tochter hat sicher sehr viel zu verarbeiten, Ihnen am Abend „zu erzählen“ und braucht entsprechend den Trost und die Nähe von Ihnen in der (leider damit mühevolleren) Nacht. Ich hoffe, Sie könne im Liegen Stillen und dabei einfach weiterschlafen.
Toll, dass Sie sie noch stillen, denn das befriedigt ganz sicher die Bedürfnisse Ihres Kindes am Besten. Gestillte Kinder sind ausserdem nachweislich seltener krank als nichtgestillte.
Prinzipiell empfiehlt es sich, in einen rhythmischen, immer ähnlichen Ablauf der Tagesgestaltung zu kommen mit viel Körperkontakt. Das befriedigt das rituelle Bedürfnis der Kinder, sie können abschätzen, was wann passiert und fühlen sich daher sicherer. Gemeinsame Mahlzeiten erhöhen normalerweise den Hunger durch den „Geselligkeitswert“. Auch im Flüssigkeitsangebot kann Ihr Mann eine „vorbildliche Haltung“ einnehmen, indem er bewusst gemeinsames Trinken anbietet. Geben Sie also sich und Ihrem Kind noch Zeit (die insbesondere auch Ihr Mann braucht, um selbstbewusst alle Signale Ihres Kindes am Tag beantworten zu können)! Ich vermute, das sich damit auch der Appetit Ihres Kindes wieder einstellt. Gesunde Kinder hören nicht einfach auf zu Essen. Übrigens sind die nächtlichen Stillmengen an Kaloriengehalt nicht zu unterschätzen. Vielleicht ist es für Sie beide auch noch eine Option, dass Ihr Mann mit Ihrem Kind zum Stillen einmalig an Ihren Arbeitsplatz kommt. Bzgl. des Mutterschutzgesetzes ist das möglich.
Ich wünsche Ihnen weiterhin gutes Gelingen, bleiben Sie dran und haben Sie Zuversicht. Inken Hesse, Hebamme

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