Themenbereich: Stillprobleme

"Was tun bei wunden, schmerzenden Brustwarzen?"

Anonym

Frage vom 16.01.2010

Liebes Hebammenteam,

mein Kleiner ist jetzt 3 Wochen alt und genauso lange kämpfe ich mit schmerzenden Brustwarzen (sowohl im Krankenhaus als auch von meiner Nachsorgehebamme wurde das Stillen schon überprüft und ist wohl in Ordnung). Ich verändere bereits häufig die Stillposition, die Brustwarzen an der Luft trocknen, verwende Lanolin...aus der Sprechstunde werde ich jetzt noch die Tips mit den Schwarztee- oder Salbeiteebeuteln probieren. Nun zu meiner Frage: Mein Sohn kommt ca. alle 2 Stunden an die Brust, auch nachts. Wie kann ich diese Intervalle am besten verlängern? Er trinkt recht schnell ca. 7-8 Minuten und schläft dann unter Nuckeln mit ab und zu schlucken bald ein, will aber meistens wieder an die Brust, wenn ich ihn dann schon wegnehme. Er trinkt ca. 12- 15 Minuten an einer Brust und scheint danach satt. Wegen der schmerzenden Brustwarzen bin ich auch meistens froh, dass er nach einer Brust zufrieden ist. Wäre es besser, wenn er noch an der zweiten Brust trinkt? Sollte ich ihn schon nach 8 Minuten umlegen, damit er auch wirklich noch an der zweiten Brust trinkt oder ist das wegen der reichhaltigeren Milch schlecht? Kann ich durch das Geben von beiden Seiten die Trinkunterbrechung verlängern? Oder was wären anderen Tips, um die Pausen zu verlängern? Oder sollte ich ihm weiterhin nur eine Brust geben, um wunde Brustwarzen zu vermeiden? Hören die Brustwarzen irgendwann auf zu schmerzen oder ist das dauerhaft so? Er hat übrigens in der letzten Woche ca. ein halbes Kilo zugenommen, bekommt also definitiv genug Milch. Entschuldigen Sie die vielen Fragen. Über ein Antwort würde ich mich sehr freuen.

Antwort vom 18.01.2010

Hallo!
In erster Linie hört sich die Beschreibung zum Stillverhalten, die Länge und die Häufigkeit der Mahlzeiten sowie sein (grosses) zunehmendes Gewicht gut und normal an. Ihr Kind scheint schon sehr effektiv an der zu Brust trinken und ich würde ihn genau so nach Bedarf mit seinem eigenständigen Ablösen weiter trinken lassen. Natürlich können Sie versuchen, ihm beide Seite anzubieten, aber wenn Ihr Kind erstmal satt ist, werden Sie ihn kaum zu mehr Milch „überreden“ können. Falls es das Nuckeln ist, was es insbes. schmerzhaft werden lässt, macht es sicher Sinn, ihn dafür abzulösen (auch, wenn es, wie Sie schön beschreiben, auch effektiv ist!). Prinzipiell ist es sinnvoller, lieber häufig und lieber kürzer zu stillen statt lange mit grösseren Pausen, deshalb würde ich Ihnen das Verlängern der Invervalle gar nicht empfehlen. Ziemlich sicher braucht Ihr Kind diese Häufigkeit an Mahlzeiten, insbes. bezogen auf sein Alter.
Aber natürlich sollte das Stillen nicht bleibend schmerzhaft sein. Neben dem Wechsel der Stillpositionen (auch während einer Stillmahlzeit), dem richtigen und guten Abstützen! des Kindes und der Brust hilft es, vor dem Anlegen durch Massage den Milchfluss in Gang zu bringen. Auch eine kreisende Punktmassage der Brustwarzen fördert die Durchblutung und das Wohlbefinden. Eine gewisse Empfindlichkeit kann noch einige Zeit anhalten; viele Frauen empfinden Produkte wie MultiMom, mothermates oder das hydrogel von medela als angenehmen „Schutz und Pflege“ für die Brustwarzen zwischen den Mahlzeiten. Aber auch Heilwolle auf den Brustwarzen kann helfen und insbes. der regelmäßige Wechsel von Stilleinlagen ist notwendig. Je nachdem, wo und wie eine konkrete Wunde an der Brustwarze aussieht, lässt sich genauer darauf schliessen, worin der Grund liegt. Manche Wunde heilt erst, wenn Entlastung durch eine Stillpause (24 Stunden) mit Ausstreichen oder Abpumpen der Milch möglich ist.

Brusthütchen sind selten eine gute Idee, verschlimmern meist das Problem und brauchen ausserdem intensive Begleitung durch eine Fachperson. Vielen Müttern „schiesst“ auch eine Verspannung im Rücken oder Rückenschmerzen in die Brustwarze, lässt sie ausserdem ungünstig verspannt sitzen und damit gewisse Zerrungen an der Brust oder Fehlbelastungen verursachen. Rückenmassagen und ruhiger, konzentrierter Atem o.a. sind oft hilfreich.

Wenn die Brustwarze nach dem Stillen verformt oder auch weiss oder hellrot verfärbt ist und auch zwischen den Mahlzeiten schmerzt, hat es noch andere Gründe wie z.B. sog. Vasospasmen, sprich „Verengungen der Gefässe in der Brustwarze“. Diese sind sehr schmerzhaft und dafür braucht es ein genaues Hinterfragen einer Fachperson, um diese zu behandeln (Schwarzteeauflagen verschlimmern das häufig). Lassen Sie sich weiter begleiten durch eine Hebamme oder Stillberaterin.
Ich wünsche Ihnen eine unbeschwerte Stillzeit, Inken Hesse, Hebamme

24
Kommentare zu "Was tun bei wunden, schmerzenden Brustwarzen?"
Anonym
Kommentar vom 24.01.2010 21:07
schmerzende Brustwarzen
gegen schmerzende brustwarzen hilft folgendes:
nach dem stillen ein paar tropfen muttermilch mit einem leichten druck aus der brustwarze herausdrücken, auf der brustwarze verteilen und anschließend kurz antrocknen lassen. meinen rissigen und schmerzenden brustwarzen hat nur das geholfen.

Kommentar verfassen Alle Kommentare anzeigen


Das könnte dich auch interessieren:


Frag das babyclub.de Hebammenteam!
Jetzt kostenlos persönliche Frage stellen: