Themenbereich: Schlafen

"Schreiphasen am Tag und Ruhe in der Nacht"

Anonym

Frage vom 02.02.2010

Liebe Hebammen,

ich brauche Ihre Erfahrung im Umgang mit Neugeborenen.

Ich bin das 1. mal Mutter habe somit keine Erfahrung mit Säuglingen nur das was man von Bekannten hört oder in Lektüren liest.

Ich bin seit 3 Wochen Mutter und seit letzter Woche schreit mein Mädchen plötzlich tagsüber sobald sie wach ist und ich weiß einfach nicht was sie plagt und es tut mir natürlilch weh nicht die Zeichen deuten zu können.

Es ist ein regelrechtes Brüllen was sich aber nicht unterscheidet und ich klappere dann immer ab:
-Hunger - einfach festzustellen
-nasse oder volle Windeln - einfach festzustellen
- Bauchweh - manchmal einfach manchmal schwierig
-restliche Gründe - sehr schwierig

Mein Baby ist ein temperamentvolles Baby d.h. es gibt kein Strinrunzeln oder unglückliches Gesicht, sie fängt sofort an zu brüllen wie am Spieß und steigert sich immer mehr rein. Der Kopf ist hochrot, die Arme und Beine wackeln unkontrolliert und sie kriegt eine regelrechte Schnappatmung. Es gibt dann mehrere Möglichkeiten sie zu beruhigen - pucken, Fliegergriff, Manduca oder auf die Brust legen - bis sie dann zur Ruhe kommt und einschläft. Auch nach dem Stillen ist sie nicht zufrieden sondern ist gleich wieder am Meckern. Die ersten beiden Wochen war das gar nicht der Fall, da hatte sie einen Brüllanfall meistens gegen Abend und das wars. Tagsüber war sie ein Engel auch wenn sie wach war und war immer in unserer Nähe - auch heute noch.

Charakteristisch ist aber dass die Nächte sehr friedlich sind, d.h. hier hat sie auch mal eine Wachphase aber ist einfach wach, bewegt die Ärmchen und Beinchen und ist zufrieden. Auch wickel ich sie nachts und stille natürlich - alle 2-3 Stunden und danach schläft sie meistens ein.

Das ist es was mich so wundert, normalerweise sind doch Schreiphasen über 24 Stunden verteilt, bei ihr kann man aber wirklich sagen dass sobald sie drüben bei uns im Schlafzimmer ist und es dunkel ist ( nur ein kleines schwaches Nachtlicht ist an ) sie wie einen Schalter umlegt.

Können Sie mir sagen an was es liegt u. ob man eben wegen der Tag/Nachtphasen sagen kann warum sie tagsüber so brüllt und nachts eben gar nicht?
Bauchweh hat man z.B. immer oder Koliken deshalb wundert es uns so und wir denken hätte sie das, hätte sie das immer tageszeituabhängig...

Es fängt immer um ca. 10 Uhr an - die 1. Wachphase ist sie noch friedlich nach dem Aufwachen danach geht es los bis in den Abend - natürlich schläft sie auch mal nach dem Stillen ein - aber in jeder Wachphase brüllt sie quasi am Tag.

Danke für Ihre Antworten,

Antwort vom 04.02.2010

Hallo!

Sie beobachten und nehmen sehr gut wahr, was so mit ihrer kleinen Tochter passiert und wissen auch schon viele Lösungsmöglichkeiten. Viele Kinder haben noch gar kein Empfinden, was einen Tag- und Nachtrhythmus angeht. Es fällt folgendes auf: die Stille der Nacht und die Dunkelheit scheint genau das zu sein, was Ihrer Tochter gut tut. Der Tag allerdings fällt ihr anscheinend schwerer. Möglicherweise kann sie sich noch nicht so gut selbst regulieren und anpassen. Manche Kinder nehmen mit ihren Sinnen alles intensiv auf, reagieren sehr schnell und heftig darauf ohne viel eigene Möglichkeiten, sich selbst zu beruhigen. Diese Kinder sind besonders auf die Unterstützung und Hilfe ihrer Eltern angewiesen. Es wird deshalb gut sein, Ihr Kind weiter intensiv zu beobachten, um herauszufinden, welche Reize und Situationen Ihre Tochter evtl. überfordern und was sie wann braucht an regulierenden Massnahmen (z.B. zu viel unterwegs, ständig Besuch, angeschaltete Musik, Fernseher, Computer, eigene körperliche Unruhe, Licht, Spielzeug etc.). Manche Kinder sind noch lange unruhig und „nicht in ihrer Mitte“, wenn Sie beide eine mühsame, belastete Schwangerschaft und/oder auch Geburt hinter sich haben. Dann hilft insbesondere ein Gespräch und die Unterstützung einer Fachperson. Ich empfehle Ihnen mit Ihrer Nachsorgehebamme gemeinsam die Signale Ihres Kindes zu deuten und Lösungen zu suchen (die Beruhigungsmassnahmen durchgehen, sie sehr langsam ausführen, Körperkontakt und Stimme wirken lassen etc..). Vielfach geht es auch darum, die ganz frühen, feinsten Signale vor dem „Ausbruch“ sehen zu lernen. Vielleicht hat Ihr Kind aber auch nur eine unruhige Phase, insbesondere, wenn Sie sich beide noch daheim zusammen einspielen müssen. Das braucht dann insgesamt Zeit und Geduld. Ich wünsche Ihnen alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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