Themenbereich: Abstillen

"Abstillen eines 18 Monate alten Kindes"

Anonym

Frage vom 27.02.2010

Hallo,

ich stille nun meinen Sohn seit genau 18 Monaten. Als ich ihn mit 15 Monaten abstillen wollte, wurde er schwer krank, seitdem folgte eine Infektion der nächsten. Nun ist er infektfrei und ehrlich gestanden bin ich ziemlich ausgepowert und energielos. Da ich noch ein zweites Kind habe und die vergangenen Monate mir sehr sehr viel Kraft gekostet haben, muß ich jetzt endgültig abstillen, da ich im Moment nicht nur ein schwaches Nervenkostüm, sondern auch ein schwaches Immunsystem habe.

Mein Sohn wird noch einmal pro Tag nachmittags und desöfteren nachts gestillt. Er ist ganz "wild" auf die Brust und ich weiss, dass es schwierig werden wird, ihn abzustillen. Können Sie mir ein paar hilfreiche Tipps geben, wie ich am besten (und schnellsten) abstillen kann und wie ich dies für meinen Sohn am erträglichsten gestalten kann?

Danke für Ihre Hilfe im voraus!
Liebe Grüsse,

Antwort vom 01.03.2010

Hallo!
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alle Tipps zum Abstillen nur dann funktionieren, wenn folgende Voraussetzungen bedacht wurden: Sie als Mutter müssen ganz fest davon überzeugt sein, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist und es auch wirklich konsequent durchziehen. Unsere Kinder haben immer eine sehr sensible Antenne für die Dinge, deren wir uns nicht sicher sind. Sie müssen sehr klar in all Ihren Handlungen sein. Vorher ist es meistens nötig darüber nachzudenken, was Sie bisher vom Abstillen abgehalten hat. Das ist wichtig, um ganz genau zu wissen, was danach kommt, was Sie nach dem Abstillen machen; z.B. wie stillen Sie dann seine Bedürfnisse, wie beantworten Sie seine Signale, wie geht es Ihnen dann (denn das Ziel abzustillen ist dennoch oft ein ambivalentes Gefühl und das ist normal) etc.. Oftmals spürt eine Mutter, dass ihr Kind einen guten Grund hat noch weiter zu Stillen (nicht immer, aber manchmal wirklich auch noch mit 18 Monaten). Auch diesen Gedanken gilt es anzudenken. Meistens ist es sehr wichtig, den Partner zur Unterstützung ins Boot zu holen. Es macht Sinn, sich gut miteinander abzusprechen, dass er in den typischen Stillsituationen zuständig ist. Denn Ihr Sohn braucht eine Art Ersatz für diese engen, körperlichen Momente; und er muss natürlich das Gefühl haben, dass Mami ihn deshalb nicht weniger liebt. Bei manchen Kindern ist es schon möglich, kindliches Verständnis und Mitgefühl hervorzurufen. Manche Mütter, die einfach ein Pflaster über beide Brustwarzen kleben und damit signalisieren, dass ihnen etwas schmerzt („Aua“ haben...) und sie deshalb unmöglich stillen können, schaffen es damit oder einem ähnlichen Vorgehen. Pflästerchen und Wehwehchen sind Kleinkindern ja nicht unbekannt. Manchmal unterstützt eine Geschichte Ihr Vorhaben, aber bei allen Vorgehen braucht es Ihre Konsequenz und das Signal an Ihr Kind, dass es ganz genau so weiter geliebt wird. Und noch eine Erfahrung: manche Kinder brauchen das Signal zum Aufhören von der Mutter. Und ansonsten gibt es sie ganz oft: die Kinder, die einfach „ganz wild“ auf die Brust sind. Vielleicht hilft Ihnen noch die Kontaktaufnahme zu einer erfahrenen Stillberaterin, einer Beraterin der LaLecheLiga oder Afs vor Ort.

Ich wünsche Ihnen alles Gute,
Inken Hesse, Hebamme

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