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"Wann mit B(r)eikost beginnen?"

Anonym

Frage vom 05.03.2010

hallo.meine zwillinge sind am 1.9.2009 in der 30.ssw geboren.hab bis jetzt voll gestillt.hab nun die empfindung das sie nicht mehr satt werden weil sie auch in der nacht wieder alle 3 stunden hunger haben wo sie schon 5h geschlafen hatten.sollte ich mit beikost beginnen oder zusätzlich milchnahrung anbieten?

Antwort vom 07.03.2010

Hallo!
Hochachtung erst einmal für Ihre tolle Leistung, Ihre Zwei so lange zu stillen nach einem so frühen Start. Wenn ich richtig rechne, sind Ihre Beiden jetzt schon über sechs Monate alt. Säuglinge geben Signale, ob sie auch bereit sind für B(r)eikost, sprich feste Kost. Die körperlichen Zeichen beziehen sich z.B. darauf, ob ein Kind in unterstützter aufrechter Haltung eine gute, selbständige Kopfkontrolle hat. Um feste Kost überhaupt schlucken zu können, muss der sog. Zungenstreckreflex vermindert sein. Das ist eine Schutzfunktion, wo die Zunge alles Feste ständig auf dem Mund wieder herausschiebt. Das merken Sie natürlich nur dann, wenn ein Kind bei einem Löffelersuch auch den Mund öffnet, den Brei mit der Zunge aufnimmt und ihn schluckt. Viele Kinder beginnen am Familientisch Kaubewegungen zu machen, wenn die Eltern beim Essen sind. Vom „Lernprozess“ her sehen Säuglinge die Eltern beim Essen, verfolgen sie neugierig und gebannt mit den Augen, greifen auch zu der Nahrung, wollen mit der Nahrung, mit Löffeln und anderen Gegenständen spielen und führen diese zum Mund. Sie zeigen ansonsten auch deutlich ihre Sättigung durch Verweigerung.Das sind häufig die Zeichen, dass sie bereit sind für die nächste Erfahrung, sprich das „Löffeln lernen“. Und zu guter Letzt brauchen Säuglinge auch mehr, wenn Sie trotz vermehrtem! Anlegen an der Brust nicht mehr satt werden (und es nicht das Zahnen, Kranksein, Veränderungen, Entwicklungsschritte o.a. ist, dass sie häufiger stillen lässt). Wenn Sie das an Ihren Kindern entdecken (je nachdem, wie weit diese mit der Frühgeburt aufgeholt haben), ist es der richtige Zeitpunkt Beikost anzubieten. Falls Ihre Kinder dieses Interesse noch gar nicht zeigen und auch der ein oder andere Versuch gescheitert ist, gilt es noch abzuwarten und bei Bedarf (z.B. nehmen nicht mehr gem. ihres Alters und gem. der Frühgeborenenentwicklung zu) eine andere Milchnahrung anzubieten. Erneute Versuche mit der Beikost können Sie dann nach einiger Zeit (einigen Tagen, im Wochenrhythmus o.ä) einfach nochmals starten. Manchmal verändern sich die Dinge innert einer Woche. Mit Einführung der B(r)eikost gilt die deutliche Empfehlung weiter zu Stillen. Die Muttermilch ist nach wie vor die Hauptkalorien- und Eiweissquelle und behält ihren Wert mit den nützlichen Verdauungsenzymen (auch zur besserer Aufnahme von Eisen), den Vitaminen (auch Vit. C) und vielen wertvollen Mineralstoffen. Das bedeutet, dass Sie erstens gar nicht auf eine künstliche Säuglingsnahrung und somit auch nicht auf irgendeine Saugerflasche umsteigen müssen. Der erste Brei wird häufig erst löffelchenweise (sprich geringe Mengen) geschafft, darum ist es sinnvoll vorher oder nachher zu stillen. Damit erhalten Ihre Kinder auch die nötige Flüssigkeit. Sie haben übrigens Anspruch auf eine Beratung Ihrer Hebamme oder einer Stillberaterin in der ganzen Stillzeit und natürlich auch zur Einführung der Beikost. Da können Sie dann persönlich alle Fragen klären und miteinander rausfinden, wie weit Ihre Zwei sind. Ich wünsche Ihnen einen tollen Start in die nächste Entwicklungsphase, Inken Hesse, Hebamme


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