Themenbereich: Schlafen

"Tag- und Nachtschlaf eines Säuglings"

Anonym

Frage vom 28.03.2010

liebes sprechstundenteam,

ich bin das erste mal mutter und kenne auch keine mütter die schon länger kinder haben, meine nachsorge-hebamme ist leider auch keine mutter und noch jünger. ich habe auch einiges an büchern zuhause, doch leider muss ich sagen gibt es mittlerweile soviel lektüre die teilweise gegensätzliche dinge aussagen sodaß ich verunsichert bin und auch keine intuition habe -deshalb frage ich sie aufgrund der erfahrung die sie gemacht haben. meine fragen beziehen sich auf das thema schlafen.

meine 1.frage :- also mein kleiner ( 10 wochen ) schläft ca. von 20.30, 21 uhr bis 5.30 - manchmal 6 uhr -mit den üblichen stillmahlzeiten in der nacht ( 2-3 ) die aber sehr ruhig ablaufen, d.h. das baby schreit nicht oder quengelt wenn es
aus hunger aufwacht - gar nichts. auch schläft er abends ohne probleme alleine ein - alleine einschlafen heißt in dem falle ohne schreien, weinen oder theater- ich liege aber nebendran und verlasse nicht das zimmer, er weiß mich also neben sich -wir haben einen babybalkon am elternbett. also ich mache das licht aus und schlafe quasi mit ein. manchmal wenn ich vorher gestillt habe schläft er auf meiner brust ein wenn er abgedockt hat
und ich lege ihn in sein beibett oder er ist wach und ich lege ihn hin - in beiden fällen schläft er aber nach einigen minuten. das macht er alles ganz toll, auch nachts wie gesagt.
einzig was noch etwas störend ist, ist die zeit wann er morgens aufwacht , er schafft es nicht noch eine stunde länger zu schlafen bis ca. 7 uhr. er ist dann so aktiv - er lacht alles an, uns, sein bett, die
stofftiere etc. was sehr schön ist und wir legen ihn in unsere mitte - das geht dann eine stunde oder anderthalb stunden so, manchmal je nachdem kommt nochmal der hunger u. ich stille und dann schläft er
quasi meist um 7.30 spätestens 8 uhr wieder ein für eine stunde. später am vormittag dann nochmal. die frage ist nun ob man diese stunde nicht an den nachtschlaf anknpüfen kann oder ist das zuviel verlangt?in beschriebenen lektüren steht einmal man soll die kinder am tag wachhalten damit sie am abend bzw. in der nacht schlafen weil jeder mensch ein bestimmtes schlafpensum hat. in einer anderen lektüre steht genau das gegenteil nämlich dass man auf keinen fall ein kind wecken soll weil es den schlaf braucht, es muss sich quasi alleine auf den tag und nachtrhythmus einstellen ( mit den üblichen ritualen als hilfestellung z.b. nachts kein licht etc. ) aber ansonsten wird das kind dann irgendwann alleine den tagschlaf auf die nacht verlegen bzw. ist dann irgendwann am tag länger wach. welche aussage ist denn ihrer meinung nach richtig? nachhelfen, also wachhalten oder den dingen ihren lauf lassen? er ist erst 10 wochen alt, die frage ist auch ob in erster lektüre gemeint war dass man das später macht mit dem nachhelfen wenn z.b. noch kein rhythmus in sicht ist.

die 2. frage : der abend bzw,. nachtschlaf klappt ja - d.h. ich kann ihn hinlegen und er schläft ein. tagsüber klappt das so gar nicht, wenn ich sehe er reibt sich die augen,ist also offensichtlich müde und versuche ihn in den stubenwagen zu legen den wir auch noch haben - schreit er - ich kann ihn nicht beruhigen. nehme ich ihn hoch schläft er auf dem arm ein. wenn er dann fest schläft kann ich ihn dann erst ablegen.gibt es denn einen grund warum das abends klappt aber tagsüber nicht? hab schon alles probiert, trösten im stubenwagen usw. nichts hilft. ich habe angst ihn in sein bett zu legen, also tagsüber, weil ich ihn damit vielleicht verwirre - ist es doch sein "nachtbett" wo er keine probleme macht. ich habe angst dass dann der abend/nacht auch problematisch wird weil er dann was negatives ( tagschlaf ) damit assoziiert. braucht er vielleicht die nähe am tag weil er nachts ja quasi den schlaf "alleine" bewältigt? wie kann man den tagschlaf langsam üben?
weiterhin die 3. frage zum tagschlaf: hier gibt es keinen rhythmus - manchmal schläft er um 9 uhr, dann mal um 11 usw. auch hier wieder verschiedene aussagen in lektüren: baby zu festen zeiten hinlegen oder schlafen nach bedarf am tag bis es sich einpendelt und sich eine bestimmte tageszeit herauskristallisiert?

die letzte frage bezieht sich auf das wirkliche alleine schlafen - also abends bleibe ich ja im bett und schlafe mit weil ich so müde bin. würde demnächst aber für mich gerne mal wieder ins wohnzimmer um noch einige zeit mit meinem partner zu verbringen und dann erst später mit ihm rüber ins bett zum baby zu gehen um selbst zu schlafen . einmal lese ich dass babys schon am anfang lernen müssen alleine einzuschlafen und man soll das zimmer verlassen solange sie noch wach sind, woanders steht dann dass babys erst ab 6 monaten verstehen mama ist da nur im anderen zimmer u. man soll sich am anfang lieber rausschleichen wenn sie eingeschlafen sind da man ja später zurückgeht (gilt für babys die im elternschlafzimmer schlafen ). auch hier die frage was ist richtig? und auch hier die angst den nachtschlaf zu gefährden wenn ich es einfach probiere weil er dann auch den nachtschlaf negativ wertet wenn ich plötzlich rausgehe am anfang. oder muss man einfach probieren und dann dinge einmal angefangen durchziehen auch wenn es am anfang mit sicherheit probleme gibt? wie gesagt ich weiß einfach nicht was richtig ist und hoffe sie können mir helfen.

danke und viele grüße

Antwort vom 29.03.2010

Hallo!
Ich möchte Ihnen zustimmen und bestätigen, dass der Nachtschlaf Ihres Kindes gerade super läuft und Sie beide so auf eine gute Menge Nachtschlaf kommen. Wenn Sie bisher mit Ihrem Kind ins Bett gegangen sind, war das sicher auch für Sie eine sehr erholsame, wichtige Massnahme. Ich kann aber verstehen, wenn Sie langsam das Bedürfnis haben, ein bisschen abendliche Gemeinsamkeit einkehren zu lassen, und das ist auch wichtig für ein Elternpaar. Die Erfahrung zeigt, dass das „Hinausschleichen“ häufig dann funktioniert, wenn Sie als Mutter fest davon überzeugt sind, dass es 1. klappen wird und 2. Ihrem Kind vermitteln, dass alles so in Ordnung ist. Das wiederrum bedeutet, weiter umgehend seine Signale und Bedürfnisse liebevoll zu beantworten, um sein Vertrauen in Mama`s und Papa`s Verhalten zu stärken. Falls Ihr Kind alleine in seinem Bettchen einschläft, ist das eine hilfreiche Sache, aber nicht in dem Alter zu erwarten. Alleine einschlafen zu müssen bedeutet eine Trennung und damit immer wieder eine kleine Zumutung. Zum morgendlichen Aufwachen Ihres Kindes: jedes Kind hat ein individuelles Pensum an Schlaf und bei manchen ist die Nacht früher zu Ende als manche „elterlichen Längerschläfer“ es sich wünschen. Bitte stellen Sie sich kurz vor, jemand würde Sie im Bett halten wollen und zwingen, wieder einzuschlafen, wo Sie doch putzmunter sind und voller Elan für den Tag. Das schafft leider viel Frust auf allen Seiten; wenn Ihr Kind ansonsten so zufrieden und aufgeschlossen ist, dann geniessen Sie es lieber und können ansonsten mit Ihrem Partner absprechen, wer wann weiterschlafen darf und wer zuständig ist. Je nach Temperament des Kindes steht die Chance aber gut, dass es sich dem elterlichen Rhythmus angleicht. Bis dahin braucht es für Sie das Nachholen Ihres Schlafes. Der Tagschlaf eines Säuglings ist nicht ganz so leicht in einem Rhythmus zu bringen. Viel Tragen, Zeiten an der frischen Luft und immer wieder gleiche Tagesabläufe helfen Ihrem Kind sich zurecht zu finden. Das gilt eigentlich auch für das Nutzen des Bettchens. Ich kann Ihre Unsicherheit verstehen, diesen bisher positiven Ort für Ihr Kind nicht gefährden zu wollen, aber ich glaube dennoch, dass Sie es ausprobieren sollten. Gleichzeitig möchte ich Sie ermutigen, sich z.B. einen Stilltreff (z.B. unter den Stichworten LaLecheLiga oder afs, vielleicht bietet eine Hebamme einen Stilltreff an o.a.) und/oder eine Krabbelgruppe in Ihrer Umgebung zu suchen. Mit einem ersten Kind ist es wichtig rauszukommen, Kontakte aufzubauen, schon früh Spielkameraden für das eigene Kind zu suchen und sich mit anderen Müttern auszutauschen. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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