Themenbereich: Stillrhythmus

"nächtliche Wachphasen, häufiges Stillen"

Anonym

Frage vom 11.04.2010

liebe hebammensprechstunde,

ich hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt.

meine tochter (11 monate, frühgeburt, kaiserschnitt) schläft nicht von alleine ein. die ersten monate ist sie nur eingeschlafen, wenn wir sie getragen haben. es wurde KISS diagnostiziert und nach der behandlung schlief sie immerhin auf unserem bauch ein. wir singen und schaukeln ein wenig und innerhalb von ein paar minuten schläft sie und wir legen sie in ihr bett. leider nicht lange!!!! spätestens nach drei stunden wird sie wach und will gestillt werden. diesen rhythmus haben wir die ganze nacht, sodass ich seit knapp einem jahr nicht mehr als drei stunden am stück geschlafen habe. nach dem ersten stillen bleibt sie dann auch im ehebett. oft ist sie nach einem stillen in der nacht für 1-2 stunden hellwach. sie turnt und ist quietschvergnügt. in ihr bett kann ich sie nicht legen, weil sie dort nur schreit und sich am gitter hochzieht.
der kinderarzt meinte, dass wir sie schreien lassen sollen und nicht mehr stillen sollen. erstens möchte ich sie nicht ewig schreien lassen und vom nächtlichen stillen kommen wir auch nicht weg, weil sie nicht eher ruhe gibt, bis sie an der brust ist.

was können wir denn machen? wir waren schon beim osteopathen und nehmen seit ein paar tagen bachblüten, in der hoffnung, dass sie mal länger als 3 stunden schläft. ich habe auch nichts dagegen, wenn ich sie einmal in der nacht stille, aber bitte nicht alle 2-3 stunden.

sie ist ein sehr lebendiges und aktives baby. sie kann nicht einfach stillsitzen oder nur daliegen. sie ist nachs auch sehr unruhig, dreht sich von links nach rechts und wieder zurück. verliert ihren nuckel, wird davon wieer wach....wie gesagt, nur die brust kann sie nachts beruhigen. ansonsten stille ich nur noch morgens und abends.

unser tagesablauf ist auch immer identisch. es gibt feste ess- und schlafenszeiten.
was kann ich tun?

vielen dank für eure hilfe

Antwort vom 13.04.2010

Hallo!
Das schnelle Einschlafen Ihres Kindes am Abend bleibt, trotz der Sorgen die Sie haben, eine schöne Tatsache. Die häufigen Stillmahlzeiten in der Nacht sind nicht ungewöhnlich für Stillkinder; wenn Sie darunter leiden, braucht es dringend Entlastung und Mithilfe Ihres Partners. Er muss fest entschlossen sein, dass auch er sein Kind beruhigen kann und nicht nur die Mutterbrust. Damit sein Vertrauen in die Begleitung wachsen kann, ist es hilfreich, dass er auch sonst immer wieder seine Zuständigkeiten für Ihr Kind inne hat. Vielleicht ist es nützlich, einen Plan gemeinsam zu entwerfen, der Ihre Rollen in der Nachtbegleitung klar aufteilt. Wenn Ihr Kind wirklich in der Nacht eine sehr wache Phase hat, ist das eher ungewöhnlich. Damit ein Kind nicht aufgefordert ist zu denken, dass es jetzt spielen kann etc., ist es wichtig jede Form von Stimulation zu vermeiden. Ist sie zur immer gleichen Zeit wach? Weckt sie vielleicht ein äusseres Geschehen (Zug etc.?) Ist es ihre Geburtszeit? Von Ihrer gemeinsamen Geschichte her (Frühgeburt, Kaiserschnitt) und der Unruhe Ihres Kindes „ruft“ alles förmlich nach Enge und Begrenzung. Enge im Sinne von sich spüren, anstossen, sich selber fühlen. Viele Kinder erhalten genau das durch viel Getragen und viel massiert werden. Das Massieren eines Kindes kann ja weit über die Säuglingszeit hinausgehen und hilfreich sein. Viele Verspannungen etc. können gelöst und Unruhe gelenkt werden. Begrenzung beinhaltet auch die Erziehung. Das Alter Ihres Kindes bedingt, dass sie alters- und entwicklungsentsprechende Grenzen braucht –massgeblich tagsüber! Hoffentlich konnte ich Ihnen einige Tipps geben, alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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