Themenbereich: Schlafen

"körperliche Unruhe nachts und ständiges Aufwachen"

Anonym

Frage vom 12.04.2010

Hallo,
meine Tochter ist jetzt 7,5 Monate und seit ca einem Monat haben wir massive Schlafprobleme.
Ich muss kurz etwas ausholen, um die gesamte Situation zu erklären. In den ersten 6 Wochen war sie ein richtiges Schreibaby und hatte starke Probleme mit den 3-Monatskoliken. Sie schlief wenig und fuchtelte immer mit ihren Ärmechen herum und weckte sich selbst wieder. Wir puckten sie dann zum Schlafen und siehe da, ab der 7-8.Woche schlief sie durch, manchmal 12 Stunden am Stück. Sie schlief auch immer allein ein (mit Schnuller) Jeglicher Versuch in den folgenden Monaten, sie ungepuckt schlafen zu lassen, scheiterte. Sie schlief ein und wachte nach ener halben Stunde wieder auf und schrie.
Wir hatten mit dem Pucken kein Problem, weil wir gelesen hatten, Babys würden von selbst zeigen, wenn es ihnen nicht mehr gefällt und wenn sie gepuckt gut schlief, sollte es so bleiben.
Jetzt ist allerdings der Fall eingetreten, dass sie sich gegen das Pucken wehrt. Hinzu kam, dass wir umziehen mussten und sie jetzt ihr großes Bett bekam. Vorher schlief sie im Stubenwagen.
Momentan sieht unsere Nacht so aus: gegen 20 Uhr lege ich sie ins Bett (mit Schnuller) und sie schläft ohne zu schreien innerhalb von 5-15 Minuten ein. Nach einer halben Stunde beginnt unser nächtliches Spiel. Sie wird unruhig, verliert den Schnuller und schreit. Sie wälzt sich hin und her und beruhigt sich nur, durch Festhalten und Schnuller geben. Dann schläft sie sofort wieder ein, für die nächste halbe Stunde. Das ganze kann sich Stunden hinziehen. Manchmal wacht sie nach 10 Minuten wieder auf, manchmal nach 40 Minuten. Irgendwann, das kann auch mal gegen halb 2 sein, schläft sie entgültig ein und schläft dann auch bis halb oder um 6. Dann bekommt sie nochmal Flasche und schläft dann bis 8 Uhr oder 8:30.
Ich habe versucht, die Unruhe doch nochmal durch Pucken zu verhindern, das geht aber nicht mehr. Ich habe es auch mit Schreien lassen versucht und gelegentlichen Schauen und beruhigenden Reden, was ihr gar nichts bringt, weil sie sich nur noch heiser schreit. Es endete damit, dass sie mir das ganze Bett vollgebrochen hat. Daraufhin hab ich es abgebrochen und ihr den Schnuller wieder gegeben.
Das ganze geht jetzt über einen Monat so. Kann es noch immer die Umstellung sein? Warum kommt sie nicht zur Ruhe und wälzt sich im Bett hin und her, obwohl sie vorher gut einschläft und auch keine Problem hat, allein in dem Zimmer zu schlafen? Sie ist müde, manchmal sind die Augen gar nicht auf. Ich weiß mir bald keinen Rat mehr. Manchmal hole ich sie dann in unser Bett, aber es ist kein richtiges Schlafen für mich, weil ich da auch nur ihre Arme festhalten muss, um sie zu beruhigen.

Vielen Dank für Ihren Rat im Voraus.

Antwort vom 14.04.2010

Hallo!
Vielleicht helfen Ihnen folgende Gedanken: auffallend ist in erster Linie, dass die Nächte schlechter wurden, nachdem Sie anscheinend umgezogen sind. Neben der Umbruchsituation (Sie schreiben, wir „mussten“ umziehen), die sicher auch Unruhe reingebracht hat, sollten Sie überlegen, ob ein frischer Farbanstrich der Räume, das neue Bett und Matraze mit Geruch, Ausdünstungen o.a., also insgesamt Reizstoffe in der neuen Umgebung ein Grund für das veränderte Verhalten Ihres Kindes ist. Reizstoffe können zu Reaktionen wie geschwollene Schleimhäute (Nasen, Rachen etc.), wässriger Ausfluss oder anderen Irritationen führen (tränende Augen, Hautveränderungen?). Vielleicht ist auch insgesamt das Raumklima anders als vorher (wärmer, kälter, trockene, feuchtere Luft etc.?). Ansonsten befindet sich Ihr Kind noch in der Zeit des Zahndurchbruchs. Der Druck im Kiefer ist für viele insbesondere nachts kaum zu ertragen und nur tagsüber mit Ablenkung besser zu haben. Die Unruhe in der Nacht (gerade kurz nach dem unkomplizierten Einschlafen) deutet manchmal auch auf eine Ohrinfektion hin. Der Druck von Flüssigkeit auf das Trommelfell ist in horizontaler Lage grösser. Vielleicht schläft Ihr Kind auch gerne auf dem Bauch wieder ein. Damit hat sie einen Widerstand für die fuchtelnden Arme und Beine. Begrenzung schien ja lange sehr wichtig zu sein. Sie könnten Sie auf den Rücken zurücklegen, wenn Sie selbst schlafen gehen (ich vermute, Ihr Kind dreht sich noch nicht alleine?). Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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