Themenbereich: Entwicklung des Ungeborenen

"OP direkt nach Geburt: Stillbeginn trotzdem möglich?"

Anonym

Frage vom 29.04.2010

Hallo liebes Hebammenteam,

leider bin ich seit kurzen mit der Diagnose Fallot´sche Tetralogie bei meiner kleinen Maus (26 SSW , Mädchen) konfrontiert. Die Begleitung durch die Uniklink beginnt jetzt.
Frage: Da das Kind direkt nach der Geburt operiert werden muß, kann ich dann überhaupt stillen und wie ist dann die Hebammenbegleitung (Beleghebamme) - kommt Sie ins Krankenhaus oder erst danach?

Herzlichen Dank schon jetzt für Ihre Antwort.

Viele Grüße


Antwort vom 05.05.2010

Hallo!
Es tut mir sehr leid, dass Sie mit einer Erkrankung Ihres wachseneden Mädchens konfrontiert sind. Es ist eine sehr gute und hilfreiche Idee, sich schon jetzt Gedanken zu machen, wer Sie betreuen wird und wie der Ablauf sein könnte. Wenn es Ihnen wichtig ist, dass Sie von ein und derselben Hebamme in der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett begleitet werden, finden Sie auch an der Uniklinik Ihres Ortes Beleghebammen. Sie könnten umgehend zu einer von Ihnen Kontakt aufnehmen. Sie wird Sie schon jetzt in der Schwangerschaft betreuen können, Ihnen bei vielen Fragen und Aengsten beistehen und Ihnen Wege zeigen, wie Sie ein festes Band zu Ihrem ungeborenen Kind knüpfen können. Sie wird bei der Geburt da sein und Sie auch nachbetreuen.

Zum Stillen: wenn Ihre Tochter nicht umgehend nach der Geburt von Ihnen getrennt werden muss, ist es sehr wichtig für Sie beide, dass Sie so viel wie möglich ungestörten Körperkontakt haben. Damit Sie in die Milchbildung kommen, wird es (je nachdem, ob Sie Ihr Kind anlegen dürfen oder nicht) wichtig sein, dass Sie zügig mit einer elektrischen Milchpumpe anregen. Je besser Sie informiert sind über das Abpumpen, das Anregen, über Brustmassage und Hygiene etc., desto weniger brauchen Sie sich Gedanken darum zu machen, wenn Ihr Kind erst geboren ist. Mit einer Riesenportion Information und Zuversicht sind hoffentlich auch die Aengste und damit Stress nach der Geburt zu bewältigen. An der Uniklinik Ihres Ortes gibt es auch eine Stillberaterin. Vielleicht ist ein baldiges Gespräch mit ihr hilfreich. Wahrscheinlich ist, dass Sie erstmal die wertvolle Muttermilch Ihrem Kind bieten können. Inwieweit das Stillen nach einer OP möglich ist, wird sich am Gesundheitszustand Ihres Kindes zeigen. Sie werden sicher die professionelle Hilfe einer Stillberaterin brauchen. Diese kann Sie auch informieren über die verschiedensten Hilfsmittel. Ich drücke Ihnen ganz fest die Daumen, dass Sie gute Begleitung erfahren, das Sie und Ihr Kind sich aufgehoben und gut umsorgt fühlen.
Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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