Themenbereich: Stillen allgemein

"Unruhe an Brust und Milchmenge"

Anonym

Frage vom 07.05.2010

Hallo,

mein Sohn ist jetzt 3 Monate alt. Bis jetzt hat es mit dem Stillen ganz gut geklappt. Weil ich diese Woche mit der Rückbildung angefangen habe, habe ich vor ca. 2 Wochen zum 1. Mal abgepumpt und unser Kleine wurde abends (letzte Mahlzeit) mit der Flasche gefüttert. Die Flasche nimmt er ohne Probleme. Und er isst immer mehr. Beim 1. Mal hat er ca. 100 ml getrunken, jetzt sind es inzwischen 155 ml und die haben ihm nicht gereicht. Jetzt habe ich nur das Problem, dass er seither öfters an der Brust schreit, vor allem bei der letzten Mahlzeit. Ich glaube es geht ihm nicht schnell genug. Wenn er die ersten Schlucke getrunken hat, muss ich die Seite schon wechseln, weil er schreit, ein Schluck nimmt oder einfach die Brust in den Mund nimmt und daran zieht und sie wieder loslässt. Leer ist sie aber nicht, wenn ich drücke, kommt Milch.Und manchmal frage ich mich auch, ob meine Brust zur letzten Mahlzeit genug Milch hat. Unser Sohn hält es morgens sehr lange aus, so bis zu 6 Stunden, mittags dann so ca. 4 Stunden... Die letzte Mahlzeit möchte er dann schon 1 Stunde nach der vorletzten Mahlzeit haben. Auch habe ich das Gefühl, dass er weniger trinkt, weil er so nervös ist, weil die Milch nicht so läuft wie er möchte. Allerdings muss es ihm reichen, denn die letzte Mahlzeit bekommt er so zwischen 20-21 Uhr und möchte dann morgens zwischen 5:30-6:30 Uhr erst wieder essen.Haben Sie mir einen Rat, wie ich ihm die Brust wieder schmackhafter machen kann. Ich möchte eigentlich so lange wie möglich stillen und nicht zufüttern müssen. Jeden Abend abgepumpte Milch ist aber auch ziemlich stressig. Außerdem hätte ich Angst, dass er dann irgendwann jede Mahlzeit mit der Flasche möchte!
Vielen Dank!!

Antwort vom 10.05.2010

Hallo!
Sie berichten von recht verschiedenen Sachen, die sehr wohl miteinander zu tun haben können, aber nicht zwangsläufig. Ganz viele Kinder zeigen mit drei Monaten ein verändertes Stillverhalten. Sie werden unruhiger an der Brust, wissen wie auf einmal nicht mehr, wie Stillen geht, verweigern auch schon mal und benehmen sich sehr unklar. Genau in der Phase könnte Ihr Sohn sein. Ob vielleicht jetzt die Gabe der Flasche, aus der er anders trinken muss als an der Brust und aus der die Milch oftmals wirklich deutlich schneller kommt (er muss weniger „arbeiten“) etwas damit zu tun hat, ist auch unklar. Je ruhiger Sie selbst mit der Erfahrung der letzten Monate bleiben und auch Ihrem Kind vermitteln, dass Sie schon wissen wo es lang geht, desto besser sind die Situationen zu bewältigen. Also wirklich Ruhe bewahren! Evtl. hilft es auch, den Milchfluss für Ihren Sohn zu beschleunigen, wenn Sie mit einer steten, leichten Brustkompression vorgehen. Das bedeutet, dass, wenn Ihr Sohn saugt und schluckt, Sie gleichzeitig die gestillte Brustseite mit leichten Druck zum Brustkorb unterstützen. Eine leichte Brustmassage vor dem Anlegen bringt Ihren Milchspendereflex in Bewegung und Ihr Kind erhält schneller Milch. Manchmal hilft es auch selbst in Bewegung zu kommen, sprich im Gehen auch mal mit dem Stillen zu beginnen. Somit nehmen Sie die Unruhe Ihres Kindes auf und können Sie dann gezielt lenken mit späterem Hinsetzen. Bitte beobachten Sie ausserdem, wie häufig Sie Ihrem Kind den Nuggi (gerade auch in der Nacht?) anbieten. Die Nachtmahlzeiten bleiben nach wie vor normal und auch wichtig für die Milchproduktion. Ihr Kind muss entsprechend Angebot und Nachfrage regulieren, dass ihm die Milch reicht. Manche Kinder geben sich sehr schnell mit dem Nuggi zufrieden, wo sie ansonsten schon stillen würden. Darum wundern mich die langen Stillpausen während des Morgens und der Nacht schon. Wenn Ihr Kind gleichmässig zunimmt, brauchen Sie sich um das abendliche Gefühl von zu wenig Milch keine Sorgen zu machen. Bitte beobachen Sie, ob Sie selbst schon unter tags ausreichend und sättigend essen. Die warme Mahlzeit erst am Abend einzunehmen ist für die meisten Frauen auslaugend und erschöpfend. Bitte holen Sie sich noch Hilfe vor Ort, wenn Ihnen meine Tipps nicht ausreichend oder es ersichtlich ist, dass die Milch nicht ausreicht. Ich wünsche Ihnen weiterhin eine schöne Stillzeit, Inken Hesse, Hebamme

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