Themenbereich: Stillen allgemein

"Führt häufiges Stillen zu weniger Nährstoffen in der Milch?"

Anonym

Frage vom 25.05.2010

Hallo!

Jetzt fängt der Sommer endlich an und meine 3 Monate alte Tochter kommt nun fast stündlich für kurze Zeit um den Durst zu stillen, kann ich ihr abgekochtes Wasser anbieten, wenn ja, sollte dies auch 37 Grad warm sein wie die Mumi?
In einer Zeitschrift stand, dass je häufiger ein Kind angelegt wird, desto geringer werden die Nährstoffe was zu einem hungrigen Kind führt, ist dies zutreffend?
Vielen Dank schon mal!

Antwort vom 26.05.2010

Hallo!
Prinzipiell stillt ein Kind Hunger und Durst an der Brust. In den warmen Jahreszeiten ist das häufige Stillen entsprechend sehr normal. Wenn Sie das stündliche Stillen anstrengend finden, können Sie Ihrem Kind für den trockenen Mund natürlich auch abgekochtes Wasser anbieten. Dieses muss nicht zwingend warm sein, denn da geht es u.a. nicht um die Verdaulichkeit, sondern einfach nur um die Aufnahme von Flüssigkeit. Falls Sie aber gerade das Gefühl haben, Ihr Kind macht einen Wachstumsschub durch, regt Ihre Tochter mit dem stündlichen Trinken aber eher an. Für eine weitere, ausreichende Milchmenge wäre das also notwendig, sie an der Brust trinken zu lassen. Zu den Nährstoffen: Den Mechanismus der Milchproduktion zu verstehen, ist manchmal wirklich verwirrend und entsprechend halten sich viele Märchen, wie das wohl funktioniert, sehr hartnäckig. Dabei ist das ein superspannender Prozess, wo ganz verschiedene Stoffe zusammenspielen, Wir als Menschheit hätten nicht überlebt, wenn häufiges Anlegen zu weniger Nährstoffen und einem hungrigen Kind führen würde. Ganz das Gegenteil ist der Fall: je häufiger ein Kind an der Brust trinkt, um so mehr wird die Milchbildung angeregt. Das bedeutet: wenn Milch in der Brust verbleibt (=weniger häufig stillen), gibt es das Zeichen von „Milchproduktion runterschrauben“, wenn die Brust häufig stimuliert wird (entleert ist nicht das passende Wort, weil es keine leere Brust gibt), gibt es das Zeichen von „Milchproduktion raufschrauben“. Studien sprechen ausserdem dafür, dass der Fettgehalt der Milch (Fett=reichlich Kalorien) in einer „entleerteren“ Brust höher ist. Das heisst, je mehr getrunken wird, um so mehr steigt der Fettgehalt an. Eine schöne weitere Stillzeit wünsche ich Ihnen, Inken Hesse, Hebamme

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