Themenbereich: Stillen allgemein

"Schwierigkeiten beim Einschlafen tags und nachts "

Anonym

Frage vom 25.05.2010

Hallo,

es gab vor ein paar Tagen eine ähnliche Frage bez.des Schlafens,nur möchte ich konkreter fragen:

Mein Sohn ist 5 Monate alt und auch er hat Probleme am Tag in den Schlaf zu finden. Versuche ihn bei Müdigkeitsanzeichen hinzulegen scheitern -er schreit sofort,ich bleibe bei ihm -bin also da - aber er schafft es einfach nicht, manchmal versucht er es aber es gelingt ihm nicht, frustriert schreit er wieder. Also nehme ich ihn hoch und lege ihn wie sooft bäuchlings auf mich drauf wo er gleich einschläft. Oder wir gehen dann raus spazieren das klappt auch immer. Das ist der Ablauf wenn die Müdigkeit nicht mit dem Stillen zusammenfällt.

Fällt die Müdigkeit mit dem Stillen zusammen dann ist es so dass er an der Brust natürlich seelig die Augen schließt und dort auch sofort einschlafen kann. Hier versuche ich ihn schläfrig also noch nicht ganz eingeschlafen hinzulegen und auch das scheitert. Er schreit sofort. Also warte ich einfach länger und lege ihn dann in der Tiefschlafphase hin - entweder wacht er auf wegen dem Positionswechsel obwohl ich das ganz langsam, fast zeitlupenartig mache oder aber es klappt und er wacht nach insgesamt nicht länger als 20 Min. Schlaf auf und weint auch - wegen dem plötzlichen Ortswechsel und weil er nicht alleine in den Schlaf findet wenn er kurz aufwacht. Also auch hier dann nehme ich ihn zu mir oder gehe raus mit ihm. Hier schläft er dann über 1 Std. auch wenn er kurz aufwacht findet er in den Schlaf, nur wenn er alleine irgendwo liegt und dann noch ohne Bewegung wie im Kinderwagen will es einfach nicht funktionieren!

Ich weiß nicht wie ich es sonst machen soll - deshalb die Frage ob mein Verhalten richtig ist oder nicht, also immer wieder probieren - aber ich probiere schon seit Wochen! Lernt er so überhaupt dass er nun schlafen soll ohne Hilfe im Sinne von Stillen,auf den Bauch nehmen oder im Kinderwagen wenn man doch immer wieder abbricht und nach der alten Methode verfährt?Also ist es besser in kleinen Schritten immer wieder zu üben so wie ich oder verwirrt es Babys mehr wenn ihnen am Ende doch wie immer in den Schlaf geholfen wird? Schlimmstenfalls ist es schon Gewöhnung oder dass er weiß er muss nur schreien und schon ist alles wie vorher oder kann man Babys in dem Alter so ein logisches Denken gar nicht unterstellen?

Ich frage mich das auch weil ich bald arbeiten gehen muss und ich kann mir nicht vorstellen das eine Betreuerin in der Krabbelstube nur für mein Baby da ist und ihn spazieren fährt oder auf sich schlafen läßt!
Soll ich einfach warten mit dem Hochnehmen oder wie soll ich verfahren? Hier ist zu erwähnen dass wie bei der anderen Fragestellerin der Kleine extrem schreit, das dauert eine Minute und er ist richtig hysterisch, mit Beruhigen im Sinne von Reden,Singen, Hand auflegen ist da nicht viel zu machen, also bleibt nur hochnehmen wo er sich dann beruhigt. Ist er einfach noch zu unreif, ich hab mal was von Regulationsstörung gelesen die sich mit der Hirnreife erst gibt oder braucht er einfach noch die Nähe?Ich hab einfach Angst den Zeitpunkt zu verpassen wann er sich das alles wirklich angewöhnt hat bzw. hat er es sich vllt. schon angewöhnt aber wie aufhören damit wenn er gleich so hysterisch wird? Es gibt ja Babys die alles von alleine irgendwann regeln aber auch Babys die Struktur brauchen und Hilfe brauchen bei solchen Dingen. Aber ich habe einfach nicht mehr lange Zeit wegen der Arbeit und weiß es auch nicht ob er so ein Baby ist - wie kann ich das rausfinden?

Weiterhin die Frage bez. der Nacht -hier stille ich und lege ihn dann ins Bett ( Beibett ) wo er da allerdings gleich einschläft - ich weiß nicht ob das auch Gewohnheit ist oder da dunkel und Nacht er das einfach besser akzeptiert für sich. Nachts allerdings hab ich auch oft das Gefühl wenn er aufwacht kann er nicht alleine in den Schlaf finden und will gestillt werden. Er trinkt dann zwar aber ob das immer Hunger ist alle 2 Stunden kann ich mir nicht vorstellen?? Auch hier die Frage:Wenn ich dann mit der Beikost anfange möchte ich auch langsam komplett abstillen. Dann kommt der Punkt wo es Abendbrei gibt der länger sättigt und wenn er angenommen nach 2 Stunden auch wieder zum Stillen kommt, kann ich dann davon ausgehen dass es nicht Hunger ist sondern Einschlafhilfe? Wie kann ich dann hier verfahren?Lege ich ihn nachts nicht gleich an fängt er auch an wie wild zu schreien..müssen wir dann einfach durch wenn wir nach und nach die nächtlichen Stillmahlzeiten auslassen oder gibt es sanfte Methoden ihm das dann abzugewöhnen?Auch in Bezug auf das Abstillen, egal ob bald oder nicht, abstillen muss man ja irgendwann, ich möchte es spätestens mit 10 Monaten, wie macht man das bei Babys die Stillen nachts als Trost, Einschlafhilfe etc. hernehmen?Die Flasche geben?

Zum Schluß noch die Auffälligkeit dass er bis zu 8 Wochen nach Geburt schonmal 4-5 Stunden am Stück schlief und ich ihn auch am Tag zum Schlafen hinlegen konnte ( aber auch erst nachdem er auf mir eingeschlafen war ) - es ist so als würde alles schlechter statt besser werden, ist dies denn normal und kann sich genauso schnell geben wie es kam ohne dass ich mir Sorgen machen muss oder wie oben gefragt anfangen umzugewöhnen?

Danke für ihre Tipps,
mfg


Antwort vom 28.05.2010

Hallo!
Ich versuche Ihre Fragen von hinten aufzurollen. Das Ihr Sohn die ersten Wochen länger am Stück geschlafen hat und danach nicht mehr, ist typisch und normal für das Alter. Zum Zeitpunkt 3./4. Lebensmonat ändert sich typischerweise viel im Schlafverhalten der Kinder, weil sich einiges in ihrer Entwicklung ändert. Wenn Sie daran denken, dass Troststillen (wenn es das ist) in der Nacht und auch sonst zu ersetzen, ist es wichtig zu wissen, in welchem Entwicklungsstadium sich Ihr Kind befindet. Mit 5 Monaten können Sie Ihrem Kind nicht mit logischen Argumenten kommen, sondern das Wichtigste sind und bleiben der körperliche Kontakt und die Mama/Papa Nähe. Im Grunde rate ich immer dazu, dass auch der Papa sein Einsatzgebiet in diesem Bereich des Tröstens erweitern und seine Zuständigkeiten haben kann. Ihr Kind hat nach wie vor ganz natürliche Erwartungen an dieses „Stillen“ seiner Grundbedürfnisse, entsprechend glaube ich, dass es wichtig und normal ist, auf diese Bedürfnisse einzugehen und diese auch nicht als „verwöhnen“ anzusehen. Es ist schon hilfreich, wenn wir uns als Eltern von dem Gedanken befreien, dass wir hier einen Weg einschlagen, der nicht mehr rückgängig zu machen ist! Das nimmt Druck raus und zeigt damit auch seine Wirkung auf das Kind. Gestillte Kinder melden sich häufiger in der Nacht, ob Hunger oder nicht. Da eine stillende Mutter meistens sehr wohl intuitiv spürt, was es eigentlich ist, was ihr Kind braucht (Durst, Hunger oder Nähe, Trost), weiss sie auch um die Kraft und Wichtigkeit des Stillens. Ich möchte damit sagen: horchen Sie auf Ihren Bauch und nicht auf Ihren Kopf. Damit werden Sie rausfinden, was Sie Ihrem Kind zumuten können (manche Mütter sagen: „eigentlich weiss ich ganz tief in mir, dass er/sie das braucht“; wenn wir das eingestehen können, wird es leichter). Prinzipiell brauchen die meisten Kinder eine gewisse vorgebene Struktur, insbesondere des Tagesablaufs und der Verlässlichkeit ihrer Betreuungspersonen. Rituale und Gewohnheiten umschliessen ein Kind in einem wohltuenden Kreis. Somit sollten Sie Ihres Tagesablauf liebevoll verlässlich strukturieren. Für die Zeiten der Berufstätigkeit macht es sicher Sinn, Ihrem Kind sobald als möglich weitere Betreuungspersonen nahe zu bringen. Es tut Kindern gut zu erfahren, dass andere Menschen in auch anderer Weise für sie da sein werden. Es nimmt in keiner Weise die Einzigartigkeit der Mutter. Und zu guter Letzt dürfen wir nicht vergessen: alleine in den Schlaf zu kommen ist eine grosse Herausforderung. Es ist für so kleine Wesen wie eine immer neue Trennung mit ungewissem Ausgang. Wenn wir uns dessen bewusst sind, stellen wir weniger in Frage, ob sie das schon können müssten oder eher doch noch Zeit brauchen. Leider ist es mir nicht möglich, Ihre Fragen in die Zukunft schlussendlich zu beantworten, aber ich bin mir sicher, dass sich einiges bis dahin von alleine kläen wird. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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