Themenbereich: Stillen allgemein

"Bis zu 20 Stillmahlzeiten am Tag - was stimmt nicht?"

Anonym

Frage vom 21.06.2010

Liebes Hebammenteam,
unser Sohn kam mit 4.240 g und 59 cm zur Welt. Nun ist er 5 Wochen alt, wiegt über 5 kg und hat 64 cm (trägt auch schon Größe 62). Nachdem ich knapp 4 Wochen voll gestillt hatte, wurde unser Kleiner immer unzufriedener und wollte im Halbstundentakt angelegt werden. Kaum hatte ich teilweise bis zu einer Stunde gestillt, kam er nach einer halben Stunde wieder und trank wieder 30 Minuten. Die Abstände zwischen den Stillmahlzeitn wurden immer kürzer und kürzer (teilweise 20 Stillmahlzeiten pro Tag!). Wir hatten uns dann entschlossen, mittags eine Stillmahlzeit ausfallen zu lassen und stattdessen ein Fläschchen zuzufüttern (1-er Nahrung). Anfangs funktionierte das hervorragend, bis er nach zwei Tagen erneut nach mehr verlangte. Jetzt bekommt er morgens, mittags und gegen 23 Uhr ein Fläschchen mit 170 ml, dazwischen wird weiterhin gestillt. Wir waren bereits bei ca. 10 Mahrlzeiten pro Tag, jetzt verlangt er eneut nach mehr. Eine Fläschchenmahlzeit hält ca. 1 1/2 - 2 Stunden her, eine Stillmahlzeit max. 20 - 40 Minuten. Ich habe den Eindruck, meine Milch ist nicht gehaltvoll genug. Kann das sein? Milch ist auf jeden Fall genügend da, da die Stilleinlagen regelmäßig nach max. 1 Stunde durchnässen. Was können wir tun?? Unser Kind ist sichtlich unzufrieden und die Abstände verringern sich immer mehr, anstatt sich zu verlängern. Die aktuelle Situation ist sehr belastend für unser Kind und uns! Vielen Dank für Eure Rückinfo!!
Gruß,

Antwort vom 23.06.2010

Hallo!
Mir fehlt für die Beurteilung der Gewichtsentwicklung das niedrigste Gewicht nach der Geburt, um von dort aus zu sehen, ob Ihr Kind an seiner Kurve entlang wächst. Nur bezogen auf die beiden angegebenen Werte nimmt Ihr Kind nicht ausreichend zu und ich kann nur vermuten, dass es am Stillmanagement liegt. Das bedeutet, dass, trotzdem Sie so oft stillen, die Stimulation nicht ausreicht, weil am wahrscheinlichsten Ihr Kind auf seine Weise nicht richtig saugt und/oder den sog. „Milchspendereflex“, also die Milch zum fliessen zu bringen, nicht ausreichend funktioniert. Ich möchte Ihnen deshalb dringend empfehlen, eine stillerfahrene Hebamme oder eine Stillberaterin IBCLC vor Ort (es gibt drei Kolleginnen im nahen Umkreis) zu kontaktieren. Diese würde einmal Ihre Stillgeschichte hören wollen, erfragen, wie Schwangerschaft, Geburt und Beginn war, ausserdem das Stillen beobachten und das Saugverhalten und Gewichtsentwicklung Ihres Kindes beurteilen. Ich kann gut verstehen, dass Sie alle frustriert sind, aber es ist der Zeitpunkt, wo es tatkräftige Hilfe und Unterstützung vor Ort braucht, damit Sie eine zufriedene, unkomplizierte Stillzeit miteinander geniessen können. Ich wünsche Ihnen alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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