Themenbereich: Schlafen

"schreit viel und schläft nur auf dem Arm ein"

Anonym

Frage vom 28.06.2010

Hallo,
mein Sohn ist jetzt 5 Wochen alt und schreit ständig. Die ersten 10 Tage waren ja noch ok, aber dann fing es an. Erst hat er immer Abends geschrien. Man konnte dir Uhr nach stellen. Wollte nicht einschlafen. Wir haben es mit Coffea D4 versucht. Dann hat er ständig geschrien, weil er wohl Bauschschmerzen hatte. Bekommt jetzt bei jeder Mahlzeit Sab Simplex. Aber seit 2-3 Wochen schreit er nur noch und ich weiß nicht was ich noch machen soll. Er ist nur auf dem Arm ruhig. Jedesmal wenn er einschläft und ich ihn dann ablege, dauert es ca. 10 Minuten und er ist wach. Er schläft einfach nicht, nur auf dem Arm, stattdessen schreit er. Ich kann ihn auch nicht in den Kinderwagen legen. Er muss immer auf den Arm, ansonsten habe ich Theater. Was kann ich machen???

Antwort vom 29.06.2010

Hallo!
Einerseits berichten Sie von einem normalen Verhalten Ihres Kindes. Viele Säuglinge haben abends eine meist zeitlich sehr! genaue Schreizeit. Es wird angenommen, und viele Säuglinge zeigen das auch, dass sie alle Ereignisse des Tages zu verarbeiten suchen. Insbesondere Säuglinge in den ersten Wochen nach der Geburt sind noch sehr anfällig für viele Veränderungen und Neuerungen, die am Tag stattfinden. Um sich orientieren zu können im Alltag, brauchen sie Rhythmus und Wiederholung. Das bedeutet, dass es hilfreich ist, viele Dinge auf immer dieselbe Art und Weise zu wiederholen. Das vermittelt Halt und Geborgenheit. Ausserdem scheint Ihr Sohn ausserhalb Ihres Arms nicht zufrieden zu sein. Das ist auch sehr normal, denn Säuglinge sind nun mal Traglinge und nicht „Ableglinge“. Aber um es praktikabel für Sie zu machen, empfehle ich Ihnen dringend, sich eine Tragehilfe (kein BabyBjörn) oder ein Tragetuch zuzulegen. Es ist nachgewiesen, dass das Tragen die Schreiphasen des Tages vermindert, die Kinder ausgeglichener sind und somit ausserdem all den Körperkontakt und die Bewegung bekommen, die sie brauchen für ihr Wohlbefinden. Bitten Sie ausserdem nochmals Ihre Nachsorgehebamme zu Ihnen nach Hause. Zusammen können Sie vielleicht besser herausfinden, wie Ihr Sohn zu beruhigen ist und welche Dinge ihn auch vielleicht überstimulieren, ihm einfach zu viel sind. Manche Kinder sind nicht so „einfach zu lesen“. Auch da könnte Ihre Hebamme Ihnen behilflich sein. Oftmals ist das abgestufte Beruhigen (Stück für Stück eine Beruhigungsmassnahme nach der anderen probieren, angefangen mit Gesicht zeigen, sprechen, Hand auf Bauch, Hand auf Bauch und Beine halten, etc..) eine Möglichkeit. Manche Kinder können sich nicht gut selbst beruhigen. Denen hilft es oft sehr, wenn sie gepuckt werden. Pucken bedeutet, fest in ein Tuch eingewickelt zu werden. Das Einwickeln kann nur die Beine, wie einen Sack sozusagen, umschliessen, aber oft ist auch das Einwickeln der Arme nötig. Viele Kinder beruhigt das sehr, sie rudern nicht mehr so mit den Armchen und wecken sich deshalb nicht mehr selbst. Ihre Hebamme kennt vielleicht mehrere Möglichkeiten des Puckens. Es gibt auch schon „vorgefertigte“ Puckhilfen. Die können auch sehr praktisch sein. Die Erfahrung zeigt auch, dass sich Schreiphasen bis zur 6. Lebenswoche steigern und dann wieder abnehmen. Mit einem ersten Kind ist es wirklich auch schwierig, sich einzufinden in den Alltag und wieder eine Routine zu erlangen. Vielleicht können Sie noch Hilfe von aussen kriegen und annehmen, so dass auch Sie sich genug Zeit geben können, um sich im Mutterdasein zurechtzufinden. Der Rückbildungskurs bei einer Hebamme ermöglicht auch immer den Austausch mit anderen Müttern. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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