Themenbereich: Stillen allgemein

"nächste Beikost und Beissen an der Brust"

Anonym

Frage vom 21.07.2010

Hallo liebes Hebammen-Team,

ich möchte mich erstmal für Eure Seite bedanken!!! Hat mir schon in der Schwangerschaft sehr viel geholfen und jetzt natürlich auch noch.
Habe jetzt aber ein Problem, daß ich leider noch nicht bei Euch gelesen habe:
Mein Sohn Louis ist 6 1/2 Monate und ich stille noch voll alle 2 Stunden. Seit ca. 4 Wochen ißt er Mittag seinen Brei, jetzt auch mit Fleisch, danach möchte er noch gestillt werden. Ich bringe ihn abends um 7 Uhr ins Bett und er schläft meist bis 5 Uhr durch.
Jetzt hat er allerdings unten schon 2 Zähnchen und beißt mich auch 2-3x/Tag. Meine linke Brustwarze ist sehr schmerzhaft/entzündet, auch beim normalen trinken.
Frage: Wann kann ich abends mit dem Brei anfangen? Lieber Flasche/Löffel? Wie bekomme ich ihn von der Brust weg??? Einschlafen auch nur an der Brust.
Er ist sehr intressiert am Essen, möchte auch alles probieren. Ich bin Allergikerin, Kernobst, Weizenmehl, Kreuzallergie. Deswegen so eine lange Stillzeit. Aber er nimmt auch keine Flasche/Schnuller.

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, ich bin mit dem 2-Std-Rhytmus schon sehr gebunden.

LG

Antwort vom 24.07.2010

Hallo!
Danke für Ihr Lob! Erst zu Ihrer B(r)eikostfrage: Sie können gut die nächste Breimahlzeit beginnen. Zu empfehlen ist ein Getreidebrei, den Sie mit Wasser anrühren, um dann im folgenden Obst und Fett bzw. Mandelmus (als Fettbeigabe) dazu mixen. Am leichtesten verdaulich sind Reis- und Hirseflocken. Wenn Sie glutenhaltiges Getreide einführen (Weizen, Hafer etc.) gilt die Empfehlung ganz besonders, während der Einführung weiter zu stillen. Es wird vermutet, dass damit eine bessere Verträglichkeit bzw. ein Schutz der Darmschleimhaut vor dem Getreideeiweiss besteht. Für mich gehört übrigens ein Brei auf den Löffel und nicht in die Flasche. Zum Stillen Ihres Sohnes: das Ihr Kind nach dem Brei gestillt werden möchte, ist sehr klug, denn damit sorgt er für eine gute Verdaulichkeit, eine gute Aufnahme des Eisens und für noch die restlichen Kalorien bzw. Eiweisse, die er braucht. Und er ist ausserdem ein Säugling und braucht das Saugen. Wenn Sie ihn von der Brust weg bekommen wollen, müssen Sie ihm einen Ersatz für das Saugen und den Trost an der Brust bieten. Da Ihr Kind so eine schöne, lange und eher ungewöhnliche Nachtphase hat, ist es leider sehr normal, dass er seinen Bedarf alle 2 Stunden am Tag regelt. Ich empfehle Ihnen sich an ein Stillcafe o.a. in Ihrer Heimatstadt zu wenden. Dort treffen Sie andere stillende Mütter und finden damit noch mehr mütterliche Ideen, wie Sie Ihren anstrengenden Alltag mit den häufigen Stillmahlzeiten gut schaffen können und den Übergang bewältigen. Bzgl. des Beissens gibt es mehrere Tipps: ich würde vermuten, dass er eher zum Ende der Stillmahlzeit beisst. Ich empfehle Ihnen, ihn gut zu diesem Zeitpunkt zu beobachten: meist geht eine Art spielerisches Saugen voraus, er beobachtet Sie vielleicht und Sie können erahnen, dass es gleich passieren wird. Wenn Sie das merken, lösen Sie rasch (!) das Vakuum mit dem Finger bzw. mit Druck auf das Kinn. Er ist in dem Alter, dass er ausserdem langsam das nein/ja versteht. Wenn er Sie gebissen hat, nehmen Sie ihn umgehend von der Brust, nehmen Augenkontakt auf und sagen ihm unmissverständlich: Nein, nicht beissen. Das tut Mami weh. Dann sollten Sie mit dem Stillen einen Augenblick warten, falls er nochmals gestillt werden möchte. Das wiederholen Sie genau so auf immer dieselbe Art. Falls Ihr Sohn grossen Druck im Kiefer verspürt bzw. Sie das Gefühl haben, die Zähne brechen auch durch und er braucht etwas hartes im Mund, dann bieten Sie ihm Alternativen an (Beissringe, Spielzeug etc.). Ihre wunde Brustwarze kann mit Muttermilch antrocknen lassen und Wollwachs auftragen gepflegt werden. Wenn Sie wirklich entzündet ist (gelblich-eitriger Belag) braucht es mehr Pflege. Die Brustwarze sollte 1-3 x täglich mit ph-neutraler Seifenlösung gereinigt werden. Es braucht Pflege und gute Händehygiene. Wenn die Brustwarzen wirklich durch das Beissen wund sind, hilft es manchmal (!) für eine kleine Weile mit einem Stillhütchen zu stillen. Wenn es damit nicht heilt und vielleicht Keime in der Brustwarze die Heilung verhindert, brauchen Sie Antibiotika. Ich hoffe, der ein und andere Ratschlag stimmt für Sie. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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