Themenbereich: Flaschennahrung

"Kind verweigert seine Milchflasche"

Anonym

Frage vom 23.07.2010

Hallo!
Unser kleiner Sohn ist heute auf den Tag genau 4 Monate alt und macht uns seit ein paar Wochen beim Trinken seiner Milchfläschchen Probleme (hauptsächlich tagsüber).

Zunächst war es nur ab und an so, dass er, obwohl er offensichtlich hungrig war, mit Schreien anfing, sobald man ihm die Flasche geben wollte. Mit verschiedenen Dingen, wie Vorsingen, auf dem Wickeltisch unter seinem Tiermobile essen etc. lies er sich nach einiger Zeit beruhigen und fing schließlich doch an aus der Flasche zu trinken. Ab und an kam es auch mal vor, dass er sich nicht mehr beruhigen lies und, nachdem er vor lauter Schreien total erschöpft war, erst mal eingeschlafen ist und so die Mahlzeit ausfallen lies.

Meistens isst er 5 Fläschchen am Tag mit jeweils 200 - 230 mL (6-8 Uhr, 10-11 Uhr, 13-14 Uhr, 16-17 Uhr und das letzte gegen 20-21 Uhr).

Gestern war es nun so extrem, dass er nach seinem Morgen-Fläschchen, erst wieder gegen 13 Uhr was gegessen hat (das Fläschchen davor fiel wegen seiner Schreiattacke aus) und das nächste dann wiederum auch erst gegen 19 Uhr, weil auch das Nachmittagsfläschchen mit viel Geschrei verweigert wurde. (Dafür hat er dann heute Nacht zwei Mal gegessen)

Auf der einen Seite hört und sieht man, dass er hungrig ist, denn sein Magen knurrt heftig laut, wenn er zwischen seinem Schreien doch einen Schluck runterschluckt, und er frisst seine Händchen auf und saugt/kaut mit seinem Mund in der Luft. Auf der anderen Seite fängt er erbärmlich an mit Schreien, sobald er die Flasche im Mund hat.

Neben Ablenkungsversuchen haben wir auch schon andere Sauger ausprobiert, was keinerlei Änderung brachte.

Jetzt bin ich am überlegen, ob ich noch eine andere Milchnahrung ausprobieren soll, wobei ich bezweifle, dass dies eine Wirkung hätte, da er seit ich zufüttern musste, immer die gleiche Sorte bekommen hat und es erst seit ein paar Wochen die Probleme gibt.

Es gibt doch auch Kinder, die schon früher als eigentlich empfohlen, mit der Breikost und oder Beikost anfangen, da sie Milchflaschenverweigerer sind und unser Kleiner guckt einem jeden Bissen ab, wenn man neben ihm was isst (auch wenn er selbst gerade satt und zufrieden ist, kaut er mit). Das ist ein zweiter Gedanke, den ich seit ein paar Tagen mit mir herumtrage, ob ich evtl. tagsüber mal versuchen soll, ihm Karotte oder Pastinake zu füttern.

Manchmal hab ich das Gefühl, dass er evtl. ein wenig unter einem Reflux leidet, denn er würgt öfter mal auch zwei, drei Stunden nach einer Mahlzeit manchmal etwas Magensaft (klare Flüssigkeit) oder einen angedauten Milchrest hoch. Die Kinderärztin findet das nicht schlimm, da er trotz allem prächtig wächst und gedeiht. (wog vor 3 Wochen 7,5 kg und maß 65 cm). Könnte auch das eine Ursache für die Trinkverweigerung sein?

Vielen Dank und viele Grüße


Antwort vom 25.07.2010

Hallo!
Alle Situationen rund um das Essen unserer Kinder stresst uns und gleichzeitig ist es dringend notwendig, durchzuatmen und Ruhe zu bewahren. In erster Linie hilft selten eine Aenderung der Milchnahrung und der Sauger, ist meist nur aufwendig und teuer. Eventuell (!) kann es hilfreich sein, ihm die Milch einfach mal aus einem anderen Gefäss (Trinklernbecher etc.) anzubieten, das als Versuch, wenn er schon sehr neugierig ist. Gleichzeitig möchte ich Sie in Ihrer Wahrnehmung stärken und Ihnen empfehlen, prinzipiell nochmals genauer auf seine Signale und Bedürfnisse zu achten. Je nachdem, wie weit er sonst in seiner Entwicklung schon ist (gute Kopfkontrolle, baldiges alleiniges Sitzen, geringerer Zungenstreckreflex etc.) ist es möglicherweise eine gute Idee, ihm langsam beginnend feste Kost anzubieten. Es ist wirklich noch vor der üblichen zeitlichen Empfehlung, aber einen Versuch wert. Die ml-Menge an Milch, die Ihr Sohn bisher getrunken hat zur Sättigung, ist mit etwas über 1000ml verhältnismässig hoch. Allerdings braucht die Einführung der Beikost seine Zeit, weil zu Beginn nur geringe Mengen verzehrt werden und die Milch natürlich weiter bedeutend ist. Wenn ein Kind dauerhaft seine Flasche verweigert, kann es auch organische Gründe geben. Im akuten Fall kann es ein Mundsoor sein, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, andere Verletzungen im Mund, Verspannungen im Kiefer. Wenn Ihr Sohn seine verweigerten Mahlzeiten nachholt und damit auf eine benötigte Flüssigkeitmenge kommt, scheint ihn nichts dauerhaft zu stören. Ein Reflux, der richtig beeinträchtig, zeigt sich normal mit einem Hochwürgen der Nahrung innert der ersten Stunde nach einer Mahlzeit. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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