Themenbereich: Zufüttern

"häufiges Einschlafen an der Brust und Gewichtszunahme"

Anonym

Frage vom 17.09.2010

Hallo!

Meine fast 7 Wochen alte Tochter ist ein kleines "Problemkind" und will ständig an die Brust - ich hoffe sie können mir helfen:

Bei der Geburt wog Lena 4060g und war 57 cm groß. Schon zu diesem Zeitpunkt war sie häufig unruhig und schrie viel. Der Milcheinschuss kam relativ bald, doch trotz 4 Stunden langer Stillmahlzeiten war sie nie zufrieden und suchte sofort wieder. Im Krankenhaus sagten sie mir dann ständig, dass sie halt groß und schwer sei und daher viel Milch brauche, daher fütterten sie immer zu. Sie bekam ein Fläschchen nach dem anderen, so dass ich irgendwann das Gefühl hatte, dass das zu viel war und sie sich wegen der Milchmenge im Bauch nun eher rumquält. Zuhause wurde es nicht besser, sie wollte ständig ewig lang an die Brust und schlief nur auf mir drauf (sobald ich sie ins Bett legte wachte sie wieder auf und wollte wieder an die Brust). Ich aß und trank so viel zu wenig, da ich nie vom Sofa hochkam. Unsere betreuende Hebamme hat mir auch nicht wirklich geholfen. Sie meinte ihre Gewichtsentwicklung sei gut, aber nicht zu viel (sie hatte bei der U2 3840g und bei der U3 vor zwei Wochen 4510g), daher können wir ruhig weiter zufüttern, obwohl sie sagte, dass eigentlich genug Milch kommen müsse, als sie Lena trinken hörte (sie kam kaum hinterher mit dem Schlucken). Immer wenn die kleine besonders hungrig war und nicht befriedigt wurde (ich hatte halt nach einer gewissen Zeit an der Brust immer das Gefühl, dass ohnehin nichts mehr kommt, sie wollte aber nicht loslassen) fütterten wir etwas zu. Manchmal trank sie von dem Fläschchen 70 ml, meist aber nur 10 oder 20. In der Regel brauchte sie aber auch danach noch die Brust zum Einschlafen oder einfach um zufrieden zu sein. Der Kinderarzt meinte nun vor zwei Wochen, dass sie an der oberen Gewichtsgrenze sei und wir das Zufüttern jetzt ruhig einstellen können und das Kinder wie sie (sehr unruhig und Nähebedürftig) unbedingt feste Zeiten bräuchten. Erst danach wurde mir klar, dass ich nicht wusste, was er mit "festen Zeiten" meint. Heißt das zu bestimmten Uhrzeiten zu füttern - wenn ja, in welchen Abständen? Oder sollten wir nach dem Stillen immer eine gewisse Zeit warten? Lena schafft es seit ein paar Wochen, dass sie die Brust selbständig los lässt, braucht aber besonders nach dem Schlafen (egal ob 3 Stunden oder nur 10 Minuten) immer die Brust sofort wieder. Ein weiteres Problem ist, dass sie ständig beim Trinken einschläft und ich nicht weiß, ob ich sie dann ein Bäuerchen machen lassen soll. Wenn ich dies tue, wacht sie in der Regel sofort wieder auf und trinkt wieder so lange bis sie einschläft. Ohne Brust einschlafen klappt so gut wie gar nicht. Irgendwann lege ich sie aus dieser Position immer in ihr Bettchen, wo sie mittlerweile alleine schläft. Nachts braucht sie die Brust nur noch alle 1,5-3 Stunden, am Tag hat sie immer mal Wachphasen, in denen sie satt scheint, nach 45 Minuten ist diese Phase jedoch vorbei und sie will sofort etwas. Manchmal schläft sie nach ein paar Minuten ein, wird kurz darauf wieder wach und will dann wieder weitertrinken, manchmal trinkt sie auch an jeder Brust 25 Minuten und will dann immer noch mehr. Das Fläschchen lehnt sie schon seit ein paar Wochen - trotz ihres scheinbaren Hungers - immer wieder ab und will an die Brust.

Nun spuckt sie auch seit einer Woche extrem viel! So dass es häufig aus Mund und Nase gleichzeitig kommt und sie keine Luft mehr bekommt und panisch wird. Ich nehme sie immer sofort hoch und versuche sie jetzt - trotz des Einschlafproblems an der Brust - immer zum Bäuerchen zu bewegen. Meist macht sie eins und trotzdem kommt kurz darauf noch Milch hoch, die sehr sauer riecht. Ich lege sie nur noch mit erhöhtem Oberkörper hin. Ist es normal, dass Babys in dem Alter so viel Spucken? Sollten wir damit zum Kinderarzt (ich will unnötige Untersuchungen für sie vermeiden). Ist es wegen dem Spuckproblem nun sinnvoll, dass sie alle 45 Minuten trinkt oder sollten wir - wie der Kinderarzt sagte - feste Zeiten einführen? Wenn ja, wie machen wir das am besten? Und sollte ich sie weiterhin an der Brust einschlafen lassen oder gibt es eine Möglichkeit sie jetzt schon zum alleinigen Einschlafen zu "erziehen"?

Ich weiß, ganz schön viele Fragen... Bereits jetzt vielen herzlichen Dank für die Antwort!!

Antwort vom 19.09.2010

Hallo!
Ich möchte Ihnen in erster Linie empfehlen, eine Stillberaterin in Ihrer direkten Umgebung zu kontaktieren. Gemäss meiner Kurve nimmt Ihr Kind nicht so zu, wie es unter optimalen Bedingungen wäre (durchschnittlich ca. 19g am Tag ) und das Stillverhalten (schnelles Einschlafen an der Brust, häufige Stillmahlzeiten), das Sie beschreiben, passt dazu. Das heisst, es lohnt sich in einem persönlichen Gespräch zu klären, wo das Problem liegt, um eine befriedigende Stillbeziehung zu erlangen mit effizienten, ausreichenden Stillmahlzeiten. Dazu sollte eine Fachperson eine Stillmahlzeit beobachten, genaueres Erfragen zum Spucken, die Besonderheiten in Schwangerschaft und Geburt klären. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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