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"Kommen die Schmerzen vom Bauch oder vom Reflux?"

Anonym

Frage vom 30.10.2010

Hallo,
mein Kleiner ist jetzt 10 Wochen alt und hat leider ziemlich Magen-Darm-Probleme: Mit vier Wochen wurde ein Reflux festgestellt und er bekam Gaviscon (inzwischen abgesetzt). Das Spucken wurde besser, dafür hat er jetzt seit 4 Wochen Verstopfung, d.h. der Stuhl ist sehr hart und er hat Beschwerden (weint + stöhnt) beim "Drücken". Er bekam dann ein Zäpfchen, die den Stuhl weicher machen, und hatte dann nach einer Woche wieder Stuhlgang. Leider waren die Beschwerden einen Tag später schon wieder da. Er weint nach genau zwei Stunden wie verrückt und pupst dann ziemlich viel. Hunger scheint er aber nicht zu haben. Nach ca. 3 Stunden stille ich ihn und manchmal fängt er noch während dem Stillen an, sich zu krümmen und zu weinen. Milch habe ich dann aber noch genug. Es ist ein einziger Kampf und ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich massiere mehrmals täglich den Bauch mit Bäuchleinsalbe oder Kümmelöl und gebe ihm 1-2 Löffel Fenchel-Anis-Kümmeltee vor den Mahlzeiten. Kümmelzäpfchen und Wärmeflasche habe ich auch schon ausprobiert. Hat er wohl Bauchschmerzen oder immer noch Reflux? Soll ich schon wieder zum Kinderarzt? Ich wäre Ihnen für eine Antwort wirklich sehr dankbar!

Antwort vom 03.11.2010

Hallo!
Ihrer Beschreibung nach hat Ihr Sohn unterschiedliche Probleme, die aus der Entfernung nicht wirklich auseinander zu halten sind. Einerseits hört es sich an, als ob er viel Luft schluckt (beim Stillen, beim Weinen/Schreien) und darunter leidet. Ich vermute, Sie haben schon versucht, mit Saab Tropfen oder Lefax zu schauen, ob sich die Luftblasen auflösen lassen? Viel aufrecht tragen im Tuch oder Tragesack ist eine wichtige Unterstützung gegen zuviel Luft und hält einen Säugling auch bei Stuhlgangsproblemen gut in Bewegung. Falls Sie die Kombination von den diversen Kräutern wie Kümmel etc. schon über Wochen hinweg nehmen, möchte ich Ihnen empfehlen, diese mal wieder abzusetzen. Die immer selben Kräuter auf Dauer genommen, können einen gegenteiligen Effekt haben. Wenn Sie voll stillen und Ihr Kind unter festem Stuhlgang leidet, stellt sich vielleicht auch die Frage, ob Ihr Kind ausreichend zunimmt und genug Flüssigkeit insgesamt erhält. Ihr Sohn sollte mind. 5 richtig nasse Windeln am Tag haben, Stuhlgang alle 1-14 Tage kann bei einem voll gestillten Kind (ohne Zufütterung anderer Nahrung) ganz normal sein, vorausgesetzt, es nimmt angemessen zu. Je nach Geschichte helfen auch probiotische Tropfen gegen Blähungen und Verstopfung. Wenn Ihr Sohn wegen des Refluxes schon mit einem Druck im Magen zu tun hatte, braucht er vielleicht mehr als nur obige Tipps. Manche Kinder sind so verspannt im ganzen Magen-Darm-Bereich, dass nur Medikamente helfen, die eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur haben. Diese kann nur der Kinderarzt verschreiben, wobei ich vermute (Ihr vorletzter Satz), dass Sie dort schon häufig waren in den letzten Wochen. Prinzipiell empfehle ich auch zu schauen, ob es noch alternative Behandlungsmethoden (z.B. Homöopathie) gibt für Ihren Sohn. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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