Themenbereich: Medikamente in der Stillzeit

"Verhütung in der Stillzeit"

Anonym

Frage vom 12.12.2010

Betreff: Verhütung in der Stillzeit

Liebes Hebammenteam,

vor 6 Wochen ist unser zweites Kind geboren, das ich voll stille. Nach der ersten Geburt habe ich eine stillverträgliche Pille genommen, was ich auch gut vertragen habe. Jetzt hat mir eine Freundin die Kupferspirale empfohlen, um die Hormone zu vermeiden. Kondome finde ich nicht so toll, verhüte aber bisher damit.

Was empfehlen Sie zur Empfängnisverhütung in der Stillzeit? Ist eine sog. Minipille oder die Kupferspirale besser? Was sind die Vor- bzw. Nachteile? Gibt es (außer Kondom) eine Alternative?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Antwort vom 14.12.2010

Hallo!
Bei der Wahl zwischen Kupferspirale und einer stillverträglichen Pille gilt es, die für Sie persönlich ersichtlichen Vor- und Nachteile abzuwägen. Beide sind in der Stillzeit möglich anzuwenden. Das Gestagen aus der Minipille geht zu einem gewissen niedrigen Prozentsatz auf den Säugling über ohne das bis dato Nebenwirkungen beschrieben sind. Auch, wenn die meisten Gestagen-Pillen keinen Einfluss auf die Milchmenge haben, ist es zu empfehlen zu warten, bis sich Angebot und Nachfrage aufeinander eingestellt haben (frühester Beginn nach 6-8 Wochen nach der Geburt). Ob das Kupfer als „giftiges“ Schwermetall einen Einfluss auf unsere Gesundheit hat, darüber streiten sich die Geister. Frauen mit der Spirale machen häufiger die Erfahrung einer verstärkten, schmerzhafteren Monatsblutung, teilweise einer grösseren Anfälligkeit für vaginale Infektionen und Pilzerkrankungen. Andere wiederrum vergessen die Spirale, weil sie unkompliziert und bei ihnen ohne Nebenwirkungen ist. Beim richtigen Sitz (Kontrolle) hat die Spirale eine verhütenden Pearl-Index von weit unter 1%, ebenso wie die Pille. Es gibt auch diverse, niedrig dosierte Hormonspiralen, die ebensfalls in der Stillzeit eingesetzt und vergessen werden können. Beide Spiralen liegen über mehrere (3-5) Jahre. Die Pille kann Frau schon mal vergessen, insbesondere in den ersten anstrengenden Monaten, aber vielleicht kennen Sie sich selbst als super-disziplinierte Nehmerin. Bei dem sog. Hormonimplantat gibt es, meines Wissens, noch zu wenige Aussagen für die Stillzeit, auch, wenn es als nicht kontraindiziert beschrieben wird. Am Ende ist bzgl. der Wahl eines Verhütungsmittels zu beachten, wie sicher es wirkt bzw. wieviel Angst vor einer erneuten Schwangerschaft herrscht. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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