Themenbereich: Schlafen

"unruhige Abende seit der 3. Lebenswoche"

Anonym

Frage vom 28.12.2010

Liebes Hebammenteam,

meine kleine Maus ist 6 Wochen alt und schlief bis sie 3 Wochen alt war super gut. Sie hat am Tag höchstens 10 min mal geweint und das nur weil sie Hunger hatte. Aber seit 3 Wochen schläft sie Abend extrem schlecht ein, in ihrem Bett gar nicht mehr, bei mir im Bett nur nach ewigen leichten schaukeln. Seit 2 Tagen wird sie auch nachmittags immer ab 16 Uhr wach und quengelt. Unser Abend sieht dann so aus, sie quengelt, fängt an zu weinen, ich Schaukel sie, sie schläft ein und wacht nach 5 bis 30 min auf und das wiederholt sich von 18 Uhr bis 1 Uhr nachts! Machmal schläft sie ohne Probleme ein, manchmal ist es so extrem. Der Tagesablauf ist gleich, Hunger kann es nicht sein, wobei sie an solch schlimmen Tagen alle 2 std essen will,sonst alle 4-5 Std. Ich stille, muss aber zufüttern. Beim Kinderarzt wurde mir gesagt sie hätte diese 3 monatskoliken, weil sie auch abends viel stuhlgang hat und sehr stark drücken muss. Ich bin alleine, und nervlich sehr angespannt, ich mach mir große sorgen das sie zuwenig Schlaf bekommt. Wieviel Schlaf brauchen denn Babys in dem alter? Und darf ich mit ihr auch mal einkaufen gehen? Oder wühlt sie das nur noch mehr auf? Abschliessend muss ich noch sagen das wir eine Horrorschwangerschaft hatten, der Vater des Kindes hat uns massiv gestallt, wurde deswegen auch verurteilt und sie kam dann auch noch durch einen notkaiserschnitt auf die Welt.Muss ich mir sorgen machen um meine kleine Maus oder haben das alle Babys?Ich habe auch große angst das sie ein Schreibaby ist, aber sie weint nie mehr als 3 Stunden am Tag insgesamt.
Vielen vielen dank für ihre hilfe!

Antwort vom 30.12.2010

Hallo!
Ich möchte Sie erstmal beruhigen und Ihnen versichern, dass das abendliche Verhalten Ihres Kindes erstmal gar nichts ungewöhnliches ist. Nach den ersten drei Wochen sind viele Neugeborene weit offener, aufmerksamer, presenter und damit reizanfälliger. Wenn es vorher nur um Trinken, Schlafen, Wickeln und nicht alleine sein ging, dann ist das auch weiter so, aber die Kinder spüren es deutlicher bzw. fordern mehr ein. Meines Erachtens ist ein wichtiger Aspekt das Tragen im Tuch. Ich möchte Ihnen also empfehlen, sich das Binden eines Tuches zeigen zu lassen und Ihr Kind immer wieder „vorbeugend“ über den Tag verteilt zu tragen.. So können Sie auch am ungestörtesten und für Ihr Kind am unkompliziertesten einkaufen gehen. Falls bei Ihnen ständig der Fernseher oder das Radio läuft, hat Ihr Kind das bis zu einem Zeitpunkt wahrscheinlich wenig gestört, aber auch das kann sehr „aufreibend“ sein. Bitte kontrollieren Sie, ob die Nahrung, die Sie zufüttern, wirklich eine PreNahrung ist. Alle anderen Folgenahrungen sind sehr viel schwerer verdaulich und plagen ein Kind. Es gibt für Neugeborene bzw. Säuglinge nur Annäherungswerte, was die Schlafmenge betrifft, denn diese ist sehr individuell. Aber die meisten Kinder in dem Alter haben die Kapazität ca. 11/2 Stunden wach zu sein (Trinken, Wickeln, Gucken), um dann in die nächste Schlafphase hineinzuwandern. Manchmal übersieht man als Mutter den Moment, wo das Kind Hilfe braucht, um in diese nächste Ruhephase zu kommen und so bauscht es sich abends häufig auf. Primär geht es jetzt darum, wie Sie selbst versorgt und unterstützt werden, damit Sie es schaffen können, den oft ermüdenden Alltag mit einem Neugeborenen zu „überleben“. Ich hoffe sehr, dass Sie schon (auch bzgl. Ihrer familiären Situation) vernetzt sind in Ihrer Umgebung. Von offizieller Seite bieten z.B. donum vitae bzw. der Sozialdienst katholischer Frauen vor Ort Hilfe, Rat und Beistand bei vielen familiären und auch finanziellen Fragen. Ausserdem haben diese häufig ein Angebot für alleinerziehende Mütter, Treffpunkte oder weitere Vermittlungsideen. Eine Nachsorgehebamme ist im Besten Fall eine gute Gesprächspartnerin, wo Sie Ihren Kummer der Schwangerschaft auch immer mal loswerden können. Falls Sie noch länger geplagt sind von der Erinnerung an Ihre schweren schwangeren Monate und den Notkaiserschnitt, haben oben genannte Stellen häufig Therapeutinnen zur Hilfe. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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