Themenbereich: Stillen

"schaut dem Essen nach mit 3,5 Monate-schon zufüttern?"

Anonym

Frage vom 30.01.2011

Hallo,
unser Sohn wurde Mitte Oktober geboren und wird voll gestillt. Seit einiger Zeit schaut er meinem Mann und mir, wenn wir etwas essen jeden Bissen in den Mund, so dass man fast meinen könnte, er möchte auch was davon abhaben. Freunde meinten, er würde jetzt nach Beikost verlangen und wir sollten mal probieren ihm ein paar Löffel Karottengläschen oder so zu geben. Ich bin da aber etwas verunsichert, vor allem weil ich selbst Neurodermitis habe und bei unserem kleinen zwar bisher keine Neurodermitis diagnostiziert wurde, er aber ziemlich trockene Haut und leichten Schorf am Kopf hat. Jetzt meine Fragen:
1. Kann es sein, dass ein Kind mit dreieinhalb Monaten schon am Tisch mitessen will und Breikost möchte?
2. Ist es wirklich sinnvoll, gerade im Hinblick auf die Neurodermitis, jetzt schon zuzufüttern? Braucht´s das jetzt schon überhaupt?
3. Ab wann sollte ich im Idealfall mit Zufüttern anfangen?
Das Stillen läuft super, ich habe genug Milch und wenn ich wieder zu arbeiten beginne und mein Mann in Elternzeit geht, was im April der Fall sein wird, werde ich Milch abpumpen können. Das Abpumpen und Fläschchenfüttern üben wir regelmäßig und es funktioniert gut, weswegen ich auch nicht unbedingt gezwungen bin, so schnell abzustillen.
Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

Antwort vom 31.01.2011

Hallo!
Die Kriterien, ob ein Säugling schon reif ist für die B(r)eikost sind vielschichtig und nicht davon abhängig, wieviel und seit wann er dem Essen nachschaut. Von pädiatrischer Seite ist Beikost zum frühestens Zeitpunkt ab vollendeten 16 Lebenswochen angeraten. Das bedeutet, auch die Kinderaerzte würden es für Ihr 31/2 Monate altes Kind als zu früh erachten. Die Empfehlung der WHO lautet nach wie vor, dass es grosse Vorteile hat für Mutter und Kind, wenn volle sechs Monate gestillt wird, und dieser Empfehlung schliesse ich mich an. Muttermilch reicht als alleinige Nahrung in den ersten 6 Monaten aus, von Seiten der Inhaltsstoffe als auch von kalorischer Seite her (die Artikel der letzten Monate zu geringen Eisenwerten in der Muttermilch und der dringenden Beigabe von Fleisch ab dem vierten Monat sind aussagelos und wissenschaftlich nicht fundiert). Mit Beginn der Beikost geht es einerseits um die Verdaubarkeit von fester Kost und über die Aufnahme derselben. Ein Kind im Alter Ihres Sohnes schiebt mit dem sog. Zungenstreckreflex (Schutzreflex) die Nahrung kontinuierlich wieder nach draussen, dieser Reflex sollte also zumindest vermindert sein (er ist und bleibt noch eine Weile ein Säugling). Zu Beginn der Beikost sollte ein Säugling eine sehr gute Kopfkontrolle haben und mit leichter Unterstützung alleine sitzen können. Reichlich Speichelbildung hilft der Verdauung und sollte vorhanden sein. Das Kind muss mit Abwehrhaltung und Abwenden deutlich machen können, dass es nicht mehr möchte. In Hinblick auf Ihre eigene Neurodermitis bleibt die Empfehlung mit der Beikost um den sechsten Monat herum zu beginnen, aber langsamer voranzuschreiten mit der Einführung der einzelnen Lebensmittel. Gleichzeitiges Weiterstillen unter Vermeidung von Flaschennahrung und der Gabe von Kuhmilch vor dem 12. Lebensmonat ist von Vorteil. Es scheint auch (insbes. auf den Darm) Vorteile zu haben, wenn mit Einführung der glutenhaltigen Geteide weiter gestillt wird. Viel Spass beim Weiterstillen, Inken Hesse, Hebamme

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