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Themenbereich: Wochenbett

"Habe ich eine postnatale Depression?"

Frage:

Guten Tag!
Ich habe vor 5 Monaten meinen 2. Sohn zur Welt gebracht. die Geburt ging sehr schnell und unkompliziert. Er ist gesund und wir sind eigendlich sehr glücklich zu viert. Nur ich leide seit einiger Zeit unter einer unerklärlichen Traurigkeit, bin extrem gereitzt, launisch und weinerlich. Meine Familie bekommt es dann ab. Ich kann mich an manchen Tagen zu nichts aufraffen oder fühle mich von den kleinsten Dingen (z.B. üblicher Papierkram o. Haushaltsdinge etc.) total überfordert und verharre lieber als sie zu erledigen. Ich fühle mich vor meinem Mann schuldig, auch wenn er nichts negatives zu mir sagt und versucht mich zu entlasten. Aber ich fühle mich dann nur noch unzureichender. Ich denke, dass ich die glücklichste Frau der Welt sein muss, da ich mir dieses 2. Kind aus tiefster Seele gewünscht habe. Nach 2 Fehlgeburten hat es doch noch geklappt, mit viel Bangen und Unsicherheit. Die Schwangerschaft verlief dann recht gut. Allerdings verstarb mein Vater, was mich sehr belastet hat und auch immer noch belastet. Ich habe Angst, dass es sich um eine postnatale Depression handelt, obwohl das bestimmt keiner denken würde, da ich nach Außen immer sehr stark bin und alle sagen, dass ich eine wunderbare Mutter bin. Aber ich fühle mich seit etwa drei wochen nicht wunderbar. Kann es auch einfach eine Hormonumstellung sein? Ich stille nicht mehr voll, nur noch 2-3 Mal am Tag und habe vor, nun ganz abzustillen.Was kann ich tun? Ich möchte nicht zum Arzt gehen und glaube auch, das meine Hebamme mir nur zu einer Familienberatung raten würde. Woran würde ich eine Depression erkennen und würde sie vielleicht einfach wieder verschwinden? Ich möchte gerne meine gute Laune zurück und meine Liebe zu meinem Mann und meinen Kindern.
Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Antwort:

Hallo,
das was Sie schreiben lässt auch mich an eine postnatale Depression denken. Ich würde Ihnen empfehlen dem nachzugehen, denn in der Regel löst sich eine solche Depression nicht von alleine auf und die Situation belastet Sie ja sehr. Wenn Sie den Gang zum Arzt scheuen haben Sie vielleicht aber die Kraft etwas darüber zu lesen? Im Nezt könnten Sie mehr Informationen bekommen. Gehen Sie doch bitte auf die Seiten von " Schatten und Licht e.V." oder auf die der " Marce Gesellschaft". Vielleicht erkennen Sie sich darin wieder und es nimmt Ihnen die Schwellenangst Hilfe in Anspruch zu nehmen. Beides sind Organisationen, die sich an Frauen mit Gemütsschwankungen bis hin zur Depression nach einer Geburt wenden und dort finden Sie auch Kontaktadressen sowohl von betroffenen Frauen als auch von Einrichtungen in Ihrer Nähe. Sollte es sich um eine postnatale Depression handeln dann würde es Ihre Leidenszeit verkürzen wenn Sie sich bald möglichst Hilfe holen würden. Alleine ist das in der Regel nicht zu schaffen. Scheuen Sie sich nicht aus Scham Hilfe zu erfragen, viele Frauen sind von einer solchen Depression betroffen und es gibt gute Möglichkeiten, Sie aus dieser Traurigkeit und den Unzulänglichkeitsgefühlen mittels Therapie dauerhaft heraus zu holen. LG Judith

von Judith Eichhorn
09.03.2011

Kommentare zu "Habe ich eine postnatale Depression?"

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